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17.04.2013

14:17 Uhr

Autokäufer werden immer älter

Graue Haare, dritte Zähne – neuer Wagen

VonLukas Bay

Jünger, hipper, sportlicher - die Autohersteller werben mit modernen Modellen vor allem um die junge Zielgruppe. Dabei werden Deutschlands Autokäufer immer älter. Die Branche muss umdenken.

Opa an Bord: Für ältere Fahrer ist das Auto noch ein Statussymbol. Getty Images

Opa an Bord: Für ältere Fahrer ist das Auto noch ein Statussymbol.

FrankfurtDie Zukunft des Autos ist grau. Denn Deutschlands Neuwagenkäufer werden immer älter. Nach einer Studie des Center of Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen ist das Durchschnittsalter der deutschen Autokäufer auf den Rekordwert von 51,9 Jahren gestiegen. Bis 2015 wird jeder dritte Neuwagenkäufer älter als 60 Jahre alt sein, prognostizieren die Wissenschaftler. Trotzdem tauchen ältere Semester in der Werbung kaum auf. Warum eigentlich?

Die junge, städtische Zielgruppe hat die Lust auf das eigene Auto längst verloren. Parkplatzmangel, Stau, Versicherungsstress - die vielen Nachteile der automobilen Autonomie haben die Absatzzahlen einbrechen lassen. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes kann sich jeder dritte Deutsche unter 30 ein Leben ohne Auto vorstellen. Dagegen wächst die Nachfrage nach Carsharing, also Kurzfristmieten, bei denen pro Minute abgerechnet wird. Das eigene Auto ist dagegen für die junge Zielgruppe uncool geworden.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die nachlassende Kauflust der jungen Autofahrer trifft die Hersteller zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Denn die Krise hat Europas Automarkt immer noch fest im Griff. Zwischen Januar und März 2013 wurden dem europäischen Branchenverband Acea zufolge knapp drei Millionen Neuwagen in der EU verkauft - 9,8 Prozent weniger als im Vorjahrszeitraum.

Bei den älteren Haushalten sieht das Bild anders aus. Dort wird das Auto immer beliebter. Vor zehn Jahren besaßen nur 67 Prozent der 65- bis 69-Jährigen ein Auto, heute sind es schon 77 Prozent. Die Alten sind für die Hersteller eine immer wichtigere Zielgruppe. Doch das Autodesign in Deutschland orientiert sich vor allem an den Jüngeren. Mercedes wagte mit der A-Klasse eine Designrevolution, um das Image als "Opa-Mobil" abzulegen. Das Durchschnittsalter der Mercedes-Käufer betrug 2012 satte 56,2 Jahre - keine Automarke hat in Deutschland eine ältere Kundschaft.

Nicht nur Mercedes will die Flotte verjüngen. Auch bei BMW sind die neuen i-Modelle, die in den kommenden Jahren das neue Zeitalter der Elektromobilität einläuten sollen, so futuristisch entworfen worden, dass sie vor allem die jüngere Zielgruppe ansprechen dürfte. Das Innenleben der neuen Automodelle richtet sich vor allem an junge Autofahrer. Die Integration von Facebook und Twitter wird mehr und mehr zum Standard in der Branche. Doch bisher können die rollenden Smartphones den Sinkflug in der Absatzstatistik nicht aufhalten.

Kommentare (15)

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Carbonnier

17.04.2013, 14:40 Uhr

Autoindustrie Achtung! Gratuliere zu dieser absolut neuen Erkenntnis! Wie dämlich sind denn Ihre Angestellten, die Sie mit Marktforschung beschäftigt haben? Die demografische Entwicklung in Deutschland ist seit Jahrzehnten bekannt. Jetzt plötzlich in Deutschland etwas zu ändern, für Zielgruppen, welche Ihre sogenannten Marketingexperten verstanden haben, ist nicht möglich. Wer möchte den als älterer und somit zahlungskräftiger Mensch in ein enges, niedriges, übermotorisiertes Auto steigen? Schauen Sie sich doch mal diese jungen, zahlengetriebenen Verkäufer in den Autohäusern an, wie unwissend sie versuchen zu verkaufen. Das Ergebnis ließ nicht auf sich warten.

audi

17.04.2013, 14:45 Uhr

Es dürfte ja bekannt sein, dass die Autobauer immer das als "Neue Erkenntnis " heraus gebenb, was selbst (aus Altersgründen) aus dem Archiv entfernt werden muss, damit neuere Sachen end-gelagert werden können.

Wer allen Ernstes denkt, dass du Autobauer so auf dem Baum schlafen, wie es profane Zeitgenossen vermuten ist entweder dumm oder unheilbar krank.

Charbonnier

17.04.2013, 15:03 Uhr

sicher nur bei Audi ;-))

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