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02.07.2013

16:36 Uhr

Autokonzerne

GM und Honda schmieden Brennstoffzellen-Allianz

Der einstige Hoffnungsträger Brennstoffzelle kommt zurück. General Motors will die Technik nun schneller zur Marktreife führen – und schließt sich für die Entwicklung mit Honda zusammen. Es ist nicht das erste Bündnis.

Vintage Modelle des Opel Olympia stehen bei einer Oldtimer-Rally. Für die Opel-Modelle der Zukunft entwickelt der Mutterkonzern GM zusammen mit Honda einen Brennstoffzellen-Antrieb. ap

Vintage Modelle des Opel Olympia stehen bei einer Oldtimer-Rally. Für die Opel-Modelle der Zukunft entwickelt der Mutterkonzern GM zusammen mit Honda einen Brennstoffzellen-Antrieb.

New YorkNach enttäuschenden Verkaufszahlen für Elektroautos verstärken die Autokonzerne ihre Arbeit an der Brennstoffzelle als Antrieb der Zukunft. Mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors und dem japanischen Hersteller Honda haben sich weitere Branchengrößen dazu verbündet. Sie wollen nicht nur die Technik gemeinsam weiterentwickeln, sondern auch das nötige Netz an Tankstellen aufbauen helfen.

Von der am Dienstag in New York vorgestellten Partnerschaft versprechen sich die beiden Konzerne Kostenersparnisse sowie eine schnellere Serienreife. GM-Vorstand Stephen Girsky nannte das Jahr 2020 als Zeitrahmen. Auf konkrete Modelle oder anvisierte Preise für derartige Autos wollte er jedoch nicht eingehen. Dazu sei es zu früh.

Beide Unternehmen arbeiten schon seit Jahren unabhängig am Brennstoffzellen-Antrieb. Die jetzige Kooperation erfolgt vor dem Hintergrund weiterer unlängst geschlossener Bündnisse in der Autoindustrie: So haben sich BMW und Toyota bei der Brennstoffzelle zusammengetan sowie Daimler, Ford und Nissan/Renault.

Beim Brennstoffzellen-Antrieb wird Wasserstoff als Energiequelle eingesetzt. Es entstehen als Emissionen nur Wasserdampf und Wärme. Gegenüber Elektroautos können die Wagen längere Strecken zurücklegen und schneller wieder auftanken.

Mehr Autos aus der Steckdose

Ziel

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen rollen. Dieses Ziel hatte die Bundesregierung 2009 ausgegeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigt es seitdem immer wieder. Experten und Manager der Autobranche halten dies jedoch für kaum erreichbar. Mit bestehenden finanziellen Anreizen sei bis 2020 maximal eine Zahl von 600.000 Elektrofahrzeugen denkbar, sagte Henning Kagermann, Chef der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche teilt diese Einschätzung.

NPE

Zur NPE gehören unter anderem Vertreter von Industrie, Wissenschaft und Politik. Momentan sind in Deutschland über 43 Millionen Pkw zugelassen, 2012 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 3000 E-Autos neu zugelassen. Momentan fahren 7100 reine Elektroautos auf Deutschlands Straßen und 65.000 Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Kraftstoffmotor.

Bisherige Förderung

In Deutschland sind Elektroautos von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Der Zeitraum für diese Steuerbefreiung wurde im Herbst von fünf auf zehn Jahre ausgedehnt. Danach gilt eine Steuerermäßigung von 50 Prozent. Die Forschung im Bereich Elektromobilität wird vom Staat mit 1,5 Milliarden Euro gefördert. Daneben bezuschusst der Bund auch Wasserstoff als Antriebsform.

Künftige Anreize

In Zukunft sollen Elektro-Dienstwagen steuerlich bevorteilt werden. Daneben will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für Elektroautofahrer neben finanziellen auch andere Anreize schaffen wie beispielsweise Sonderparkplätze oder die Möglichkeit der Benutzung von Busspuren durch Elektroautos. Denkbar sind demnach auch freie Zufahrtsmöglichkeiten für E-Lieferwagen in Innenstädte.

Kaufprämie

Eine direkte Förderung für den Kauf von Elektroautos lehnt die Bundesregierung weiter ab. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert solche Prämien seit langem. Und auch die Grünen haben einen entsprechenden Zuschuss angemahnt.

Es gibt bereits Brennstoffzellen-Autos auf der Straße, die Technik fristet allerdings ein Nischendasein. „Die Kosten sind nicht weit genug heruntergegangen“, erläuterte Girsky, der auch Aufsichtsratschef bei Opel ist. Zudem müsse die nötige Infrastruktur geschaffen werden. „Zusammen können wir die Technologie schneller entwickeln.“

Daimler und BMW hatten ihre Partnerschaften erst Anfang des Jahres ausgebaut. Zusammen lassen sich die hohen Kosten besser schultern und das Risiko eines Scheiterns verringern. Denn schon einmal schien die Brennstoffzelle der Antrieb der Zukunft zu werden, dann liefen Hybridwagen und schließlich Elektroautos ihr den Rang ab.

Während jedoch vor allem Toyota mit Hybridwagen große Verkaufserfolge feiert, kommen reine Elektroautos kaum vom Fleck. General Motors verkaufte von seinem Chevrolet Volt in den USA binnen sechs Monaten nicht einmal 10 000 Stück - bei einem Gesamtabsatz von 1,4 Millionen Wagen. Es sei offen, welche Technik sich am Ende durchsetzen werde, sagte Girsky.

Von

dpa

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