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06.08.2013

09:42 Uhr

Autokrise schlägt durch

Gewinn von Lanxess bricht ein

Ein herber Gewinneinbruch macht Lanxess zu schaffen. Der Chemiekonzern erwirtschaftet nur einen Mini-Überschuss. Die Prognose für 2014 ist nicht zu halten, Umbaumaßnahmen werden folgen. Die Anleger strafen die Aktie ab.

Aromatenverbund im Werk Leverkusen: Der Gewinn von Lanxess bricht ein, die Prognose für 2014 wird gekippt. dpa

Aromatenverbund im Werk Leverkusen: Der Gewinn von Lanxess bricht ein, die Prognose für 2014 wird gekippt.

FrankfurtDer Chemiekonzern Lanxess hat nach einem herben Gewinneinbruch im abgelaufenen Quartal seine Ergebnisprognose für das kommende Jahr gekippt. „Die Rahmenbedingungen für unsere Geschäfte bleiben schwierig und die angespannte Stimmung in Europa zeigt sich nun auch in anderen für uns wichtigen Märkten wie China und Brasilien“, räumte Konzernchef Axel Heitmann am Dienstag in Köln zur Vorlage des Zwischenberichts zum zweiten Quartal ein.

Das Ziel eines um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2014 sei nun nicht mehr realistisch. Das mittelfristige Ergebnisziel von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2018 bleibe zwar bestehen – es sei aber nun schwerer zu erreichen.

Bei Anlegern kam dies nicht gut an: Die Titel brachen um 7,9 Prozent auf 42,80 Euro ein und waren damit im Dax das Schlusslicht. „Die Zahlen sind schlecht und Besserung ist kurzfristig wohl nicht zu erwarten, wenn das Ziel für 2014 wackelt“, sagte ein Händler. Die Analysten von Equinet halten den Ausblick für „mehr als enttäuschend“ und kündigen eine Anpassung ihrer Gewinnschätzung für das laufende Jahr an. Die Erwartungen für danach ließen sie aber unverändert.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Konzernchef Heitmann rechnet nicht mehr damit, dass sich die Geschäftslage in der zweiten Hälfte dieses Jahres erholt. Vor allem in Asien bauten Kunden nach wie vor ihre Lager ab. Lanxess hatte bereits sein Investitionsbudget für dieses Jahr auf 600 Millionen Euro gekürzt. „Derzeit arbeiten wir an einer Überprüfung der Strategie und weiteren Maßnahmen“, erklärte Heitmann. Lanxess plant Einsparungen und Schritte zur Verbesserung der Schlagkraft. „Ergebnisse werden wir Mitte September vorstellen“, kündigte der Lanxess-Chef an. Für das laufende Jahr stellte Heitmann einen bereinigten operativen Gewinn von 700 bis 800 Millionen Euro in Aussicht nach einem Rekordgewinn von 1,2 Milliarden 2012.

Kommentare (1)

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987

06.08.2013, 12:15 Uhr

Es verwundert mich immer wieder das in letzter Zeit, Tage vor einer Nachricht, enorm hohe Leeverkäufe stattfinden (nachzulesen im www.bundesanzeiger.de) So bei Lanxess von der Highbridge Capitol Managment PLC bereits am 30.07.13. Bei VW am 01.08.13 von der BG Master Fund PLC, auf die wirklich schlechte Nachricht warten wir noch ... Und sehr schön bei K+S. Tage bevor der Russe von Uralkali seine verwirrte Geschäftsidee offenbarte, wurden enorme Leerverkäufe mehrerer Hedge Fonds getätigt. Den Analysten und den einschägigen Fachzeitschriften reichte diese eine filmreife Vorstellung um die Kursempfehlungen mehr als zu halbieren und den Fonds auf Kosten der Kleinanleger den Allerwertesten zu vergolden. Vom Gefühl ist Börse/Aktie keine sichere Geldanlage mehr. Da ist es kein Wunder das die Deutschen sich von der Börse fernhalten, mit Recht ! Xetra, die Analysten und ihre Helfer sind nur noch ein grosses Casino mit mafiöser Struktur.

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