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09.01.2006

14:00 Uhr

Autokonzern mit Verkaufsrekord

Daimler öffnet Tür für Smart-Interessenten

Der deutsch-amerikanische Autobauer Daimler-Chrysler hat dank seiner US-Tochter Chrysler im vergangenen Jahr weltweit mehr Pkw verkauft als je zuvor. Auf dem Heimatmarkt sah es jedoch nicht so gut aus. Zudem ist der Konzern auf der Suche nach Partnern für seine unprofitable Kleinwagenmarke und erhöht damit den Druck auf das Smart-Management.

Ein Smart-Center in Dresden. Foto: dpa

Ein Smart-Center in Dresden. Foto: dpa

HB STUTTGART/DETROIT. „Wir haben interessierten Parteien mitgeteilt, dass sie Goldman Sachs kontaktieren sollen“, sagte der neue Konzernchef Dieter Zetsche der „Financial Times“. Die Investmentbank nehme Offerten für eine Kooperation entgegen. Der Sanierung aus eigener Kraft gibt Zetsche aber Vorrang vor der Partnersuche. „Solange wir an Plan A arbeiten, gibt es keinen Plan B“, sagte der Manager, der seit Jahresbeginn an der Konzernspitze steht. Er schließe jedoch keine Möglichkeit der Kooperation aus. Dass die Kleinwagenmarke zum Verkauf stehen soll, dementierte Zetsche hingegen. Dies sei kein Thema, sagte er am Montag auf der Autoshow in Detroit.

Zetsche ist bereits seit September als Mercedes-Chef für Smart zuständig. Bisher hatten Daimler-Chrysler und Smart stets betont, Partnerschaften seien willkommen, würden aber nicht aktiv gesucht. Das Interesse an Smart war nach Informationen aus Branchenkreisen bislang auch gering, da der Kleinstwagenhersteller dreistellige Millionenverluste erwirtschaftet.

Smart zählt seit dem Marktstart im Jahr 1998 zu den Baustellen des Daimler-Chrysler-Konzerns. Mit nahezu halbierter Belegschaft und einer geschrumpften Modellpalette soll im nächsten Jahr erstmals die Gewinnschwelle erreicht werden, da mit dem im Frühjahr 2004 verordneten Sanierungsprogramm die Kosten sinken. Das Kernproblem von Smart sind die geringen Verkaufszahlen, die eine profitable Produktion schwer machen. Die anfänglich hochgesteckten Absatzerwartungen erreichte die Kleinstwagen-Tochter nie.

2005 stiegen die weltweiten Verkaufszahlen für die zwei- und viersitzigen Modelle lediglich um knapp 2,5 Prozent auf 143 000 Autos. In Deutschland lag der Absatz trotz Rabatten unter dem Vorjahreswert von 48 800 Autos, wie ein Smart-Sprecher einräumte. Das Ziel waren mindestens 50 000 Fahrzeuge. Details zu den Verkaufszahlen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im vergangenen Jahr wollte Smart nicht nennen.

Ein Sprecher von Goldman Sachs wollte sich nicht zu dem Auftrag des Autokonzerns äußern. Den Manager einer US-Investmentbank zitierte die „Financial Times“ mit den Worten, Daimler müsse dafür zahlen, irgendjemandem Smart schmackhaft zu machen: „Man wäre verrückt, Smart zu nehmen. Aber es muss einen Preis geben, bei dem irgendeiner verrückt genug wäre.“

An der Börse sorgte die Partnersuche für Smart für einen deutlichen Kursaufschlag der Daimler-Chrysler-Aktie um 2,8 Prozent auf 45,33 Euro. „Die Investoren treibt die Hoffnung, dass der Smart-Verkauf gut über die Bühne geht“, sagte ein Händler. „Das gibt auch Hoffnung auf weitere Effizienzverbesserungen.“

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