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07.01.2010

10:12 Uhr

Automobilindustrie

Autohersteller stützen den Handel

VonMarkus Fasse

Mercedes, Audi und BMW zahlen für die verfallenden Restwerte bei Gebrauchtwagen zwei- bis dreistellige Millionenbeträge an ihre Händler. Die Hersteller hoffen, das Schlimmste überstanden zu haben.

Autohändler haben recht gute Zeiten hinter sich. Quelle: dpa

Autohändler haben recht gute Zeiten hinter sich.

München. Die Krise der deutschen Autohäuser kommt die Autohersteller teuer zu stehen. Die massiv eingebrochenen Restwerte von Gebrauchtwagen zwingen die deutschen Autohersteller zum Handeln. Mercedes, BMW und Audi greifen den Händlern mit einem dreistelligen Millionenbetrag unter die Arme. Die Rettungsaktion dürfte in den Bilanzen der Konzerne tiefe Spuren hinterlassen.

"Wir werden unseren Händlern helfen, für Audi gehen wir 2009 von einem zweistelligen Millionenbetrag aus", sagte Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek im Gespräch mit dem Handelsblatt. Zuvor hatte Daimler ein 42 Mio. Euro schweres Hilfspaket für seine Autohändler angekündigt. BMW hat seine Händler 2009 durch Ausgleichszahlungen für verfallene Restwerte und den "Verzicht auf vertraglich vereinbarte Investitionen" um "rund 100 Mio. Euro entlastet", wie ein Sprecher bestätigte.

Die Dramatik am Gebrauchtwagenmarkt zeichnete sich seit langem ab. "Wir haben das Problem fallender Restwerte schon zu Beginn des Jahres 2009 gesehen", sagt Audi-Manager Strotbek. Nach Angaben des führenden Marktforschers Eurotax/Schwacke drohen bis Ende 2010 bei Gebrauchtwagen der oberen Mittelklasse Wertverluste zwischen 12 und 20 Prozent.

Diese Restwerte sind aber der kalkulatorische Eckpfeiler für sogenannte "Leasingrückläufer" aus Firmenflotten, die anschließend auf Rechnung der Autohändler wieder verkauft werden. Den Händlern drohen so ohne Unterstützung der Hersteller Verluste von mehreren Tausend Euro pro Auto. Anders als beispielsweise in Amerika tragen nicht die Autohersteller, sondern in der Regel die Autohändler das Restwertrisiko.

"Die Hersteller müssen sich in irgendeiner Form zu einer Einigung durchringen, sonst kommt es zu einer unkontrollierten Erosion", warnte Robert Rademacher, Präsident des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes bereits im Dezember.

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