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17.01.2014

18:26 Uhr

Autokonzern

PSA-Aufsichtsrat berät über Kapitalerhöhung

PSA Peugeot Citroën hat eine Kapitalerhöhung nötig. Nun wird über den Einstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng und des französischen Staates diskutiert. Die Grundzüge einer Einigung sollen im Februar feststehen.

Der Konzern rechnet wegen der Wechselkursentwicklungen und der andauernden Absatzschwierigkeiten mit Abschreibungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. AFP

Der Konzern rechnet wegen der Wechselkursentwicklungen und der andauernden Absatzschwierigkeiten mit Abschreibungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

ParisDer Aufsichtsrat des angeschlagenen französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroën kommt am Sonntag zusammen, um über einen Einstieg des chinesischen Autobauers Dongfeng und des französischen Staates zu beraten. Mehrere Szenarien würden geprüft, hieß es am Freitag aus PSA-Kreisen in Paris. Erwartet werde eine Kapitalerhöhung um die 3,5 Milliarden Euro.

Bis vor kurzem galt als wahrscheinlichste Variante, dass Dongfeng und der Staat mit je einer Milliarde Euro bei PSA einsteigen könnten. Die übrigen neuen Aktien würde PSA zum Verkauf anbieten, ohne dabei die Familie Peugeot einzubeziehen, die derzeit 38 Prozent der Stimmrechte hält.

Eine neue Variante sieht den Kreisen zufolge nun vor, dass die Familie, Dongfeng und der Staat gleichermaßen an der Kapitalerhöhung beteiligt würden und der Rest öffentlich angeboten werde. Demnach könnten die drei Seiten mit je 500 Millionen Euro einsteigen.

Unklar ist nach Angaben aus den Kreisen, ob die Sitzung am Sonntagnachmittag schon die Entscheidung bringen wird. PSA hofft, die Grundzüge einer Einigung mit Dongfeng und dem französischen Staat bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz am 19. Februar vorlegen zu können.

Chinas Autokonzerne

Saic

Die Shanghai Automotive Industry Corp. gründete mit Volkswagen einst das erste Joint Venture eines chinesischen Herstellers mit einem ausländischen Autobauer. Seit 1998 kooperiert der Konzern auch mit dem US-Riesen General Motors. Zum Portfolio gehören auch die britische Traditionsmarke GM und die chinesische Luxusmarke Roewe. Im Jahr 2012 produzierten die Chinesen 4,5 Millionen Fahrzeuge und sind damit der größte Autohersteller des Landes.

FAW

First Automotive Works aus Nordchina wurde einst unter sowjetischer Führung gegründet, unterhält aber vor allem enge Kontakte zu den japanischen Autobauern. Zu den Partnern gehört neben Toyota, Mazda und Daihatsu aber auch Volkswagen.

Dongfeng

Kein chinesischer Konzern unterhält mehr Joint Ventures als das Unternehmen aus Wuhan. Zu den ausländischen Partnern zählen Honda, Nissan, Peugeot, Kia und Citroën. Mit 3,2 Millionen produzierten Fahrzeug ist Dongfeng der drittgrößte chinesische Autohersteller.

Baic

Bekannt wurde die Beijing Automotive Group weil sie 2009 die Technik des insolventen schwedischen Autobauers Saab aufkaufte. Mit Mercedes-Benz und Hyundai unterhält der Konzern aus der chinesischen Hauptstadt Joint-Ventures. 2012 produzierte Baic 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Chang'an

Der Mutterkonzern verdient sein Geld mit Waffen. Doch mit 2,07 Millionen produzierten Fahrzeugen ist der Konzern aus Zentralchina mittlerweile der fünftgrößte Autobauer des Landes. Zu den ausländischen Kooperationspartner gehören Ford, Suzuki, and PSA

Brilliance

Der BMW-Partner Brilliance gehörte zu den ersten chinesischen Autokonzernen, die den Sprung nach Europa wagten - und scheiterten. Mit einer Produktion 591.000 Fahrzeugen ist der Hersteller im Landesvergleich relativ klein.

Chery

Bis 2003 war das Unternehmen aus Wuhu der größte Autoexporteur des Landes. Dabei wurde der Konzern erst 1997 gegründet. Seit 2012 unterhält das Unternehmen ein Joint Venture mit Jaguar und Land Rover. Die Tochtermarke des Konzern Qoros soll bald auch auf den europäischen Markt kommen

Geely

Aus einer Manufaktur für Kühlschrankteile ist einer der größten Autohersteller des Landes hervorgegangen. Übersetzt bedeutet der Unternehmensname Glück verheißende Automobile. Einen Namen in Europa machten sich die Chinesen mit der Übernahme von Volvo.

PSA hatte Mitte Dezember bestätigt, dass mit dem chinesischen Autobauer, aber auch mit anderen möglichen Partnern Gespräche über eine Kapitalerhöhung geführt würden. Wenig später hatte der US-Autobauer General Motors (GM) bekannt gegeben, dass er als Aktionär bei PSA aussteige, dass die strategische Allianz der Unternehmen aber davon unberührt bleibe.

Eine Kapitalerhöhung bei PSA ist wegen der anhaltenden Krise bei dem französischen Autokonzern nötig. Der Konzern rechnet mit Abschreibungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr wegen der Wechselkursentwicklungen und der andauernden Absatzschwierigkeiten.

Von

afp

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