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23.07.2014

07:55 Uhr

Automobilkonzern

Daimler mit sattem Gewinn

Einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns meldet der Daimler-Konzern. Das Betriebsergebnis des Mercedes-Herstellers legt stärker zu als der Umsatz. Dennoch verlangt der Konzern Zugeständnisse der Mitarbeiter.

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StuttgartDaimler hat dank zahlreicher neuer Pkw-Modelle und Einsparungen den Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft stieg von April bis Juni um zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich binnen Jahresfrist um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. „Wir wachsen profitabel, unsere Strategie trägt Früchte - wir kommen kontinuierlich auf unserem Weg voran“, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch. Mit neuen Modellen wie der S-Klasse und der C-Klasse, dem meistverkauften Mercedes-Modell, und dem Kompakt-Geländewagen GLA hatte die Marke mit dem Stern im ersten Halbjahr einen Rekordabsatz eingefahren.

Der Konzern bekräftigte seine Ziele für das Gesamtjahr. Der Umsatz sowie das Ebit in den Sparten Pkw und Lkw sollen 2014 deutlich steigen. Dazu soll das Ebit aus dem laufenden Geschäft im zweiten Halbjahr höher ausfallen als im ersten, erklärte Finanzvorstand Bodo Uebber. Zetsche hat als Ziel ausgegeben, die Rendite in der Pkw-Sparte mittelfristig auf zehn Prozent vom Umsatz zu steigern. Bis 2020 will Daimler den vor zehn Jahren verlorenen Thron als größter Premium-Hersteller von BMW zurückerobern. Die Volkswagen-Tochter Audi hat allerdings den selben Plan und liegt derzeit knapp vor den Schwaben auf Platz zwei.

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Daimler plant Milliarden-Investitionen in drei deutsche Standorte, verlangt aber im Gegenzug Zugeständnisse der Mitarbeiter. Wie das „Handelsblatt“ berichtet sollen in den kommenden Jahren drei Milliarden Euro in die Standorte Sindelfingen, Stuttgart-Untertürkheim und Gaggenau fließen. Dafür verlange das Unternehmen aber ein Entgegenkommen der Beschäftigten, wie etwa längere Arbeitszeiten.

Mit Einsparungen bei den Lohnkosten möchte die Firma demnach die Kosten über das bisher bekannte Maß hinaus senken – um rund zwei Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren.

Dem eigenen Renditeziel kam Mercedes-Benz Pkw im zweiten Quartal einen Schritt näher: Vom Umsatz blieben 7,9 Prozent als Gewinn hängen. Im Gesamtjahr 2013 waren es 6,5 Prozent. BMW und Audi verdienten im ersten Quartal dagegen 9,5 und zehn Prozent vom Umsatz - das war zwar ein spürbarer Rückgang im Vorjahresvergleich, aber noch immer deutlich mehr als die Daimler Pkw-Sparte schaffte.

Der operative Gewinn fiel besser aus als von Analysten erwartet. Sie hatten im Mittel ein bereinigtes Ebit von 2,39 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 31,75 Milliarden Euro vorhergesagt. Das Konzernergebnis war wegen Sondereffekten mit 2,2 Milliarden Euro nicht mal halb so hoch wie vor einem Jahr. Damals hatte der Verkauf von Aktien des Rüstungs- und Raumfahrtkonzern EADS, der inzwischen Airbus heißt, gut drei Milliarden Euro in die Kasse gespült. Positiv wirkte sich im vergangenen Quartal die Neubewertung des Daimler-Anteils am amerikanischen Elektroauto-Pionier Tesla aus – der Gewinn stieg dadurch um 650 Millionen Euro.

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Kommentare (5)

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Herr Thomas Behrends

23.07.2014, 09:13 Uhr

Wehret den Anfängen!

Es kann den Unternehmen noch so gut gehen; die Raffzähne im Vorstand, die sich für ihre vielfach mittelprächtigen Leistungen fürstlich bezahlen lassen, fordern über die guten Ergebnisse beim Umsatz und Gewinn zusätzlich noch "Entgegenkommen" von Seiten der Belegschaft.

Soll heißen:
Unbezahlte Mehrarbeit, geringe Gehaltssteigerungen (wenn überhaupt), Produktivitätssteigerungen etc.

Seit mehr als 30 Jahren gehört dieses extreme Kostensparen zur Obzession der Wirtschaftsführer, Kaufleute, Betriebswirte.

Das macht Niemanden glücklich; weder die Belegschaft noch wie in manchen Fällen von Nusch bei den (Daimler-Produkten --> siehe die verunglückte Zusammenarbeit mit dem französisch-japanischen Renault-Nissan-Konzern).

Herr Hans Karpf

23.07.2014, 09:52 Uhr

Ist nur die Frage, ob die Gewinne bei Dr. Z. auch Nachhaltig sind. Chrysler hat unter seiner Führung ja auch Gewinne geschrieben, und einige Zeit später hat Chrysler Insolvenz anmelden müssen. Unter Dr. Z. wurden da wohl Buchgewinne erzeugt, die dann wieder zu Buchverlusten sich gewandelt hatten. Daimler hat auch eine teure Modell- und Internationalisierungsoffensive am laufen. Da wurde viel Geld investiert, ob es einen Return gibt, muss sich noch zeigen.

Herr Thomas Behrends

23.07.2014, 10:05 Uhr

Die Bewertbarkeit von Gewinnen und Umsätzen gerade bei Großunternehmen ist nur bedingt nachvollziehbar. Bedingt durch ein komplett vermurkstes Steuerrecht drehen die Bilanzbuchhalter in ihrer unheiligen Allianz mit den Wirtschaftsprüfern die Ergebnisse so hin, dass alle glücklich sind: Investoren, Banken und das sog. Management.

Die Finanzämter, die Bürger unseres Landes sowie die Beschäftigten bei Daimler sind darüber sicher nicht so unbedingt happy!

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