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15.01.2013

03:38 Uhr

Automesse Detroit

Der Rostgürtel fährt Luxus auf

Die Automesse in Detroit gilt als Startschuss ins Autojahr – und als eher bodenständig. Doch in diesem Jahr spielen Luxus und PS-Zahlen die erste Geige. Davon profitieren deutsche Autohersteller.

Mehrere Generationen der Chevrolet Corvettes bei der Autoschau in Detroit 2013. AFP

Mehrere Generationen der Chevrolet Corvettes bei der Autoschau in Detroit 2013.

DetroitEs ist eine Parade der PS-Protze, die auf dem Messestand von Mercedes-Benz in Detroit vorfährt. Die E-Klasse als Limousine, Kombi, Cabriolet, Coupé und AMG-Sportversion. Hier in der „Motor City“ Amerikas hat das aufgefrischte Erfolgsmodell der Stuttgarter seinen ersten großen Auftritt.

Und das aus gutem Grund: Die USA haben gerade Deutschland als wichtigsten Einzelmarkt für Mercedes-Benz überholt. Luxus verkauft sich bestens in Amerika. Die deutschen Hersteller reiben sich die Hände.

„Das Premium-Segment ist in den entscheidenden Märkten der Welt immer mehr eine Domäne der deutschen Automobilhersteller“, erläutert Branchenexperte Felix Kuhnert von der Beratungsgesellschaft PwC. Zwischen 2009 und 2012 sei der Gesamtabsatz im Premiumsegment in den USA um 25 Prozent gewachsen, rechnet er vor. Die deutschen Hersteller hätten im gleichen Zeitraum aber doppelt so stark zulegen können. Die Folge: Zuletzt beherrschten BMW, Mercedes-Benz, Audi, Porsche und Co. mehr als die Hälfte des gesamten US-Premiumsegments.

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Während Europa in der Krise steckt, werden die USA zum Hoffnungsmarkt deutscher Hersteller.

Neben China sind die USA der wichtigste Markt für die Deutschen - und die Bedeutung steigt noch. Denn in Westeuropa sind die Aussichten angesichts der Schuldenkrise düster, in vielen Ländern liegt der Automarkt am Boden.

In den Staaten ist die Konkurrenz durchaus gut vertreten. Vor allem die japanischen Hersteller haben es geschafft, die US-Kunden für ihre Nobelkarossen zu begeistern. Toyota hat Lexus, Nissan hat Infiniti und Honda hat Acura.

Größte Autohersteller in den USA

Platz 10

BMW - 348.000 verkaufte Fahrzeuge

Die USA gehören für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Absatz um 14 Prozent zulegen.

Platz 9

Kia - 558.000 verkaufte Fahrzeuge

Die Koreaner sind auf Rang neun abgerutscht. Und das trotz eines Absatzzuwachs von 15 Prozent.

Platz 8

Volkswagen - 596.000 verkaufte Fahrzeuge

Während die Wolfsburger weltweit zu den größten Autoherstellern zählen, haben sie auf dem amerikanischen Markt noch einen großen Abstand zur Spitze. Immerhin legte der Absatz im Jahresvergleich um 34 Prozent zu.

Platz 7

Hyundai - 703.000 verkaufte Fahrzeuge

Neun Prozent mehr Fahrzeuge konnten die Koreaner im Jahr 2021. In den USA bewegen sie sich auf einem Mittelfeldplatz.

Platz 6

Nissan - 1,14 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In den USA erholen sich die Japaner von ihrer Absatzschwäche. Mit einem Wachstum von zehn Prozent festigen sie ihre Position unter den größten Herstellern in den USA.

Platz 5

Ford - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Im Heimatmarkt verkaufen die US-Amerikaner 25 Prozent ihrer Fahrzeuge. Die Verkäufe ziehen leicht an: Ford kommt auf ein Wachstum von sechs Prozent.

Platz 4

Honda - 1,421 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Japaner erobern hauchdünn den vierten Platz in den USA. Der Absatz wurde um 24 Prozent gesteigert.

Platz 3

Chrysler - 1,65 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Chrysler gehörte zu den totgesagten Markten in den USA in Folge des Konjunktureinbruchs 2009. Doch mittlerweile ist der US-Konzern zum Retter geworden – und zwar für die Mutter Fiat. In 2012 gab es ein Plus von 21 Prozent bei den Absatzzahlen.

Platz 2

Toyota - 2,08 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Absatzzahlen der Japaner sind 2012 in den USA regelrecht explodiert. Im Vorjahrsvergleich verkaufte Toyota 27 Prozent mehr Fahrzeuge.

Platz 1

General Motors - 2,60 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Detroit bleibt die Wiege der amerikanischen Autoindustrie - und General Motors führend im Heimatland. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein leichtes Wachstum von vier Prozent.

Methodik

Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in den USA abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Auch die US-Konzerne haben wiederentdeckt, dass sich mit Premium gutes Geld verdienen lässt. General Motors frischt seine legendäre Nobelmarke Cadillac mit neuen Modellen auf, gleiches gilt für Ford mit der einstigen Präsidentenmarke Lincoln.

Die in Auto-Dingen bestens informierte Lokalzeitung „Detroit News“ verstieg sich schon zu der Aussage, dass in den Messehallen auf der North American International Auto Show „Luxus in der Luft“ läge. „Detroit war sonst eher Brot und Butter.“

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Viertürige Sportwagen liegen bei Wohlhabenden im Trend. Der neueste ist der Destino, der in Detroit Premiere hat. Ausgestattet ist der Luxus-Sportler mit Corvette-Antrieb. Und seine Schöpfer tragen klangvolle Namen.

Nun stellen aber selbst Maserati, Bentley und Ferrari ihre teuren Luxusschlitten in der eher tristen Industriestadt vor. Für großes Aufsehen sorgte auch Chevrolet mit einer neuen Auflage der Corvette: Pünktlich zum 60. Geburtstag wurde die siebte Generation des Luxus-Sportwagens enthüllt.

Die „stärkste und sportlichste Corvette aller Zeiten“, jubelte der Hersteller - das passte zum Detroit-Auftakt ins Bild.

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