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15.01.2009

14:45 Uhr

Automobilzulieferer

Continental erwägt Kapitalerhöhung

Continental braucht offenbar dringend frisches Geld: Der Automobilzulieferer erwägt eine Kapitalerhöhung in Höhe von einer Milliarde Euro. Das ist nicht die einzige schlechte Nachricht für Aktionäre.

HB HANNOVER. Continental hält zudem Abschreibungen von bis zu einer Milliarde Euro auf den Wert von gekauften Unternehmen (Goodwill) für möglich. Daher sei eine Kapitalerhöhung in gleicher Höhe denkbar, stellte die Sprecherin klar, ohne sich auf einen Zeitplan festzulegen. Es würden alle Optionen geprüft, eine Kapitalerhöhung sei nicht auszuschließen.

Zudem sind die Bedingungen für die Kredite zur Finanzierung der 11,4 Mrd. Euro schweren Übernahme der früheren Siemens-Tochter VDO laut Hippe neu verhandelt worden. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Dezember angekündigt, dass es Nachverhandlungsbedarf gebe, weil Conti die in den Kreditverträgen festgeschriebenen Kennzahlen voraussichtlich im ersten Halbjahr 2009 nicht einhalten könne.

Nun habe man von zwei Drittel der Banken die Zusage für die neuen Kreditbedingungen erhalten. Unterschrieben werden sollen die angepassten Verträge bis Ende Januar, wie die Sprecherin sagte. Demnach müsse Conti den Banken um 135 bis 145 Basispunkte höhere Zinsen bezahlen. Sollte der Autozulieferer seinen Kreditstatus (Investment Grade) verlieren, wären es 200 Basispunkte. Derzeit wird Conti von der Ratingagentur Standard und Poor's (S&P) mit BBB- und von Moody's mit B1 bewertet. Aufgrund der Leitzinssenkung geht das Unternehmen davon aus, dass es 2009 keine substanziell höheren Zinskosten zu tragen hat.

Eine Dividendenzahlung für das abgelaufene und das laufende Jahr bleibt weiterhin unwahrscheinlich. Conti hatte schon im Dezember mitgeteilt, das Unternehmen werde der Hauptversammlung Ende April voraussichtlich eine Aussetzung der Dividende vorschlagen. Gemessen an der letzten Dividende von zwei Euro je Aktie könnten dadurch rund 340 Mio. Euro pro Jahr eingespart werden. Dieses Geld könnte erheblich zum Schuldenabbau beitragen, der oberste Priorität habe. Die neuen Kreditbedingungen verpflichteten das Unternehmen jedoch nicht zum Dividendenverzicht, sagte Hippe.

Von einem Ausfall der Dividende würde in erster Linie der neue Großaktionär Schaeffler getroffen. Nach der Übernahmeschlacht im Sommer hält das fränkische Familienunternehmen nun 49,9 Prozent an Conti. Die übrigen angedienten Aktien wurden an Banken weitergereicht. Große Pakete liegen derzeit bei Sal. Oppenheim und dem Bankhaus Metzler, mit Beteiligungen von jeweils knapp 20 Prozent.

Wegen der Spekulationen um die Kapitalerhöhung stürzten die Conti-Aktien im Vormittagshandel zwischenzeitlich auf einen Tiefstand von 19,68 Euro. Bis zum Mittag erholte sich das Papier auf 20,85 Euro und lag damit aber immer noch mit 15,3 Prozent im Minus. Schaeffler zahlte den Aktionären bei der Anfang Januar vollzogenen Übernahme entsprechend dem im Sommer abgegebenen Angebot 75 Euro je Anteilsschein.

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