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08.03.2012

17:50 Uhr

Automobile Zweiklassen-Gesellschaft

Aus zwei Kranken wird kein Gesunder

VonCarsten Herz

Eine Kluft trennt die Autohersteller in Europa. VW, BMW und Daimler setzen Bestmarken, Opel und Peugeot fallen zurück. Für die Verlierer wird es sehr schwer, die Managementfehler der vergangenen Jahre zu korrigieren.

BMW und Co. haben Opel und Co. deutlich abgehängt. AFP

BMW und Co. haben Opel und Co. deutlich abgehängt.

GenfOpel-Boss Friedrich-Karl Stracke ist die Anstrengung der vergangenen Wochen anzusehen. Müde sitzt der 55-jährige Opel-Boss im klimatisierten Beratungszimmer des Autoherstellers auf dem Genfer Autosalon. Stracke übt sich in Zweckoptimismus über die frisch geschlossene Allianz zwischen dem Opel-Mutterkonzern General Motors mit dem französischen Autohersteller Peugeot-Citroën. Er sagt: „Die Partnerschaft birgt enorme Chancen für unsere beiden Unternehmen.“

Und er weiß: Die Opelaner und ihre britischen Kollegen von Vauxhall werden nicht an neuen Einschnitten vorbeikommen. Stracke: „Klar ist, dass aus zwei Kranken kein Gesunder wird. Jeder muss für sich seine Hausaufgaben machen.“

Die in Genf zelebrierte deutsch-französische Partnerschaft ist mehr als nur eine neue Großallianz in der Automobilindustrie. Sie ist ein klarer Beleg dafür, in welchen enormen Problemen diejenigen Kleinwagen stecken, deren Geschäft auf die Heimatregion fixiert ist.

Noch nie war die Kluft zwischen wirtschaftlich erfolgreichen Konzernen und schwächeren Konkurrenten so groß wie heute. Die anhaltende Schwäche des europäischen Automarkts macht den Klassenunterschied nur noch größer. VW, Daimler und BMW erreichten im vergangenen Jahr historische Bestmarken. Auch der Start ins neue Jahr verlief für die drei deutschen Hersteller gut - sie produzieren nahe der Kapazitätsgrenze.

Was Besucher über den 82. Genfer Autosalon wissen sollten

Allgemeines

Der Internationale Automobil-Salon in Genf öffnet seine Tore vom 8. – 18. März 2012 zum 82. Mal für das große Publikum, vorher finden ab Montag, 5. März schon Ausstellerabende, Preisverleihungen und zwei Pressetage statt. Die 260 Aussteller versprechen, insgesamt rund 180 Welt- und Europapremieren zu enthüllen. Als erster großer Automesse auf europäischem Boden kommt dem Salon auch große internationale Bedeutung zu, in jedem zweitem Jahr (wenn keine PKW-IAA in Frankfurt stattfindet, wie 2012) gilt das umso mehr.

Hallenplan & Tipps

Handelsblatt Online hat die Übersicht über die Hallen des 82. Genfer Autosalons schematisch und interaktiv abgebildet. In unserer großen Infografik finden Sie die Standorte der wichtigsten Aussteller und einige Tipps zu besonderen Automodellen, die die Redaktion empfiehlt.

Pavillion Vert

Der Pavillon Vert liegt im grünen, und damit seinem „natürlichen“ Umfeld: Im Park Sarasin, direkt gegenüber dem Haupteingang des Autosalons. Der Blick in den Pavillon und der Gang zu den direkt angegliederten Essais Verts zeigen bei der 82. Ausgabe der Messe, dass „grün“ auch für Hightech vom Feinsten steht, dass sich Star-Designer wie Philippe Starck dem Thema Elektrofahrzeug angenommen haben, und dass zahlreiche bekannte Automobilmarken den Weg von der Planung auf die Strasse in kürzester Zeit vollzogen haben. 20 innovative Aussteller geben sich hier ein betont alternatives Stelldichein.

Neue Autos testfahren

Direkt angegliedert an den zuvor genannten Pavillon Vert bieten ein gutes Dutzend Hersteller allen Besuchern an die 30 Fahrzeuge zum Testen und Vergleichen an, darunter viele elektrisch betriebene. Je nach Marke und Modell steht ein kurzer Rundkurs im Park Sarasin oder eine etwas längere Strecke ausserhalb des Parks zur Verfügung. Die Reservierng erfolgt meist am Stand im Pavillon, zum Teil aber auch an den Hauptständen in den Hallen oder direkt bei den Fahrzeugen.

Anreise

Sehr hilfreich für Fern- und Kurz-Reisende ist die mehrsprachige Website des Autosalons. Am besten dort alle weiteren Links aufrufen.

