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11.01.2016

15:18 Uhr

Automesse Detroit

Billigsprit befeuert den US-Automarkt

Nach einem Verkaufsrekordjahr in den USA treten die Autobauer in Detroit mit breiter Brust auf. Angeheizt wird der Boom von billigem Sprit. Gut für schwere Auto-Dickschiffe – für deutsche Hersteller aber eher ein Problem.

Die billige Benzin wird den Markt auch 2016 befeuern. Pick-up oder SUV sind die Gewinner der aktuellen Absatzparty. dpa

Partystimmung in Detroit

Die billige Benzin wird den Markt auch 2016 befeuern. Pick-up oder SUV sind die Gewinner der aktuellen Absatzparty.

DetroitBilligsprit-Party und kein Ende: Wenn die Auto-Industrie auf der ersten wichtigen Branchenmesse des Jahres in Detroit ihre neuen Modelle vorstellt, werden einmal mehr benzinschluckende SUV-Geländewagen und Pickup-Trucks im Mittelpunkt stehen. Zwar geben sich die Hersteller – nicht zuletzt angesichts des VW-Abgasskandals – dieser Tage gerne modern und lenken den Fokus auf Innovationen wie Elektromobilität oder Roboterautos. Doch tatsächlich interessieren sich die US-Kunden vor allem für schweres Gerät.

Das harte Durchgreifen der US-Behörden in der Volkswagen-Affäre um manipulierte Abgas-Messwerte könnte den Eindruck erwecken, in den Vereinigten Staaten werde beim Autogeschäft besonders penibel auf die Umweltverträglichkeit geachtet.

VW-Chef in Detroit: Der amerikanische Müller

VW-Chef in Detroit

Der amerikanische Müller

Auf der Automesse in Detroit hat sich Matthias Müller für den Diesel-Skandal entschuldigt und hohe Investitionen im Land angekündigt. Der erste US-Auftritt des Volkswagen-Chefs hatte dabei durchaus amerikanische Züge.

Aber ein Blick auf die Absatzstatistik in der weltgrößten Volkswirtschaft zeigt, dass monströse Pritschen- und Geländewagen mit vergleichsweise hohem Verbrauch voll im Trend liegen. Die meistverkauften Modelle sind alles andere als energiesparende Öko-Fahrzeuge.

„2015 war ein herausragendes Jahr für die Auto-Industrie“, sagt Toyota-Topmanager Bill Fay. Das stimmt zwar, doch würde man unterscheiden zwischen gewöhnlichen Pkw auf der einen und SUV's und Pickup-Trucks auf der anderen Seite, so würde sich ein völlig anderes Bild für den US-Markt ergeben. Nur dank eines 13-prozentigen Absatzplus in letzterer Produktkategorie konnte die Branche mit knapp 17,5 Millionen verkauften Neuwagen ein Rekordjahr verbuchen. Die Nachfrage nach kleineren Fahrzeugen schrumpfte hingegen.

Das schlägt sich in den Verbrauchswerten nieder: Dem Transportation Research Institute der Universität von Michigan zufolge verschlechtert sich die Kraftstoffbilanz der gesamten US-Neuwagenflotte seit August 2014 das erste Mal seit Jahren wieder - und zwar deutlich. Grund sei der Trend weg von effizienteren Kleinwagen hin zu Kleinlastern und SUV's, erklärte Uni-Professor Michael Sivak jüngst in der „New York Times“.

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