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19.04.2011

06:40 Uhr

Automesse in Shanghai

Chinesen erobern den eigenen Markt zurück

VonFinn Mayer-Kuckuk

Zwar sind deutsche Hersteller im Oberklassesegment sehr stark - doch chinesische Hersteller greifen mit aller Macht an. Auf der diesjährigen Automesse in Shanghai zelebrieren sie mit einer Modellflut ihre neue Stärke.

Der Absatz des Premiummodells Roewe von Shanghai Automotive hat sich im vergangenen Jahr um 77 Prozent gesteigert. Quelle: ap

Der Absatz des Premiummodells Roewe von Shanghai Automotive hat sich im vergangenen Jahr um 77 Prozent gesteigert.

Shanghai

Der chinesische Markt für Luxusautos gehört derzeit noch den Deutschen, keine Frage. Wenn kulturlose Geschäftsleute wie die Bosse von Kohleminen in der Provinz Shanxi in die Großstädte reisen, dann gehört auch ein Stopp im Autosalon dazu. "Ich will auch so einen Wagen mit Pferd!", verkündete kürzlich einer dieser Neureichen bei einem Händler in Peking. Er meinte einen BMW, wie sich herausstellte - die Autos heißen hier "Baoma", Schatzpferd. Details und Preis sind den Kohlebossen egal. Hauptsache, das Prestige stimmt.

Doch während sich westliche Autoanbieter wie BMW, Volkswagen und General Motors noch ihres Absatzerfolgs auf dem chinesischen Markt freuen, spekulieren die einheimischen Hersteller bereits auf die Ablösung der Eindringlinge. "Die Dominanz der westlichen Hersteller ist überwunden", verkündet selbstbewusst Dong Yang, Generalsekretär des Verbandes der Autoherstelller Chinas. "Die Konsumenten hier wollen nicht länger nur ausländische Autos." Der aktuelle Fünfjahrsplan werde den Durchbruch für eigene Forschung und Entwicklung und damit für weltweit mehr Autos aus chinesischer Produktion bringen.

Tatsächlich: Wenn am Donnerstag in Shanghai die Automesse eröffnet, dann werden bessere und schönere Autos aus China zu sehen sein als je zuvor. "Die einheimischen Anbieter haben hart an sich gearbeitet, so dass sie die westlichen Hersteller durchaus ärgern können", sagt Branchenexperte Christian Paul von der Unternehmensberatung Alix Partners. "Die Modelle sehen besser aus und sind in der Qualität zumindest deutlich vorangekommen." Mit dem Geely Emgrand sei es auch erstmals einem chinesischen Anbieter gelungen, das edelere Segment anzugreifen, so Paul. Auch Konkurret Shanghai Automotive verweist mit Stolz darauf, den Absatz für sein Premiummodell Roewe im vergangenen Jahr um 77 Prozent gesteigert zu haben.

Doch der derzeit vermutlich gefährlichste chinesische Angreifer tritt sogar mit einem europäischen Namen auf: Volvo. Im vergangenen Jahr hat die Firma Geely aus Zhejiang das schwedische Traditionsunternehmen übernommen - nun will sie den maximalen Nutzen daraus ziehen. "Wir wollen unsere Wettbewerber im Wachstum übertreffen und so Marktanteile gewinnen", sagt Michael Ning, Vizechef von Volvo China, dem Handelsblatt. Neben Vertrieb, Lokalisierung und Kostensenkungen nennt er die wichtigste Waffe im Konkurrenzkampf: Die Chinesen Verbraucher nehmen Volvo nach der spektakulären Übernahme als eigene Marke wahr - und werden ihr aus Heimatliebe den Vorzug geben, glaubt Ning.

Kommentare (1)

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p.b.

19.04.2011, 10:26 Uhr

Danke, dass Ihr so begierig darauf wart, Euer Wissen mit uns zu "teilen". Jetzt dürft Ihr wieder gehen.
Die Chinesen brauchen uns nicht, deren Markt ist groß genug, um den eigenen Schrott dort loszuwerden ... und die kleinen feinen Sachen, die sie fleißig abgeguckt haben, auch.

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