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01.06.2011

20:35 Uhr

Automobilindustrie

Daimler und Linde wollen Wasserstoff-Tankstellen bauen

Freie Fahrt für Brennstoffzellen-Autos soll bald möglich sein. Bislang scheitere diese am lückenhaften Wasserstoff-Tankstellenetz. Das wollen Autobauer Daimler und Industriegase-Hersteller Linde jetzt ändern.

Eine Linde-Mitarbeiterin führt das Tanken mit Wasserstoff vor. Quelle: dpa

Eine Linde-Mitarbeiterin führt das Tanken mit Wasserstoff vor.

Das lückenhafte Wasserstoff-Tankstellennetz für Brennstoffzellen-Autos soll in Deutschland aufgepäppelt werden. Der Autobauer Daimler und der Industriegase-Hersteller Linde wollen in den kommenden drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag für den Bau 20 neuer Wasserstoff-Tankstellen investieren, wie die beiden Konzerne am Mittwoch in Stuttgart ankündigten. Mit dem Ausbau von verkehrsgünstig gelegenen, bestehende Tankstellen von Mineralölfirmen werde sich das Wasserstoff-Tankstellennetz bis 2014 mehr als verdreifachen. In Deutschland entstünden so erstmals durchgängige Ost-West- und Nord-Süd-Verbindungen.

Bisher weist das Tankstellennetz für Autos mit Brennstoffzellen noch erhebliche Lücken auf. "Mit dem Ausbau werden erstmals alle Orte in Deutschland mit einem Brennstoffzellen-Fahrzeug erreichbar sein", begründeten Daimler und Linde ihren Vorstoß, über den die Nachrichtenagentur Reuters bereits am Dienstag berichtet hatte.

Die Entwicklung von Brennstoffzellen-Fahrzeuge steckt trotz Milliardeninvestitionen noch in den Anfängen. Daimler baut bisher als einer der wenigen Hersteller solche schadstoffarmen Pkw lediglich in Kleinserie. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte am Mittwoch, die Großserienproduktion werden 2014 beginnen. Die Reichweite dieser Fahrzeuge, die mit Strom fahren und nur Wasserdampf ausstoßen, liegt derzeit bei rund 400 Kilometern. Eine Flotte von Mercedes-Benz-Pkw mit Brennstoffzellen-Antrieb kehrte am Mittwoch von einer Weltumrundung nach Stuttgart zurück. Die Wasserstoff-Betankung unterwegs übernahm Linde.

Mehrere Autohersteller hatten Ende 2009 angekündigt, marktreife Brennstoffzellen-Fahrzeuge bis zum Jahr 2015 zu entwickeln. Parallel dazu soll in Deutschland ein flächendeckendes Wasserstoff-Tankstellennetz zwischen den Alpen und der Nordsee entstehen - dafür sind nach Experteneinschätzung rund 1000 Tankstellen notwendig. Derzeit werden in Deutschland sieben Wasserstoff-Tankstellen öffentlich betrieben.

Zu der Brennstoffzellen-Allianz der Autobauer gehören außer Daimler noch Toyota, Ford, General Motors, Honda Motor, Hyundai Motor, Kia Motors, Renault und Nissan. Beim Aufbau des Tankstellen-Netzes arbeiten unter anderem Linde, der Versorger EnBW sowie die Mineralölkonzerne OMV, Shell und Total zusammen. Die geplanten 20 neuen Wasserstoff-Tankstellen gäben dem Markt einen "wichtigen Impuls", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Von

rtr

/ Stuttgart

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