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26.06.2013

18:55 Uhr

Automobilzulieferer

Hella erwartet Wachstum nur außerhalb Europas

Europa ist für den Automobilzulieferer Hella kein profitables Gebiet mehr. Ein Personalabbau im Inland droht, konkrete Zahlen fehlen noch. Hella will sich nun mehr Richtung Osten richten – nach China oder Indien.

Ein Mitarbeiter bei Hella in Lippstadt bei der Frontendfertigung von Scheinwerfern. Der Automobilzulieferer Hella legt am Mittwoch in Düsseldorf seine Bilanz vor. dpa

Ein Mitarbeiter bei Hella in Lippstadt bei der Frontendfertigung von Scheinwerfern. Der Automobilzulieferer Hella legt am Mittwoch in Düsseldorf seine Bilanz vor.

DüsseldorfDer Beleuchtungsspezialist und Automobilzulieferer Hella rechnet nicht mit einem Wachstum der Automobilindustrie in Europa. Eine deutliche Zunahme der Geschäfte erwarte das Unternehmen aus Lippstadt etwa in China oder Indien, teilte Hella bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Vor dem Hintergrund eines wachsenden internationalen Geschäfts werde die Beschäftigtenzahl in Deutschland tendenziell eher abnehmen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Rolf Breidenbach. Derzeit seien rund 10 000 von weltweit 29 000 Mitarbeitern im Inland beschäftigt. Beschäftigte hätten bereits Angebote etwa für einen Wechsel in die Altersteilzeit bekommen. Zahlen zu einem möglichen Personalabbau nannte das Unternehmen nicht.

Bei einem weltweiten Umsatzzuwachs um 4 Prozent auf rund 5,0 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2012/2013 (31.5.) ging der Umsatz in Deutschland um 15 Prozent auf 0,7 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 19 Prozent auf 280 Millionen Euro zurück. Zum Jahresüberschuss machte das Familienunternehmen keine Angaben.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Für den Automobilmarkt kündigte der Beleuchtungsspezialist einen Siegeszug der LED-Technik an. Die Sicherheit im Auto könne etwa mit permanentem Fernlicht weiter verbessert werden. Eine Blendung des Gegenverkehrs werde durch den Einsatz neuartiger Technik verhindert.

Derzeit werde die neue Technik jedoch nur in Oberklasse-Fahrzeugen angeboten. Mit einer stärkeren Verbreitung von LED-Leuchten im Massenmarkt sei etwa in drei bis vier Jahren zu rechnen. Eine Umrüstung vorhandener Beleuchtungssysteme auf die LED-Technik sei kaum sinnvoll.

Von

dpa

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