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13.05.2016

08:33 Uhr

Automarkt Europa

Volkswagen verliert weiter Marktanteile

Der Pkw-Absatz in der EU ist im April deutlich gestiegen. Es wurden über 9 Prozent mehr Autos zugelassen als im Vorjahr. Der vom Abgasskandal geplagte Volkswagen-Konzern kann dieses Tempo aber nicht halten.

Der Autobauer wächst in Europa langsamer als die Konkurrenz. dpa

Volkswagen

Der Autobauer wächst in Europa langsamer als die Konkurrenz.

BrüsselEuropas Automarkt gibt weiter Gas: Mit knapp 1,3 Millionen Fahrzeugen seien in der Europäischen Union im April 9,1 Prozent mehr Autos zugelassen worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, teilte der Branchenverband Acea am Freitag mit. Damit stieg der Absatz den 32. Monat in Folge. Das Verkaufsvolumen sei so hoch gewesen wie zuletzt im April 2008, unmittelbar bevor die Finanzkrise die Automobilindustrie schwer getroffen hatte.

In Spanien (plus 21,2 Prozent) und Italien (plus 11,5 Prozent legten die Neuzulassungen zweistellig zu. Deutschland (plus 8,4 Prozent), Frankreich (plus 7,1 Prozent und Großbritannien (plus 2,0 Prozent) entwickelten sich unterdurchschnittlich.

Beliebteste Autoklassen bei Privatkäufern

Kompaktklasse nur noch knapp vor SUV

Wer sein Auto selbst zahlt, kauft besonders gern ein SUV. Rund jeder vierte auf eine Privatperson zugelassene Neuwagen war 2015 einer der modischen Crossover. Der Kompaktklasse – seit Jahrzehnten Spitzenreiter in der Beliebtheit – droht Rang zwei. Eine Übersicht der beliebtesten Pkw-Segmente bei privaten Neuwagenkäufern ....

Rang 6

Die Mittelklasse – im Gesamtmarkt immerhin auf Rang vier der beliebtesten Klasse – kommt bei den Privatkunden erst auf Platz sechs. Gerade mal 18,9 Prozent der Halter im Segment von VW Passat und Co. sind natürliche Personen aus Fleisch und Blut. Geringer ist die Quote nur in der oberen Mittelklasse (17,3 Prozent) und in der Oberklasse (13,8 Prozent).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,1 Millionen Neuwagen auf Privatpersonen zugelassen. Das entspricht einem Anteil von 34,2 Prozent am Gesamtmarkt von 3,2 Millionen Pkw.

Rang 5

Vans fand 2015 genau 84.631 Privatkunden: Bei den prototypischen Familienautos hätte man vielleicht einen höheren Privatkundenanteil als mäßige 32 Prozent erwarten können. Aber für junge Familien sind die praktischen Pampers-Bomber als Neuwagen häufig zu teuer, sind die Kinder größer und die Festgeldkonten voller, fährt man häufig lieber Limousine oder SUV als einen klobigen Van.

Ein einziges Modell fällt aus dem Rahmen: der sehr günstige Dacia Lodgy (ab 9.990 Euro) mit fast 80 Prozent Privatkunden – was die oben aufgeführte These letztlich stützt.

Rang 4

Kleinstwagen mit 89.317 Privatkunden: Lediglich jeder dritte Kleinstwagenkäufer bestellt das Fahrzeug auf eigene Rechnung. Größer ist der Anteil bei den besonders preisgünstigen Modellen.

So lassen beispielsweise rund 70 Prozent der Käufer eines Suzuki Celerio (zurzeit ab 9.690 Euro, 2015 zwischenzeitlich aber auch mal unter 7.000 Euro) das Fahrzeug privat zu.

Bei teureren Lifestyle-Modellen wie dem Fiat 500 oder dem Opel Adam ist das Verhältnis umgedreht.

Rang 3

Kleinwagen, 208.053 Privatkunden: Die Kleinwagen-Klasse ist ein typisches Privatkundensegment. Als Dienstwagen-Bonbon für das mittlere Management tendenziell zu klein, als Arbeitsgerät für Pizza-Kuriere tendenziell zu groß. Resultat ist ein weit überdurchschnittlicher Privatkundenanteil von 44 Prozent.

Rang 2

SUV, mit 253.186 Privatkunden in 2015: Während die SUV im Gesamtmarkt noch knapp eine Viertelmillion Neuzulassungen hinter der Kompaktklasse liegen, haben die Crossover auf dem privaten Markt schon ziemlich aufgeholt.

Der Privatkäuferanteil von 42 Prozent ist in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) der höchste hinter Wohnmobilen (64 Prozent) und Kleinwagen (44 Prozent).

Rang 1

Kompaktklasse (292.597 Privatkunden): Immer noch das populärste Fahrzeugsegment der Deutschen, auf dem Privatkundenmarkt aber zunehmend unter Druck (siehe Rang zwei). Rund 65 Prozent der 2015 neu zugelassenen Fahrzeuge sind auf eine Firma angemeldet.

Vor allem die deutschen Hersteller engagieren sich stark im Flottenmarkt, beim VW Golf geht nicht einmal jedes dritte Auto an eine Privatperson.

Unter den deutschen Herstellern büßte Volkswagen im Sog der Affäre um manipulierte Abgasmessungen im April erneut Marktanteile ein. Allerdings legten diesmal alle Marken zu. Insgesamt kamen die Wolfsburger auf ein Absatzplus von 5,4 Prozent. Die deutschen Konkurrenten Daimler und BMW glänzen hingegen mit zweistelligen Zuwächsen. Bei den Stuttgartern lag das Plus bei 21,2 Prozent, die Münchener schlugen immerhin noch 11,9 Prozent mehr Fahrzeuge los.

Von

dpa

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