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12.01.2009

08:12 Uhr

Autokrise

Daimler: Kurzarbeit für zehntausende Mitarbeiter

Beim Autobauer Daimler beginnen am heutigen Montag für zehntausende Mitarbeiter teilweise mehrere Wochen Kurzarbeit.

Viel Gegenverkehr für Autobauer: Während in zahlreichen deutschen Daimler-Werken mehrwöchige Produktionspausen beginnen, versucht die Branche auf der Detroit Motor Show Optimismus zu verbreiten. Foto: ap ap

Viel Gegenverkehr für Autobauer: Während in zahlreichen deutschen Daimler-Werken mehrwöchige Produktionspausen beginnen, versucht die Branche auf der Detroit Motor Show Optimismus zu verbreiten. Foto: ap

mcs HB STUTTGART/MÜNCHEN/DETROIT. Neben dem Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim und dem größten Auto-Werk in Sindelfingen sind unter anderem die Betriebe in Rastatt, Berlin sowie dem brandenburgischen Ludwigsfelde betroffen. In Stuttgart und Sindelfingen allein werden insgesamt 30 000 Angestellte bis Ende März vier und zeitweise nur drei Tage pro Woche arbeiten. Hintergrund ist die massive Absatzkrise auf dem Automarkt. Besonders die Kernmarke Mercedes-Benz hatte 2008 Federn lassen müssen und 5,4 Prozent weniger Autos ausgeliefert.

Beim Konkurrenten BMW hingegen laufen nach einer zum Teil mehrwöchigen Produktionspause die Bänder in den drei bayerischen Werken wieder an. Die größte Produktionsstätte des Konzerns in Dingolfing war am 19. Dezember in die Weihnachtspause gegangen. München und Regensburg hatten bereits am 8. Dezember abgeschaltet. Mit der Drosselung der Produktion hatte BMW im Dezember auf die weltweite Absatzflaute in der Branche reagiert.

Nun soll nach Angaben von BMW wieder mit voller Kapazität produziert werden. Dies bedeutet, dass an den drei bayerischen Standorten wieder täglich rund 3 000 Autos vom Band rollen. Durch die Unterbrechungen sind die Arbeitszeitkonten vieler Mitarbeiter deutlich abgeschmolzen. Dem Unternehmen zufolge besteht hier aber nach wie vor Spielraum, so dass Kurzarbeit wie bei anderen Herstellern derzeit nicht auf der Tagesordnung steht.

Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires von der Detroit Motor Show, dass die deutschen Autobauer die aktuelle Schwäche der Konkurrenz auf dem hart umkämpften US-Markt für sich nutzen wollen. Die Agentur zitiert mehrere Vorstandschefs, die an ihren Expansionsplänen auf dem weltgrößten Automarkt festahlten.

So will BMW weiter in den USA investieren. "Dies ist unser zweites zu Hause - hier haben wir die meisten Kunden", so BMW-Marketing - und Vertriebsvorstand Ian Robertson in Detroit. Die USA dürften seiner Ansicht nach auch in den kommenden Jahren der größte Markt für Premium-Automobilhersteller bleiben. Auch VW-Chef Martin Winterkorn zeigte sich in Gesprächen am Sonntag hinsichtlich der Entwicklung des US-Marktes optimistisch.

Im Interview mit dem Handelsblatt betonte auch VDA-Präsident Wissman die Bedeutung des US-Marktes für deutsche Autobauer. Er sieht sie als Profiteure der taumelnden amerikanischen Konkurrenz "Es kommt für uns jetzt darauf an, trotz der dramatischen Situation der amerikanischen Autobauer die Infrastruktur bei Zulieferern und Händlern in den USA zu halten und auszubauen", sagte Wissmann dem Handelsblatt.

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