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14.11.2014

09:16 Uhr

Automarkt

VW erwartet langsameres Wachstum in China

Volkswagens China-Chef Heizmann geht von einer Abkühlung des chinesischen Automarktes aus. Auch dort werde es zu „normalen“ Wachstumsraten kommen. Doch China bleibe der größte Hoffnungsmarkt der Autobranche.

VW-Ausstellung in Peking. Der deutsche Autobauer sieht das Ende der traumhaften Wachstumsraten kommen. Reuters

VW-Ausstellung in Peking. Der deutsche Autobauer sieht das Ende der traumhaften Wachstumsraten kommen.

PekingDer weltgrößte Automarkt China wird sich nach Einschätzung von Volkswagen-Vorstand Jochem Heizmann schon 2015 spürbar abkühlen. „Auch dort wird es zu einer Normalisierung kommen. Wenn wir die nächsten fünf Jahre sehen, dann gehen wir davon aus, dass das einstellige Wachstumsraten sein werden, nicht mehr zweistellige“, sagte der für China zuständige Konzernlenker der Nachrichtenagentur dpa und dem NDR in Peking. Dennoch werde das Land weiterhin „auf deutlich höherem Niveau sein, als sonst irgendwo größere Automobilmärkte auf der Welt“. Heizmann hatte in Peking Niedersachsens Regierungschef und VW-Aufsichtarat Stephan Weil (SPD) getroffen. Weil reist derzeit mit einer Wirtschaftsdelegation durch das Riesenreich.

In China verkauft der VW-Konzern schon heute gut ein Drittel (37 Prozent) seiner Pkw und leichten Nutzfahrzeuge. Dort liegt das bisherige Absatzplus der Wolfsburger in diesem Jahr per September bei 15,2 Prozent. Weltweit legten die Verkäufe um 5,3 Prozent zu.

Wie Ferdinand Piëch einen Weltkonzern schuf

1990er-Jahre

1993: Als Ferdinand Piëch im Januar 1993 den Vorstandsvorsitz von VW übernimmt, kämpft der Konzern mit einem Einbruch des Nordamerikageschäfts, hohen Kosten und Verlusten. Der neue Chef holt den Sanierer José Igancio López nach Wolfsburg. Weil der Spanier Betriebsgeheimnisse mitgenommen haben soll, entbrennt ein langwieriger Rechtsstreit mit seinem alten Arbeitgeber General Motors.
1997: Dank Piëchs Internationalisierungsstrategie laufen fast zwei von drei Autos im Ausland vom Band. 
1998: Mit der Übernahme der Marken Bentley (Foto) und Bugatti steigt Volkswagen ins Luxussegment ein. 
1999: Der Lupo kommt als erstes Drei-Liter-Auto auf den Markt. Im gleichen Jahr übertrifft Volkswagen als erster europäischer Hersteller die Schwelle von 100 Millionen produzierten Fahrzeugen

2000

Mit der im Juni eröffneten Autostadt setzt Piëch sich und dem VW-Konzern ein Denkmal in Wolfsburg. 

2001

Mit dem Luxusmodell „Phaeton“ erweitert VW das Oberklassenangebot. Für die Produktion des Kompaktvans Touran wird mit der IG Metall ein eigenes Tarifmodell entwickelt.

2002

Volkswagen übernimmt die schwedische Scania komplett und stärkt damit das Lkw-Geschäft. Der Aufsichtsrat wählt im April des Jahres Bernd Pischetsrieder zum Vorstandschef. Piëch übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat.

2007

Im Januar tritt Martin Winterkorn das Amt des Vorstandsvorsitzenden an. Der VW-Konzern liefert 6,2 Millionen Fahrzeuge aus - so viele wie noch nie zuvor. Insbesondere in China, Brasilien und Osteuropa vermeldet VW Zuwächse von bis zu 32 Prozent im Vorjahresvergleich.

2009

Der von VW gesponserte VfL Wolfsburg gewinnt die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

2011

Volkswagen legt in Silao in Mexiko den Grundstein für ein neues Motorenwerk. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet in den USA das neue Werk in Chattanooga mit einer Jahreskapazität von 150 000 Autos.

2012

VW hält über eine Holding 100 Prozent der Anteile an der Porsche AG, die als eigenständige Marke geführt wird - der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche entsteht.

Dass der China-Anteil für Volkswagen und damit auch die Abhängigkeit von dem Markt weiter zulegen, sei absehbar. „So lange der chinesische Markt stärker wächst als der Durchschnitt der Welt und wir - was natürlich unser Ziel ist - in China den Marktanteil halten wollen, dann ist es Mathematik, dass der Anteil Chinas am Konzern steigt.“

Heizmann verteidigte zudem den Bau des jungen Werks in Urumqi in der Provinz Xinjiang, die wirtschaftlich noch sehr schwach ist. Volkswagen sei vor 30 Jahren als Pionier in das Land gekommen. „Da hat auch niemand eingeschätzt, dass 30 Jahre später China ein so riesiger Markt sein wird mit der Bedeutung, wie er es heute ist“, sagte Heizmann. „Genauso bin ich der Überzeugung: In zehn Jahren wird niemand mehr die Frage stellen, ob es richtig war, jetzt nach Xinjiang zu gehen, jetzt in den Westen zu gehen. Wir sind dort wieder in einer Pionierrolle und es wird sich mittel- und längerfristig auszahlen, da bin ich der festen Überzeugung.“

Von

dpa

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