Link: Weiter gehts hier.

Aussteller auf der Messe

Es empfiehlt sich, den vollständigen Katalog des Messebtreibers mit Suchfunktion zu nutzen.

Link: salon-auto.ch/de/exposants/

Öffnungszeiten und Preise

Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 10 bis 20 Uhr. Samstag und Sonntag von 9 bis 19 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene kostet CHF 16.-, für Kinder von 6 bis 16 Jahren beträgt der Eintritt CHF 9-. Es gibt jedoch auch einen Gruppenrabatt, ab einer Gruppengröße von mehr als 20 Personen, hier beträgt der Preis dann CHF 11- pro Person.

Auskünfte für Touristen

Genève Tourisme
18, rue du Mont Blanc
1201 Genève
Tel. +41 22 909 70 20
Fax. +41 22 909 70 21
E-mail: info@geneve-tourisme.ch
Internet: www.geneve-tourisme.ch
Direkt-Link zur Buchung

Weitere Infos, Kontakt und Links

Die Liste mit allen Ausstellern: Kostenloses PDF-Dokument (öffnet im neuen Browserfenster)

Die Übersicht über die Neuheiten des 82. Autosalons: Kostenloses PDF-Dokument (öffnet im neuen Browserfenster)

Allgemeine Auskünfte: Kostenloses PDF-Dokument (öffnet sich im neuen Browserfenster

Die Website des Genfer Autosalons: www.salon-auto.ch

Wichtige Premieren seit 1905

Exklusive Neuheiten sind das Aushängeschild großer Automessen. Und in Genf gab es in mehr als 100 Jahren davon reichlich. Eine historische Übersicht in Bildern finden Sie hier.

Peugeot-Citroën und Opel hingegen müssen eine Hiobsbotschaft nach der anderen verkünden. Opel machte 2011 einen Verlust von mehr als 700 Millionen Dollar. Peugeot-Citroën verlor in der zweiten Jahreshälfte im Autogeschäft 430 Millionen Euro. Beide Massenhersteller arbeiten an neuen Einschnitten. Warum gibt es diese Parallelwelten? Am Standort kann es nicht liegen. VW, BMW, Opel und Peugeot-Citroën (PSA) haben ihren Stammsitz in Westeuropa und viele Fabriken in ihren teuren Heimatländern.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

08.03.2012, 18:24 Uhr

GM und PSA fehlt das Momentum. Opel hat seit seiner Lopez-Aera und der daraus folgenden Qualitätsmisere und dem Imageverlust keinen Tritt mehr gefunden. Als Opel Geld verdiente wurde es von GM abgesaugt, es blieb nichts für eine strategische Vorsorge.
Als der Imageverlust folgen zeigte durch Marktanteilsverluste sprangen die Marken BMW und Daimler ein, die ihr Sortiment nach unten abgerundet hatten und die Segmente der Opelaner einbrachen. Auch Renault und PSA haben seinerzeit von Opels Debakel profitiert.
Die Defizite, die Opel und PSA haben, wurden durch die Überschuldung der Südstaaten der Eurozone offenbar. Die guten Marktanteile von Opel und PSA in Italien und Spanien brachen ein, als die Finanzkrise begann.
GM wird sich bedeckt halten und sehen ob es Synergien gibt. Wenn es Opel schnell besser geht, wird GM die Anteile an PSA erhöhen, geht es PSA schnell besser dann wir GM Opel und Vauxhall PSA zum Kauf anbieten.
Die Patente und Rechte liegen bei GM. Opel ist praktisch nur eine Hülle mit zweifelhaftem Inhalt.

rudi

08.03.2012, 18:37 Uhr

Marketingfehler, was hat GM aus Opel seit dem 2. Wk gemacht?
Vom "Premiumhersteller" Abstieg zum Lückenfüller, analog dazu Verlust bei den Margen. PSA, sowohl Citroen als auch Peugeot hatten mal wettbewerbsfähige Autos, wenn auch mit kleineren Macken. Heutzutage sind das Hersteller von "Gehhilfen" alles was heute den Kleinwagen überschreitet ist mehr oder weniger Schrott. GM und PSA brauchen eine Qualitätsoffensive für die nächsten 20 Jahre. Was ist mit der engl. Automobilindustrie passiert,bis auf Morgan alle zuerst Pleite danach vom Ausland aufgekauft. Volvo, Saab ähnlich.

Nachwuchs

08.03.2012, 18:46 Uhr

Und wieder war/ist das Management Schuld. Und haben die Herren etwas zu befürchten, außer zusätzliche Boni und Einkommenssteigerungen? habe ich die Meldungen über Ersatz/Haftung überlesen?

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