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10.01.2008

10:42 Uhr

Automobilmarkt

VW will in Indien aufholen

VonOliver Müller

Mit massiven Einsatz wollen deutsche Autobauer ihren Absatz in Indien nach oben treiben, das Riesenland wird für sie zum Schlüsselmarkt. Doch die Konkurrenz schläft nicht - besonders die japanische Marken sind VW und Co. deutlich voraus.

Heiß umkämpft: Der Automarkt in Indien. Foto: Reuters

Heiß umkämpft: Der Automarkt in Indien. Foto: Reuters

DELHI. Mit Produkt- und Investitionsoffensiven starten deutsche Autobauer eine Aufholjagd in Indien. Daran lässt ihre Beteiligung an der Auto-Expo in Delhi keinen Zweifel: Bei der größten Branchenmesse des Subkontinents zeigen VW, BMW, Daimler, Audi und Skoda ab heute Präsenz wie nie zuvor. Doch der nach China am schnellsten wachsende Markt der Branche ist bislang fest in der Hand asiatischer Hersteller.

„Indien ist ein Schlüsselmarkt der Zukunft“, meint Andreas Prinz, Leiter des Vertriebs von Volkswagen in Indien und gibt zu: „Aber besonders Japaner wie Honda, Toyota und Suzuki sind für uns harte Wettbewerber.“ Doch sein Konzern steckt sich ehrgeizige Ziele: Mit allen Marken zusammen will die Volkswagen-Gruppe im Lauf des nächsten Jahrzehnts jedes zehnte im Land gebaute Auto verkaufen. Analysten erwarten bis dahin ein Marktvolumen von drei bis vier Millionen PKWs.

Alleine im Vorjahr wuchs der Absatz um 14 Prozent auf 1,4 Mill. Stück. Doch davon konnte VW fast nichts ergattern. Seit einem Jahr werden Passat und Tuareg vertreiben; Mitte 2008 kommt der Jetta hinzu. Außerdem hat Audi gerade mit der Produktion des A6 begonnen, die dieses Jahr um den A4 ergänzt werden soll. All diese Modelle werden aus importierten Bausätzen montiert und sind für die breite Konsumentenschicht viel zu teuer. Dementsprechend bescheiden fallen die Ziele aus: Audi will in drei Jahren 3 000 Wagen verkaufen.

Doch die Nachzügler aus Wolfsburg legen sich ins Zeug: Die Zahl der VW-Händler soll bis Ende 2009 von derzeit drei auf 50 bis 70 anziehen. Dann startet eine neue, 410 Mill. Euro teure Fabrik im westindischen Pune die Produktion, mit einer Anfangskapazität von 110 000 Autos. Dort soll eine neue, für Schwellenländer konzipierte Polo-Variante vom Band laufen. Auch über die Einführung des bislang nur als Prototyp existierenden Kleinwagen Up wird nachgedacht. „Ich bin zuversichtlich, dass wir ein Modell in dieser Größenordung in Indien anbieten werden“, meint Prinz. Kleinwagen dominieren Indiens Markt.

Die VW-Tochter Skoda beginnt dieses Jahr in ihrem Werk in Aurangabad mit der Montage des Fabia. 2009 soll der Kleinwagen in der neuen VW-Fabrik in Pune zusammen mit dem teureren Polo in Vollproduktion gehen. Mit Fabia will Skoda den Absatz in Indien bis 2012 auf 50 000 Stück steigern, von 12 500 im Vorjahr. Außerdem arbeitet die VW-Tochter an einem neuen, für Schwellenländer gedachten Auto. Es soll die Lücke zwischen Fabia und Octavia füllen und 12 000 bis 14 000 Euro kosten.

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