Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.02.2017

18:09 Uhr

Automarkt Russland

Daimler baut neues Mercedes-Werk nahe Moskau

Trotz Flaute auf dem russischen Automarkt hat sich Daimler dazu entschlossen, ein neues Mercedes-Werk in der Nähe von Moskau zu errichten. In der Fabrik sollen SUVs und E-Klasse-Modelle gefertigt werden.

Niedrige Ölpreise und die Sanktionen des Westens gegen Russland im Ukraine-Konflikt hatten die russische Wirtschaft in die Krise gestürzt. dpa

Mercdes-Benz in Moskau

Niedrige Ölpreise und die Sanktionen des Westens gegen Russland im Ukraine-Konflikt hatten die russische Wirtschaft in die Krise gestürzt.

FrankfurtDaimler hat sich trotz der Talfahrt des russischen Automarktes zum Bau eines Pkw-Werkes in der Nähe von Moskau entschlossen. Bis 2019 solle im Industriepark Esipovo ein neues Werk entstehen, teilte der Autobauer am Dienstag mit. In der Fabrik sollen SUVs und E-Klasse-Modelle gefertigt werden. Hierfür investiere Daimler über 250 Millionen Euro und schaffe mehr als 1000 neue Arbeitsplätze. Die Produktionskapazität des Werkes werde sich auf mehr als 20.000 Fahrzeuge im Jahr belaufen, erklärte die russische Regierung.

„Mit einer lokalen Produktion sind wir in Russland näher an unseren Kunden und stärken gleichzeitig die globale Wettbewerbsfähigkeit von Mercedes-Benz Cars“, sagte Produktionschef Markus Schäfer. Russland gehöre nach wie vor zu den absatzstarken Märkten für Mercedes-Benz in Europa.

2016 sei Mercedes in Russland das vierte Jahr in Folge die zulassungsstärkste Premiummarke unter den Automobilherstellern gewesen. Allerdings war der Absatz von Mercedes in Russland im vergangenen Jahr rückläufig, wie auch der Gesamtmarkt. Der russische Automarkt schrumpft seit vier Jahren, 2016 belief sich der Rückgang auf elf Prozent.

Daimler-Chef Dieter Zetsche: „Wir wollen die Köpfe frei machen“

Daimler-Chef Dieter Zetsche

Premium „Wir wollen die Köpfe frei machen“

Daimler ist im Umbruch. Elektro- sollen Verbrennungsmotoren ablösen, Dienstleistungen sollen neue Erlöse bringen. Das geht nur mit einer neuen Führungskultur und schnelleren Entscheidungen, sagt Zetsche im Interview.

Niedrige Ölpreise und die Sanktionen des Westens gegen Russland im Ukraine-Konflikt hatten die russische Wirtschaft in die Krise gestürzt. Doch nun gebe es Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung, auch dank des steigenden Ölpreises und staatlicher Förderung von Krediten, erklärte kürzlich der Wirtschaftsverband AEB (Association of European Businesses). Die Organisation rechnet deshalb mit einem Anstieg des Autoabsatzes um vier Prozent auf 1,48 Millionen Fahrzeuge.

Die Investitionsentscheidung von Daimler stelle das Vertrauen des Autokonzerns in den russischen Markt unter Beweis, erklärte Alexander Morosow, Stellvertretender Minister für Industrie und Handel der Russischen Föderation. Die Region Moskau hofft nach den Worten ihres Gouverneurs Andrej Worobjow, jetzt noch mehr ausländische Unternehmen zu gewinnen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×