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06.01.2010

15:24 Uhr

Automarkt

VW erwartet in Indien ein harter Preiskampf

VonHelmut Hauschild

Der Konkurrenzkampf um Indiens Kleinwagenmarkt zwingt Neueinsteiger Volkswagen zu Preiszugeständnissen. VW hat für seinen Hoffnungsträger Polo deshalb zwei Monate vor dem Verkaufsstart noch immer keinen Preis festgelegt. Dabei sahen die Pläne zunächst ganz anders aus.

VW muss nachziehen Quelle: dpa

VW muss nachziehen

NEU-DELHI. "Wir beobachten weiter die Wettbewerbs- und Währungssituation", sagte VW-Produktionsvorstand Jochen Heizmann dem Handelsblatt bei der Indien-Premiere des Polos auf der Auto Expo in Neu-Delhi.

Weil Wettbewerber wie General Motors, Toyota und Honda mit aggressiven Billigstrategien um größere Marktanteile kämpfen, muss VW nachziehen und will nun erst unmittelbar vor dem Verkaufsstart die Karten auf den Tisch legen. "Wir wollen den Polo preislich so positionieren, dass er ein Erfolg wird, ohne ihn zu verschleudern", betonte Heizmann. Aus Unternehmenskreisen hieß es, das Polo-Basismodell werde voraussichtlich weniger als umgerechnet 7 000 Euro kosten.

Experten sehen Indien neben China als den wachstumsstärksten Automarkt des kommenden Jahrzehnts an. Im Krisenjahr 2009 stieg der Pkw-Absatz in Indien um 16 Prozent auf 1,4 Mio. Fahrzeuge, maßgeblich getrieben vom Kleinwagensegment. Bis 2015 könne sich die Zahl der Neuzulassungen nahezu verdoppeln, sagt der indische Branchenverband Siam voraus.

Doch zugleich ist auch der Preiskampf nirgendwo so hart wie in Indien. General Motors verkündete auf der Auto Expo, seinen neuen Kleinwagen Chevrolet Beat ab 5 000 Euro anzubieten. Die japanischen Autobauer Toyota und Honda stellten auf der Messe neue Modelle vor, die in diesem und dem nächsten Jahr für weniger als 7 500 Euro auf den Markt kommen sollen. Auch Renault und Nissan haben günstige Kleinwagen angekündigt. Der Nano des indischen Herstellers Tata Motors wird ab 1 700 Euro verkauft.

Voraussetzung für das Überleben in diesem Preiskampf ist ein hoher Anteil lokal gefertigter und damit kostengünstiger Zulieferteile. Den Maßstab setzt dabei der japanische Hersteller Suzuki, der mit seiner Tochter Maruti den indischen Pkw-Markt dominiert. Unlängst hat sich VW mit 19,9 Prozent an Suzuki beteiligt. "Das wird uns in Indien helfen", sagte Heizmann.

Bisher nämlich kommt nur die Hälfte der Teile für den Polo aus lokaler Produktion. Zu wenig, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu sein. In zwei bis drei Jahren solle der Polo deshalb zu 75 Prozent lokal gefertigt werden, kündigte Heizmann an. Dazu könne auch die neue Zusammenarbeit mit Maruti Suzuki beitragen. "Wir suchen gemeinsam nach Synergien", sagte der VW-Vorstand. Bis 2014 will VW seinen Marktanteil in Indien von weniger als zwei auf acht bis zehn Prozent steigern.

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