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09.01.2012

12:05 Uhr

Automesse Detroit

Deutsche Autobauer zünden in den USA den Turbolader

VonCarsten Herz

Viele hatten den Automarkt USA schon abgeschrieben, nachdem China ihn von der Spitze verdrängt hatte. Doch nun glänzt er wieder mit Wachstum. Darauf reagieren deutsche Hersteller - mit neuen Produkten und neuen Werken.

Die Autowelt blickt nach Amerika

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Dieter Zetsche zelebriert die erste große Autoshow dieses Jahres gewohnt feierlich. Noch vor dem heutigen Messeauftakt in Detroit hat der Daimler-Chef mehrere Hundert Gäste ins feine Westin Book Cadillac Hotel geladen, zur Weltpremiere des neuen Mercedes SL. Der Auftritt ist für Zetsche Pflicht: Er weiß, dass Nordamerika trotz des Booms in China noch immer der wichtigste Markt für Luxusautos ist.

Der Markt, der vor zwei Jahren noch eingebrochen war, ist wieder zu einem Sehnsuchtsort für die Deutschen geworden: Nach einer Studie des CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, soll die Produktionskapazität der deutschen Hersteller in Nordamerika von derzeit 965 000 Fahrzeugen bis 2015 auf 1,59 Millionen klettern. VW hat eine Milliarde Dollar in sein 2011 eröffnetes Werk in Chattanooga in Tennessee investiert. BMW und Daimler planen den Ausbau ihrer US-Werke mit neuen Modellen.

Als letzte deutsche Premiummarke will nun auch Audi in den USA produzieren: „Bei mir im Herzen und im Kopf ist die Entscheidung für ein Werk in Nordamerika klar“, sagte Vorstandschef Rupert Stadler dem Handelsblatt. „Es ist keine Frage des Ob, sondern lediglich noch des Wann.“ Intern wird davon ausgegangen, dass Audi im ersten Schritt einen seiner Geländewagen in den USA fertigen könnte – wie es BMW und Mercedes bereits tun.

Die Deutschen lockt nicht nur eine bessere Absicherung gegen Währungsrisiken in die USA, sondern auch das Wachstum, das sie in Europa vermissen. „Wir sind immer noch optimistisch für den US-Premiummarkt“, sagt beispielsweise BMW-Chef Norbert Reithofer. Auch Matthias Wissmann, Chef des Autoverbandes VDA, glaubt: „Die wichtigen Märkte in den USA und in den Schwellenländern werden weiter wachsen – dort sind wir sehr gut positioniert.“ Allein der US-Markt soll bis 2015 um 16 Prozent auf 14,9 Millionen Verkäufe zulegen. Ein Potenzial, das vor allem Hersteller ausschöpfen können, die vor Ort produzieren.

Die Strategie wird nach Ansicht von Experten aufgehen. Laut CAR Center werden die deutschen Hersteller ihren Marktanteil von 7,6 im Jahr 2010 auf 9,9 Prozent 2015 ausbauen. Von den Giganten des US-Marktes sind sie damit immer noch weit entfernt. Während etwa der Volumenhersteller Toyota Ende 2011 in den USA 12,7 Prozent Marktanteil hatte, kam VW nur auf drei Prozent. Audi-Chef Stadler schreckt das nicht: „Das Geschäft in den USA macht uns viel Spaß.“

Kommentare (9)

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anton

09.01.2012, 12:34 Uhr

Die von der Politik gesetzten Maßstäbe für Elektroautos sind verpufft. Sie machen auch keinen Sinn. Es ist dennoch erstaunlich, warum sich PKWs mit Gasantrieb nicht durchsetzen. Sind sie doch umweltfreundliche und allemal günstiger als jede andere Technologie. Durch den geringeren Steueranteil bei Gas wird dieses Thema leider vernachlässigt. Die Autobauer sollten hier von sich aus in die Offensive gehen.

anton

09.01.2012, 12:34 Uhr

Die von der Politik gesetzten Maßstäbe für Elektroautos sind verpufft. Sie machen auch keinen Sinn. Es ist dennoch erstaunlich, warum sich PKWs mit Gasantrieb nicht durchsetzen. Sind sie doch umweltfreundliche und allemal günstiger als jede andere Technologie. Durch den geringeren Steueranteil bei Gas wird dieses Thema leider vernachlässigt. Die Autobauer sollten hier von sich aus in die Offensive gehen.

Jubel_Trubel_Heiterkeit

09.01.2012, 13:02 Uhr

Vorab, ist Carsten Herz der vom Verband der Autoindustrie bezahlte Jubelperser beim Handelsblatt?
Wer solch euphorische Berichte verfasst muß sich sicher nicht mit dem Presserabatt (ja, der wurde von Markwort in seiner jüngsten BR-Sendung bestätigt) begnügen, sondern der hat sicher immer ein Testfahrzeug zur freien und vor allem auch privaten Verfügung, oder?

Nichts gegen ein bißchen patriotische Aufmachung, aber über das Gebotene auf einer Autoshow zu jubeln ist dann doch deplaciert.
Es sind doch gerade diese Messen, auf denen mit viel Aufwand neue Produkte extrem positiv dargeboten werden.
Und zudem gilt es als Umschlagsplatz für Träume und Hoffnungen - bei den Kunden aber vor allem bei den Ausstellern.

Der Kauf ist aber später in einer weit aus nüchterner Atmosphäre beim Händler zu besiegeln. Und spätestens da, sieht man das Auto eben ohne Nutten und Glitzer. Zudem wird einem dort auch ein Preis genannt, der bezahlt werden müßte. Und dann entscheidet sich für den vormals Euphorisierten, ob der Traum auch zu bezahlen ist. Dann ist der Käufer in der Realität gelandet, hoffentlich weich.

Und Realität beudetet für die Branche dann auch nur die Anzahl der verkauften Fahrzeuge. Tja, da ist für die dt. Marken in den USA, mit einem Marktanteil von rund 7%, noch genügend Luft.
Allerdings versuchen doch auch die Mitbewerber den potentiellen Kunden zu blenden. Und wenn alle Anbieter Lockstoffe aussenden, dann wird das am Ende zu keinen großen Veränderungen im Gefüge führen.

Also, schön daß dt. Firmen Ideen und auch irgendwelche Strategien haben, aber abgerechent wird am Jahresende. Und Ideen und Strategien hatten sie doch auch schon in den Vorjahren? Die verkauften Stückzahlen deuten darauf hin, daß man da nicht so erfolgreich war. Und Jubelberichte in dt. Medien werden das USA-Geschäft auch nicht beflügeln.
Also, die Pillen absetzen und wieder auf den Boden kommen.

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