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20.07.2014

22:33 Uhr

Autonomes Fahren

Zulieferer ZF sucht Zugang zu neuer Technik

Der Zukauf von TRW Automotive sei eine „ideale Ergänzung“, sagt der Finanzchef vom Autozulieferer ZF Friedrichshafen. Die Vision: Autosteuerung per Roboterhand – und das in Serienreife.

Der Autozulieferer ZF hat seinen Hauptsitz im baden-württembergischen in Friedrichshafen. dpa

Der Autozulieferer ZF hat seinen Hauptsitz im baden-württembergischen in Friedrichshafen.

FrankfurtDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen will sich durch die geplante Übernahme des US-Konkurrenten TRW Automotive Zugang zu neuer Technologie sichern. ZF habe ein breites und wettbewerbsfähiges Produktportfolio in der Antriebs- und Fahrwerkstechnik, sagte Finanzchef Konstantin Sauer im Interview der „Börsen-Zeitung“. „Mobilität ist heute aber viel mehr, gerade wenn wir an Vernetzung und autonomes Fahren denken.“ Hier sei TRW eine „ideale Ergänzung“, sagte Sauer.

In nicht allzu ferner Zukunft sollen Autos weitgehend von Roboterhand gesteuert werden. In der Autoindustrie ist ein Wettlauf entbrannt, um die Technik zum autonomen Fahren zur Serienreife zubringen. TRW bietet unter anderem Video- und Radarsysteme an, die halb-autonomes Fahren ermöglichen sollen. Das Unternehmen aus Livonia im US-Bundesstaat Michigan mit einem Umsatz von umgerechnet rund 12,8 Milliarden Euro stellt zudem Produkte zur Fahrzeugsicherheit her.

Zu den Verhandlungen mit TRW hielt sich Sauer bedeckt. „Wir sind in einem frühen Stadium. Bitte haben sie Verständnis, dass ich ihnen hier keine Zeitschiene nennen kann“, sagte der ZF-Finanzchef. Auch zur Finanzierung der milliardenschweren Übernahme – TRW ist an der Börse derzeit umgerechnet rund 8,5 Milliarden Euro wert – wollte sich Sauer nicht näher äußern.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Einen Verkauf des defizitären Windkraftgeschäfts schloss Sauer aus. „Wir stehen voll dahinter und glauben weiter an das Thema Windenergie“, sagte der 54-Jährige. 2013 hatte sich der Umsatz im Windkraftgeschäft fast halbiert auf 216 Millionen Euro. „Wir wollen spätestens 2015 den Break-even schaffen und im gleichen Jahr auf einen Umsatz von 400 Millionen Euro kommen“, sagte Sauer.

Das Geschäft mit der Windenergie macht nur einen kleinen Teil des Konzerns aus. Insgesamt setzte ZF Friedrichshafen mit seinen mehr als 70.000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 16,8 Milliarden Euro um und erzielte einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 1,7 Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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J. G.

21.07.2014, 20:23 Uhr

Das ist doch keine Vision, sondern ein Alptraum!

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