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12.09.2016

17:00 Uhr

Autonomes Fahren

Tesla bremst jetzt auch für Aliens

VonLukas Bay

Nach mehreren Unfällen verpasst Tesla dem Autopiloten eine Generalüberholung. Damit verspricht der Elektropionier mehr Sicherheit beim teilautonomen Fahren. Doch ganz gelöst sind die Probleme dennoch nicht. Eine Analyse.

Die technischen Voraussetzungen für den Autopiloten bleiben auch nach dem Update unverändert. AFP; Files; Francois Guillot

Software statt Sensoren

Die technischen Voraussetzungen für den Autopiloten bleiben auch nach dem Update unverändert.

DüsseldorfEin bisschen Science-Fiction gehört bei Tesla zum Geschäftsmodell. Als die Kalifornier das elektrische SUV Model X vorstellten, versprach Gründer Elon Musk, dass man darin auch einen Angriff mit Biowaffen überleben könne. Und auch für das jüngste Update des Autopiloten hat Tesla ein ausgefallenes Beispiel gewählt, um die neue Sicherheit des Systems zu demonstrieren. Selbst wenn ein Ufo bei schlechtem Wetter auf dem Highway lande, schreibt Musk in einem Beitrag auf dem Firmenblog, seien die Fahrer der Elektroautos sicher.

Das ausgefallene Szenario ist bewusst gewählt, schließlich beschäftigt man sich bei Tesla gerne mit der Zukunft. Dabei war man zuletzt allerdings rüde von Gegenwart eingeholt worden: Bei Unfällen waren Tesla-Fahrer, die mit dem Autopiloten unterwegs waren, verletzt worden oder ums Leben gekommen. Besonders im Fokus stand der Tod eines Tesla-Fahrers aus Florida, der mit seinem Model S in einen Lkw gerast war, weil der Autopilot einen Anhänger als Straßenschild erkannt haben soll. Die US-Verkehrsaufsicht ermittelt. Einige Experten gaben Teslas Autopiloten die Schuld für den Unfall.

Als erster Hersteller hatten die Kalifornier ihren Autos per Software-Update einen semi-autonomen Assistenten aufgespielt. Für 1000 Dollar kann der Tesla seitdem selbstständig überholen, bremsen und beschleunigen. Doch seit der Premiere gab es Kritik am System.

Die Firmen von Elon Musk

Zip 2

Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip 2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis – damals eine Innovation. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Millionen Dollar, Musk erhielt 22 Millionen Dollar.

X.Com

Musk dachte schon länger darüber nach, wie man mit einer Online-Bank die Finanzbranche umkrempeln könnte. Er engagierte die besten Programmierer und gründete 1999 mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 X.Com. Die Firma experimentierte mit radikalen Konzepten und ermöglichte etwa den Versand von Geld per E-Mail.

Paypal

Auch andere entwickelten ein Bezahlsystem fürs Internet – etwa das Start-up Confinity mit seinem Dienst Paypal. Erst konkurrierten X.com und Confinity, dann schlossen sie sich zusammen. Eine große Finanzierungsrunde ermöglichte weiteres Wachstum, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

Space X

Mit dem Geld konnte Musk seine Faszination für den Weltraum ausleben. Die erträumte Marsmission war zunächst unrealistisch, der Unternehmer ließ sich aber 2002 davon überzeugen, eine günstige Rakete zu entwickeln. Heute bietet Space X tatsächlich Raumflüge zu deutlich günstigeren Konditionen an als etwa Boeing oder Lockheed Martin.

Tesla Motors

Das bekannteste Musk-Projekt ist Tesla, auch wenn andere die Firma gründeten und der Macher erst 2004 mit seinem Geld dazu stieß. Zunächst nahm in der Autobranche niemand die Idee eines reinen Elektrofahrzeuges ernst, dank der Ingenieursleistung von Tesla ist das jetzt anders. Bei allem Erfindergeist ist die börsennotierte Firma immer noch nicht profitabel.

Solar City

Weil Solarzellen teuer waren, gründeten Lyndon und Peter Rive 2006 die Firma Solar City. Sie produzierte selbst keine Module, sondern finanzierte die Anlage vorab, so dass die Kunden sie nicht auf einen Schlag bezahlen mussten. Ihr Cousin Elon Musk stieg als Investor ein und war größter Anteilseigner. Die Firma gehört zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA. Im November 2016 stimmten die Aktionäre Musks Plan zu, Solar City durch den Autobauer Tesla übernehmen zu lassen.

Hyperloop

Als Musk vom Eisenbahnsystem enttäuscht war, ersann er eine Alternative: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiteten ein Konzept. Derzeit ist eine Verbindung zwischen Los Angeles und Las Vegas geplant. Kosten: mehr als 8 Milliarden Dollar.

Denn technisch sind die Kalifornier der Konkurrenz nicht voraus, trotz aller Science-Fiction-Rhetorik. In einem Model S sind nicht mehr Sensoren verbaut als in vielen anderen Autos der Oberklasse, wie beispielsweise der Mercedes E-Klasse. Die wichtigsten Daten, mit denen der Autopilot gefüttert wurde, kamen aus den Kameras, die Tesla beispielsweise auch für die Einparkhilfe nutzt und einem Radar, der das System dabei unterstützte. Das sei zu wenig, bemängelten Experten. Tesla versprach Abhilfe.

Doch statt die Hardware zu überarbeiten, wird der Autopilot nun zunächst mit einem Softwareupdate auf den neuesten Stand gebracht. Wichtigste Änderung: Der Radar, der bisher nur als „Unterstützungssensor“ für die Kameras diente, soll nach dem Update die zentrale Rolle einnehmen. Den Umstieg begründet Tesla mit der größeren Verlässlichkeit des Systems. Doch viele Fragen bleiben offen.

Denn Radarsysteme reagieren – wie Tesla selbst schreibt – sehr empfindlich auf Metallteile. So erkennt ein Radar vielleicht ein Ufo; aber auch eine Getränkedose kann zur Vollbremsung führen, weil sie vom Radar als ernsthaftes Hindernis erkannt wird. Ein Problem, das Tesla mit seiner Software lösen will, die dem Radar erlaubt, mehr Daten zu erfassen. Zudem sollen Fahrzeuge Daten untereinander austauschen – und so Gefahren vorab erkennen.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

12.09.2016, 17:32 Uhr

AUTONOMES FAHREN
Tesla bremst jetzt auch für Aliens
von:
Lukas Bay
Datum:
12.09.2016 17:00 Uhr
Nach mehreren Unfällen verpasst Tesla dem Autopiloten eine Generalüberholung. Damit verspricht der Elektropionier mehr Sicherheit beim teilautonomen Fahren. Doch ganz gelöst sind die Probleme dennoch nicht. Eine Analyse.

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Welche Form von Aliens erkennt das System ?

Es kommt doch darauf an, dass wenn " MEIN ONKEL VOM MARS " mich zu Besuch kommt...

nicht von TESLA als Grüne Ampel fälschlicherweise erkannt wird !

:-))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))


Account gelöscht!

13.09.2016, 13:42 Uhr

Ralph S.05.09.2016, 11:33 Uhr
Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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13.09.2016, 13:42 Uhr

Ralph S.05.09.2016, 11:33 Uhr
Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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