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27.09.2012

19:24 Uhr

Automobilbranche

Renault rechnet mit langer EU-Krise

Der Autobauer Renault warnt vor falschen Hoffnungen. Der Automobilmarkt in Europa werde sich nicht so schnell von der Krise erholen, glaubt Renault-Chef Tavares. Der Konzern setzt deshalb auf die ausländischen Märkte.

Um der aktuellen Krise in der EU zu entgehen, setzt Renault auf die ausländischen Märkte. Reuters

Um der aktuellen Krise in der EU zu entgehen, setzt Renault auf die ausländischen Märkte.

ParisDer französische Autohersteller Renault rechnet nicht mit einer schnellen Erholung des Automobilmarkts in Europa. "Die derzeitige Situation wird noch für mehrere Jahre anhalten, wir haben noch nicht den Tiefpunkt der Krise erreicht", sagte Renault-Chef Carlos Tavares am Donnerstag auf der Autoshow in Paris. Das Vorkrisenniveau werde so schnell nicht mehr erreicht.

Eine gewisse Flexibilität sei deshalb notwendig, um das Unternehmen voranzubringen. "Es ist kein Sturm, vor dem man sich einfach wegducken kann", sagte Tavares. Das Unternehmen müsse sich auf diese neue Realität einstellen. "Der Überlebenskampf ist harte Arbeit." Für das Jahr 2012 rechnet Renault inzwischen mit einem deutlich zweistelligen Absatzrückgang in Europa.

Der Hersteller setzt deshalb auf ausländische Märkte. Außerhalb Westeuropas stehe die Wettbewerbsfähigkeit der Renault-Gruppe Tavares zufolge außer Frage. "In Latein- und Südamerika sowie in osteuropäischen Ländern wie Russland und Ukraine laufen die Geschäfte gut", erklärte der Tavares. Besonders in Indien entwickele sich der Absatz gut, in diesem Jahr würden über 30.000 Fahrzeuge auf dem Subkontinent verkauft. In ein paar Jahren will Renault in den chinesischen Markt eintreten, "so dass man dort gut aufgestellt sei".

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Anders sieht die Situation in Europa aus. "Wir haben dort noch Hausaufgaben zu machen, um gemeinsam mit unseren Partnern die Wettbewerbsfähigkeit insbesondere in Frankreich wiederherzustellen", sagte Tavares, der eine Verbesserung der Kostenstruktur und Profitabilität als wichtige Aufgabe sieht. Werkschließungen schließt er zwar nicht kategorisch aus, allerdings kann er sich auch eine Umstrukturierung der Produktionskapazitäten vorstellen. Um das gut ausgelastete Nissan-Werk in Sunderland zu entlasten, könnte ein Teil der Produktion beispielsweise auch in Frankreich stattfinden.

Von

dapd

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