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08.03.2017

12:00 Uhr

Autosalon Genf

„Diesel und Benziner sind unverzichtbar“

VonStefan Menzel

Gelbe Karte für Donald Trump: In Genf wehren sich die Autobauer gegen Handelsschranken. Sie fürchten um das weltweite Wachstum. An der Dominanz von Benzin und Diesel wollen die Hersteller nicht rütteln.

Die Branche rechnet auch in den kommenden Jahren mit weltweit steigenden Absatzzahlen. AP

Automobilsalon Genf

Die Branche rechnet auch in den kommenden Jahren mit weltweit steigenden Absatzzahlen.

GenfDie Autobranche warnt vor neuen Handelshemmnissen, wie sie etwa in der Administration von US-Präsidenten Donald Trump überlegt werden. Die Fahrzeughersteller seien auf freie Märkte angewiesen, die globale Wertschöpfungskette dürfe nicht unterbrochen werden.

„Die Grenzen müssten eher noch weiter geöffnet werden“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Autoweltverbandes Oica und des deutschen Branchenverbands VDA, am Mittwoch auf dem Genfer Automobilsalon. Die Automobilindustrie stehe für Wachstum. Wenn neue Handelsbeschränkungen eingeführt würden, müsse mit weniger Wachstum in vielen Volkswirtschaften gerechnet werden. „Die Märkte müssen deshalb geöffnet bleiben“, betonte Wissmann. Das Beispiel China zeige, wie eine starke wachsende Autoindustrie ein ganzes Land voranbringe.

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Zugleich wünscht sich die Autobranche eine stärkere Kooperation nationaler Regierungen, wenn Abgasgrenzwerte festgelegt werden. Das Beispiel Kohlendioxid zeige die Probleme, vor denen die global agierenden Automobilhersteller stehen. Vom Jahr 2021 an dürfen die Autos in der EU im Durchschnitt maximal noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer Fahrleistung an die Atmosphäre abgeben. In Japan seien es 105 Gramm, in China 117 und in den USA 119.

„Eine Vereinheitlichung in diesem Punkt wäre wichtig“, sagte Wissmann. Elektroautos würden zwar nach und nach an Bedeutung gewinnen und zunehmend auf den Straßen sichtbar. Doch zugleich werde sich an der Dominanz von Autos mit Verbrennungsmotor so schnell nichts ändern. „Diesel und Benziner sind unverzichtbar“, so Wissmann weiter. Insbesondere der verbrauchsarme Diesel trage zur Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen bei.

Wegen der Abgasskandal bei Volkswagen und wegen möglicher Fahrverbote in Großstädten wie Stuttgart verliert der Selbstzünder unter den Autokäufern jedoch an Vertrauen. In den fünf großen europäischen Automärkten (Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Italien) sind die Verkaufszahlen für Autos mit Dieselmotor im Februar im Jahresvergleich um zwei Prozent gefallen.

Autoexperten wie Arndt Ellinghorst vom Investmentberater Evercore ISI erwarten, dass der Druck auf die Dieselmotorisierung anhalten wird. „Das gilt besonders für größere und reichere Länder mit ausgeprägtem Umweltbewusstsein wie Deutschland“, glaubt Ellinghorst.

Kommentare (1)

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08.03.2017, 12:13 Uhr

Ach Gottchen...Gelbe Karte von den Deutschen Autobauern für Trump....die Deutschen Autobauer wollen doch was von den USA und nicht umgekehrt...die Deutschen Autobauer wollen doch in den USA ihre Autos verkaufen...Trump kann seine eigenen Autos selbst herstellen und verkaufen...Ford, GM....da braucht es keine Deutschen Autobauer und Verkäufer!

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