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18.04.2017

16:39 Uhr

Automesse Schanghai

Daimler ist endlich Klassenbester

VonLukas Bay

Daimler feiert in Schanghai nicht nur die Premiere der frisch überholten S-Klasse, sondern auch sich selbst. Im wichtigsten Automarkt der Welt haben die Stuttgarter die Premiumkonkurrenten endlich hinter sich gelassen.

Für den deutschen Autobauer ist China ein Jungbrunnen. AFP

Daimler-Chef Zetsche in Schanghai

Für den deutschen Autobauer ist China ein Jungbrunnen.

SchanghaiBei der Inszenierung der S-Klasse hat Daimler noch nie gegeizt. Doch vor Beginn der Autoshow in Schanghai präsentieren die Schwaben ihr runderneuertes Flaggschiff besonders pompös. Rund 500 Zuschauer hat der Konzern in eine Halle des Shanghai Expo Center geladen, um die Weltpremiere für das Facelift der S-Klasse zu erleben. Ein Orchester spielt auf, zwei Tänzer liefern sich ein Duell mit Lichtschwertern. Daimler hat schließlich etwas zu feiern.

Pünktlich zum Jahresbeginn haben die Schwaben im ersten Quartal den Titel des größten Premiumautobauers übernommen, sind mit einem Absatzzuwachs von 26,6 Prozent überraschend an BMW und Audi vorbeigezogen. „Dass es so schnell gehen würde, hätten die wenigsten erwartet“, sagt auch Axel Schmidt, Automotive-Experte der Unternehmensberatung Accenture. „Man kann hier von einer beispiellosen Erfolgsgeschichte sprechen.“

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Daimler hat nicht nur Modellpalette und Vertrieb überarbeitet, sondern scheint die Chinesen mittlerweile auch besser zu verstehen. Daimlers China-Chef Hubertus Troska lässt bei der Premiere der S-Klasse gleich zur Begrüßung seinen Charme spielen, beginnt seine Rede auf Chinesisch.

Als er über die drei Streifen der neuen LED-Scheinwerfer spricht, spielt er mit der Nostalgie der Zuschauer. In chinesischen Schulen bekäme der Klassenbeste schließlich ebenfalls eine Schuluniform mit drei Streifen, sagt Troska und blendet ein Bild lachender Schüler ein. Das passt bestens zur Gemütsverfassung des Konzerns. Daimler gefällt sich in Schanghai in der Rolle des Klassenbesten.

Optisch hat sich die S-Klasse kaum verändert. Warum auch? Selbst nach vier Jahren ist das Modell in China derzeit die Nummer eins in der Oberklasse – vor Audi A8 und BMW 7er.

China ist für die S-Klasse wie für den Konzern insgesamt längst der wichtigste Markt weltweit. Nahezu jedes dritte Oberklasse, das die Schwaben weltweit verkaufen, geht nach China. Beim Luxusmodell Maybach sind es sogar rund 60 Prozent. In der aufstrebenden Wirtschaftsnation sind die Autos mit dem Stern ein begehrtes Statusobjekt. Zu den erfolgreichsten Modellen im Markt gehören die C-Klasse und die Stadtgeländewagen GLC und GLA, die lokal gefertigt werden.

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