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02.07.2013

13:53 Uhr

Automobilbranche

Deutscher Neuwagenmarkt schrumpft im ersten Halbjahr

Ob Privat- oder Firmenwagen, die Deutschen sind mit Neuanschaffungen vorsichtig. Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Auto-Zulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. VW verzeichnete die größten Einbußen.

Porsche Sportwagen stehen in der VW Autostadt in Wolfsburg in dem neuen Pavillon. VW lag auch im Juni trotz Einbußen mit seinem Marktanteil weit vor anderen Herstellern. dpa

Porsche Sportwagen stehen in der VW Autostadt in Wolfsburg in dem neuen Pavillon. VW lag auch im Juni trotz Einbußen mit seinem Marktanteil weit vor anderen Herstellern.

Flensburg/BerlinSchwache Bilanz für den deutschen Neuwagenmarkt im ersten Halbjahr: Die Zahl der Auto-Neuzulassungen sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 Prozent auf 1,503 Millionen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag in Flensburg mitteilte.

Die Kunden in Deutschland seien trotz guter Beschäftigungslage und ordentlicher Einkommen verunsichert durch die Eurokrise, hieß es beim Verband der Automobilindustrie. Auch das Firmenwagensegment schwächele. Weil der Rückgang im zweiten Halbjahr 2012 einsetzte, erwartet der Verband in den nächsten Monaten nicht mehr so große Abstände zu den Vorjahreszahlen.

Mehr Autos aus der Steckdose

Ziel

Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf Deutschlands Straßen rollen. Dieses Ziel hatte die Bundesregierung 2009 ausgegeben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigt es seitdem immer wieder. Experten und Manager der Autobranche halten dies jedoch für kaum erreichbar. Mit bestehenden finanziellen Anreizen sei bis 2020 maximal eine Zahl von 600.000 Elektrofahrzeugen denkbar, sagte Henning Kagermann, Chef der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche teilt diese Einschätzung.

NPE

Zur NPE gehören unter anderem Vertreter von Industrie, Wissenschaft und Politik. Momentan sind in Deutschland über 43 Millionen Pkw zugelassen, 2012 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) rund 3000 E-Autos neu zugelassen. Momentan fahren 7100 reine Elektroautos auf Deutschlands Straßen und 65.000 Hybrid-Fahrzeuge mit Elektro- und Kraftstoffmotor.

Bisherige Förderung

In Deutschland sind Elektroautos von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Der Zeitraum für diese Steuerbefreiung wurde im Herbst von fünf auf zehn Jahre ausgedehnt. Danach gilt eine Steuerermäßigung von 50 Prozent. Die Forschung im Bereich Elektromobilität wird vom Staat mit 1,5 Milliarden Euro gefördert. Daneben bezuschusst der Bund auch Wasserstoff als Antriebsform.

Künftige Anreize

In Zukunft sollen Elektro-Dienstwagen steuerlich bevorteilt werden. Daneben will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für Elektroautofahrer neben finanziellen auch andere Anreize schaffen wie beispielsweise Sonderparkplätze oder die Möglichkeit der Benutzung von Busspuren durch Elektroautos. Denkbar sind demnach auch freie Zufahrtsmöglichkeiten für E-Lieferwagen in Innenstädte.

Kaufprämie

Eine direkte Förderung für den Kauf von Elektroautos lehnt die Bundesregierung weiter ab. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) fordert solche Prämien seit langem. Und auch die Grünen haben einen entsprechenden Zuschuss angemahnt.

Im Monat Juni wurden nach Angaben des Bundesamts knapp 283.000 neue Autos angemeldet, das waren 4,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Unter den großen deutschen Marken erlitten Opel (minus 11,0 Prozent), VW (minus 9,0 Prozent) und BMW (minus 7,1 Prozent) im ersten Halbjahr die größten Einbußen. VW lag mit einem Marktanteil von 21,6 Prozent weit vor allen anderen Herstellern.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

02.07.2013, 14:07 Uhr

Leider fehlt in dem Bericht, dass Porsche als einziges Unternehmen seine Zahlen steigern konnte.

Qualität setzt sich halt langfristig immer durch. Gut so.

Account gelöscht!

02.07.2013, 14:13 Uhr

Hat weniger mit Qualität zu tun - auch wenn Porsche Qualität ist.
Der Grund ist der zunhemende Reichtum der Käufergruppe von Porsche.Die Reichen werden immer reicher.

Gleichzeitig sinken oder stagnieren die Einkommen der Käuferschichten der anderen Marken.

Nichts neues!

Hardy

02.07.2013, 14:18 Uhr

Die Reichen tragen in der Regel das Risiko und stellen die Arbeitsplätze. Ein Armer hat mir jedenfalls bisher keinen Job angeboten. Hoffentlich werden in Zukunft noch viel mehr Porsche verkauft.

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