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13.02.2014

12:29 Uhr

Automatisation

ABB gewinnt trotz weniger Großaufträgen

Obwohl weniger große Aufträge eingingen, kann ABB 2013 zulegen. Der Energietechnikspezi schraubt mit Kleinengagements den Gewinn nach oben, sieht 2014 jedoch als Jahr der Herausforderungen und dimmt die Erwartungen.

Step by Step zum guten Ergebnis – eine Auszubildende lernt in einem ABB-Werk, die Drehbank zu bedienen. Ihr neuer Arbeitgeber kam mit der Strategie gut durch 2013, blickt aber mit gemischten Gefühlen auf die Zukunft. dpa

Step by Step zum guten Ergebnis – eine Auszubildende lernt in einem ABB-Werk, die Drehbank zu bedienen. Ihr neuer Arbeitgeber kam mit der Strategie gut durch 2013, blickt aber mit gemischten Gefühlen auf die Zukunft.

ZürichDer Industriekonzern ABB hat zuletzt weniger Großaufträge an Land gezogen. Diese gingen im vierten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent zurück, wie der Konzern am Donnerstag in Zürich mitteilte. Kunden hielten sich mit Investitionen in große Infrastrukturprojekte zurück. Bei den kleineren Aufträge legte ABB hingegen zu.

Der Energietechnik- und Automatisationskonzern erzielte 2013 einen Rekordumsatz von 41,8 Milliarden Dollar (30,7 Milliarden Euro), ein Plus von sechs Prozent. Der Gewinn legte leicht auf 2,79 Milliarden Dollar zu. 2014 werde ein „herausforderndes Jahr“, gerade mit Blick auf China gebe es viele Unsicherheiten, so Vorstandschef Ulrich Spiesshofer.

Spiesshofer, der neu an der ABB-Spitze ist, dimmt nun die Wachstumsprognose für den Elektrokonzern. „Die Weltwirtschaft entwickelt sich langsamer als erwartet“, sagte der deutsche Manager. ABB hatte sich im Vergleich zu seinen Rivalen Siemens oder Alstom lange Zeit wenig empfindlich gegenüber Konjunkturschwankungen oder technische Unwägbarkeiten gezeigt. Doch zuletzt hatten sich auch die Schweizer hausgemachte Probleme bei Großprojekten eingebrockt.

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Bis 2015 rechnet Spiesshofer wegen der Schwäche der Weltkonjunktur und ausbleibenden Großaufträgen im Durchschnitt über den Planungszyklus lediglich mit einem Umsatzanstieg von vier bis fünf Prozent. Sein Vorgänger Joe Hogan hatte noch ein Plus von bis zu 8,5 Prozent vorhergesagt. Analysten zeigten sich verstimmt. „Der Ausblick ist vorsichtig. Die Reduktion des Umsatzziels 2011 bis 2015 ist unerfreulich, war jedoch aufgrund der vorangehenden Resultate und der schwachen Nachfragelage bei den Großaufträgen absehbar“ urteilte die Zürcher Kantonalbank. Die Kollegen von Merrill Lynch äußerten indes Zuversicht: „Wir glauben, dass weiterhin viele Aufträge ausgeschrieben werden, was auf eine Verbesserung bei großen Bestellungen im Jahr 2014 schließen lässt.“

An den bestehenden Renditezielen hielt Spiesshofer fest. Die operative Marge soll im Schnitt weiter zwischen 13 und 19 Prozent liegen, beteuerte der seit September amtierende Vorstandschef. Das Ergebnis je Aktie werde um jährlich gut ein Zehntel zulegen. Den eisernen Sparkurs wolle er fortsetzen. Die Marschroute in Richtung steigender Gewinne werde „unerbittlich“ verfolgt, sagte der Spiesshofer.

Allein im vergangenen Jahr drückte ABB seine Kosten um 1,2 Milliarden Dollar und konnte so dem Preisdruck für Produkte wie Transformatoren oder Hochspannungsleitungen besser begegnen. Allerdings stagnierte der Gewinn wegen Patzer in der Energietechniksparte bei 1,21 Milliarden Dollar. So verhagelte der Herbststurm Xaver ABB das Schlussquartal, weil der Konzern nicht wie den Kunden versprochen Windparks in der Nordsee ans Netz brachte. Siemens hat aus ähnlichen Gründen bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro verloren. Die Dividende will ABB dennoch leicht auf 70 Rappen je Aktie erhöhen.

Den Expansionskurs seines Vorgängers will Spiesshofer fortsetzen. ABB werde weiterhin „diszipliniert“ zukaufen, sagte er. Allein in den letzten Jahren hatten die Eidgenossen Firmen für gut zehn Milliarden Dollar übernommen und sich weitgehend geräuschlos einverleibt. Durch die Akquisitionen waren die Zürcher vielen Konkurrenten beim Umsatzwachstum davongezogen.

Allerdings wollen sie jetzt Kreisen zufolge Randgeschäfte aus den gekauften Unternehmen loswerden. Demnach stehen vier Sparten vor allem in den USA zum Verkauf. Spiesshofer erklärte, die ABB-Spitze habe eine Strategieüberprüfung abgeschlossen und werde agieren, wo Handlungsbedarf bestehe.

Von

dpa

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