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06.07.2011

00:00 Uhr

Automobilindustrie

Continental setzt auf Elektroautos

VonMark Christian Schneider

Der Autozulieferer rechnet mit einem steigenden Bedarf an Sicherheitskomponenten für E-Fahrzeuge. Experten sehen darin die Chance, den Abstand zu Weltmarktführer Bosch zu verkürzen.

Der Autozulieferer Continental bietet vor allem Sicherheitskomponenten an. Quelle: dpa

Der Autozulieferer Continental bietet vor allem Sicherheitskomponenten an.

FrankfurtDer weltweit drittgrößte Autozulieferer, Continental, setzt auf den Wandel zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Elektroautos dürften zwar den Absatz von klassischen Komponenten für Verbrennungsmotoren schmälern. Aber: "Unter dem Strich bieten uns Elektroautos als neue Antriebsfunktion neue Chancen", sagte Ralf Cramer, Mitglied des Vorstands von Continental, dem Handelsblatt.

Von einer steigenden Zahl an Elektroautos dürfte Continental, in Europa die Nummer zwei hinter Weltmarktführer Bosch, überproportional profitieren. Bosch erwirtschaftete zuletzt im Autobereich gut 28 Milliarden Euro Umsatz, Continental 16 Milliarden Euro. Die Schwaben weisen allerdings aufgrund einer größeren Abhängigkeit von Komponenten für konventionelle Verbrennungsmotoren - etwa Einspritzanlagen - aus Sicht von Autoexperte Stefan Bratzel, Professor an der Fachhochschule Bergisch Gladbach, "ein höheres Verwundbarkeitsrisiko als Continental" auf.

Ein wesentliches Betätigungsfeld bei Elektroautos sieht Continental-Vorstand Cramer durch die Reduktion von Gewicht im Auto. Die Fahrzeuge müssen aufgrund der schweren Batterie um 200 bis 300 Kilogramm leichter werden. "Durch leichtere und kleinere Fahrzeuge erhöht sich aber der Bedarf an aktiver Sicherheit - und genau darin liegt unser Schwerpunkt", so Cramer, der bei Continental die Division Chassis & Safety leitet. Der Autozulieferer, bei dem seit zwei Jahren das Familienunternehmen Schaeffler als Mehrheitsaktionär den Ton angibt, bietet Komponenten für die gesamte Sicherheitskette an - von der Bremse bis zum Airbag.

Elektroautos für die Stadt brauchen eine spezielle Sicherheitsausstattung. "Geraten leichtere Fahrzeuge in die Gefahr eines Unfalls, benötigen sie ganz besonders starke Bremsen, um den Aufprall doch noch zu vermeiden", erklärte Cramer. Der Grund: Je leichter und schneller ein Auto ist, desto schwerer lässt es sich abbremsen. Bei Elektroautos sind leistungsfähige Sicherheitssysteme besonders wichtig, denn sie können vom Start weg schnell beschleunigen. Am besten sei es, wenn die Fahrzeuge gleich ein Notbremssystem hätten, so Cramer.

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