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11.09.2011

13:33 Uhr

Automobilbranche

In Indien gilt „Hauptsache billig“

Von Stefan Mauer

Obwohl der Automarkt in Indien rasend schnell wächst, sind deutsche Hersteller auf dem Subkontinent kaum präsent.  Zu teuer. Die Wagen müssen so billig sein, wie es nur geht.

Der Tata Nano in Mumbai: Der Kleinstwagen des indischen Herstellers verkauft sich gut - er kostet nicht einmal 2500 Euro. Serge Attal / VISUM

Der Tata Nano in Mumbai: Der Kleinstwagen des indischen Herstellers verkauft sich gut - er kostet nicht einmal 2500 Euro.

MumbaiEs gibt nicht viele Orte auf dieser Welt, an denen sich die Menschen nach einem VW Polo umgucken. Doch in den Straßen von Neu Delhi oder Mumbai ist der Kassenschlager aus Wolfsburg eine echte Rarität.

Lediglich die Mercedes S-Klasse, 7er BMWs oder Audi A8 sind gelegentlich zu sehen – auf dem Markt für hochpreisige Luxuswagen haben die Deutschen fast ein Monopol. Doch profitabel wirtschaften lässt sich mit den großen Karossen kaum – schließlich werden im Luxussegment in Indien jedes Jahr nur etwa 15 000 Neuwagen verkauft.

Dabei ist zumindest das Wachstum von Volkswagen in Indien eigentlich ganz beeindruckend. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern hier fast dreimal so viele Pkw wie im Vorjahr verkaufen. Auf der anderen Seite aber ist der Erfolg marginal: Die gut 50 000 verkauften Fahrzeuge machen gerade einmal zwei Prozent des rasant wachsenden Pkw-Markts in Indien aus.

Deutsche Autobauer sind auf dem Markt, der als künftiger Wachstumstreiber gilt, noch immer bemerkenswert unterrepräsentiert. Anders die Konkurrenz aus Japan: Ganze Straßenzüge lang steht in Indien Suzuki-Swift an Suzuki-Swift, das beliebteste Auto des Subkontinents – die Modelle sind nur durch die Farbe unterscheidbar.

Maruti-Suzuki verkauft zurzeit rund eine Million Fahrzeuge pro Jahr und ist damit unangefochtener Marktführer, auf Platz zwei folgt Hyundai mit 350 000, auf Platz drei Tata Motors mit 320 000 Fahrzeugen. Damit teilen die drei größten Anbieter zwei Drittel des indischen Pkw-Markts unter sich auf.

Der Grund für den Erfolg: Die Japaner haben stets darauf geachtet, ihre Produktpalette dem indischen Markt anzupassen. Ein Premium-Segment, wie es in Deutschland in allen Fahrzeugklassen existiert, gibt es dort nicht. Jedenfalls nicht im unteren Preissegment. Die Wagen müssen so billig sein, wie es nur geht.

„Die deutschen Anbieter haben den indischen Autokäufer lange Zeit nicht verstanden“, sagt ein Topmanager eines Autoherstellers in Indien. „Deutsche Ingenieurskunst hat zwar einen hervorragenden Ruf, trotzdem ist kaum jemand bereit, dafür auch den Aufpreis zu zahlen, den die Unternehmen verlangen.

Kommentare (1)

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11.09.2011, 15:24 Uhr

Das ist nichts Neues. Man muß sich nur erinnern, wie Deutschland sich nach dem 2. Weltkrieg motorisiert hat. Die Renner hießen Lloyd (der Plastikbomber), Isetta ( oh ja, ein BMW) oder Goggomobil, usw. Das sind in moderner Form heute die Renner in Indien und anderen emmerging markets.

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