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15.07.2016

10:47 Uhr

Automarkt Europa

Volkswagen verliert weiter Marktanteile

Einen Absatzeinbruch hat VW aufgrund der Abgas-Manipulationen bei Dieselfahrzeugen nicht erlitten. Doch während der Rest der Branche boomt, verliert der Autobauer Anteile auf einem seiner wichtigsten Märkte.

Der europäische Markt wächst den 34. Monat in Folge. Doch VW verliert Marktanteile. dpa

Gute Zahlen

Der europäische Markt wächst den 34. Monat in Folge. Doch VW verliert Marktanteile.

BrüsselVolkswagen verliert im Zuge des Abgasskandals weiter Marktanteile in Europa. Zwar ist der VW-Konzern nach wie vor mit großem Abstand Marktführer in Europa - sein Anteil allerdings sank im Juni auf 23 Prozent, nach 24,2 Prozent im Vorjahr. Das teilte der Auto-Branchenverband Acea am Freitag in Brüssel mit. Die Hauptmarke VW verzeichnete einen Rückgang des Marktanteils von 11,7 auf 10,9 Prozent. Die Marke mit Modellen wie dem Golf und dem Passat trägt die Hauptlast der Abgas-Affäre.

Auch beim Absatz verzeichnete die Volkswagen-Gruppe gegen den Branchentrend nur ein leichtes Plus. Die Konzernmarken verkauften im Juni in der Europäischen Union insgesamt 1,5 Prozent mehr Fahrzeuge, die Hauptmarke VW verbuchte sogar ein leichtes Minus von 0,3 Prozent.

VW hatte angesichts des Abgas-Skandals zwar keinen Absatzeinbruch erlitten. Der Konzern steckte aber mehr Geld in die „Verkaufsförderung“ – dazu gehören Rabatte und Werbung. Dies hatte neben anderen Faktoren im ersten Quartal für einen Gewinnrückgang gesorgt.

Motoren, Modelle und Marken im VW-Abgas-Skandal

Motoren

Laut VW ist der Dieselmotor mit der Bezeichnung EA 189 Kern des Problems. Er wurde bei etlichen Marken eingesetzt, erfüllt die EU-Abgasnorm Euro 5 und wird mit 1,2, 1,6 und 2,0 Litern Hubraum angeboten. Betroffen vom Stickoxid-Skandal sind die Baujahre 2009 bis 2014.

Der Rückruf läuft

Schon ab dem 29. Februar sollte eigentlich der Rückruf der großen 2,0-Liter-Antriebe mit Varianten des Passat und Audi A4 anlaufen, zuvor hatte die Aktion für den Pick-up Amarok begonnen. Für den A4 mit Schaltgetriebe gab es – ebenso wie für den A5 und Q5 sowie den Seat Exeo mit gleichem Motor – bereits die Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts. Für Passat, CC und Eos liegt sie nun auch vor.

So geht es weiter

Zum kleinen 1,2-Liter-Motor hatte VW in einem Kundenbrief zunächst einen Beginn der Werkstatt-Aktionen ab dem 30. Mai angekündigt. Dieser Teil werde aber erst „verzögert anlaufen“, hieß es jetzt. Die mittelgroßen 1,6-Liter-Aggregate sollten laut bisheriger Planung ab dem 5. September zurück, dabei soll neben einem Software-Update ein Bauteil eingesetzt werden. In den USA sind auch 3,0-Liter-TDI-Autos unterwegs, die ein nach US-Recht verbotenes Programm enthalten.

Betroffene VW-Pkw

Bei der Kernmarke VW-Pkw sind unter anderem der Golf der sechsten Generation, der Passat der siebten Generation und der Tiguan der ersten Generation betroffen.

Betroffene Audi-Modelle

Die Software steckt auch in Modellen der Reihen A1, A3, A4 und A6 sowie Q3 und Q5 der Oberklasse-Tochter Audi.

Sonstige Modelle

Dieselmotoren, die bei Skoda und Seat verwendet wurden, fallen ebenfalls unter den Abgas-Skandal. Bei den leichten VW-Nutzfahrzeugen sind ältere Ausgaben des Caddy und Amarok betroffen. Die in den USA unzulässige Software der 3-Liter-Diesel findet sich im VW Touareg und Porsche Cayenne sowie in den Audi-Modellen Q5, Q7, A6, A7 und A8.

Marken

VW-Chef Matthias Müller gab im vergangenen Oktober an, dass weltweit rund 5 Millionen Autos der Hauptmarke VW-Pkw von der Affäre betroffen sind. Hinzu kommen etwa 2,1 Millionen Audis, 1,2 Millionen Skodas, 700.000 Seats sowie 1,8 Millionen leichte Nutzfahrzeuge.

Insgesamt stieg die Zahl der Juni-Auslieferungen in der EU laut Acea um 6,9 Prozent auf 1,46 Millionen Fahrzeuge. Das Verkaufsvolumen sei damit fast genauso hoch gewesen wie zuletzt im Juni 2007, kurz bevor die globale Finanzkrise die Automobilindustrie schwer getroffen hatte. Im ersten Halbjahr stand ein Absatzplus von 9,5 Prozent.

Während VW Marktanteile einbüßte, konnten der französische Autobauer Renault sowie deutsche Konkurrenten aufholen. Daimler und BMW etwa steigerten ihren Absatz im Juni überdurchschnittlich: Bei den Münchnern lag das Plus bei 16,3 Prozent, die Stuttgarter schlugen 16,5 Prozent mehr Fahrzeuge los.

Unter den einzelnen EU-Mitgliedern war das Absatzplus in Italien und Spanien besonderes hoch. Diese beiden Länder kommen aber aus einem langen Absatztief.

Von

dpa

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