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12.01.2015

18:02 Uhr

Autoshow Detroit

Höher, schneller, durstiger

VonLukas Bay

Auf dem amerikanischen Automarkt wird gekauft, was groß und kräftig ist. Bei der Autoshow in Detroit dominieren die spritfressenden SUVs und Pickups. Die Zukunft wird wegen der niedrigen Spritpreise vorerst vertagt.

Der Nissan Titan feiert in Detroit seine Premiere. Der V8-Motor kommt auf bis zu 317 PS. dpa

Der Nissan Titan feiert in Detroit seine Premiere. Der V8-Motor kommt auf bis zu 317 PS.

DetroitAutos, die wie von selbst fahren. Autos, die keinen Sprit mehr verbrauchen. Autos, die ihren Fahrer und seine Wünsche kennen. Die Zukunft der Automobilindustrie findet man in den USA nicht mehr in Detroit, sondern in Las Vegas. Auf der Technologiemesse CES zeigten die Hersteller zum Jahresbeginn, wie die Zukunft des Autos aussehen könnte. Hier präsentierte Daimler sein Forschungsmodell F 015, Audi ließ einen A7 über 900 Kilometer völlig autonom in die Wüstenstadt fahren, Toyota schwärmte vom Wasserstoff. Ein wenig Zukunft lag in der Luft.

Doch während man bei Google in Palo Alto am selbstfahrenden Auto bastelt und Tesla das Elektroauto der Zukunft entwirft, zeigt die größte amerikanische Automesse in Detroit, die am heutigen Montag startet, den unverstellten Blick auf die Modelle, die tatsächlich gekauft und nicht nur beworben werden. Und das sind vor allem die großen Spritfresser.

Die profitabelsten Autokonzerne der Welt

Platz 10

Fiat-Chrysler - 2,15 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2013

Durch die Fusion mit dem US-Autoriesen retten sich auch die Italiener in die Gewinnzone. Ohne Chrysler stünde unterm Strich ein Verlust von 188 Millionen Euro.

Platz 9

Nissan - 3,28 Milliarden Euro Gewinn

Die Japaner können beim Gewinn wieder leicht zulegen. Unterm Strich steht ein Plus von etwa zwei Prozent.

Platz 8

Ford - 4,2 Milliarden Euro Gewinn

Der operative Gewinn fällt bei Ford etwa sieben Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Dabei haben die Amerikaner mit dem Pickup F-150 das meistverkaufte Auto in den USA in ihren Reihen.

Platz 7

General Motors - 4,68 Milliarden Euro Gewinn

Eine Rückrufserie erschüttert derzeit das Vertrauen der Amerikaner in ihren größten Autokonzern. 2013 war davon noch nichts zu spüren. Der operative Gewinn legt um 13 Prozent zu.

Platz 6

Honda - 4,87 Milliarden Euro Gewinn

Bei den Japanern sorgt der schwache Yen für Rückenwind im Export. Der operative Gewinn legt um satte 35 Prozent zu.

Platz 5

Hyundai/Kia - 7,16 Milliarden Euro Gewinn

Das koreanische Duo kann beim operativen Gewinn nicht an die Vorjahre anknüpfen. Bei Hyundai sinkt der operative Gewinn um ein Prozent, bei Kia sogar um zehn Prozent.

Platz 4

Daimler - 7,61 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit verpassen die Schwaben das Treppchen nur knapp. Vor allem weil der operative Gewinn bereinigt um den Verkauf der EADS-Aktien um 14 Prozent sinkt.

Platz 3

BMW - 7,99 Milliarden Euro Gewinn

Auch bei den Münchener fällt der operative Gewinn um drei Prozent niedriger aus. Das reich aber immer noch für die Bronzemedaille.

Platz 2

Volkswagen - 11,67 Milliarden Euro Gewinn

Im Zwölf-Marken-Reich des VW-Konzerns geht es auch beim Profit leicht nach vorne. Zwei Prozent Plus stehen markenübergreifend unterm Strich. Für die Spitzenposition reicht das nicht.

Platz 1

Toyota - 16,91 Milliarden Euro Gewinn

Beim Profit kann kein anderer Hersteller den Japanern das Wasser reichen. Im Jahr 2013 steigt der operative Gewinn von Toyota um satte 132 Prozent.

Quelle

Studie von Ernst & Young "Die größten Automobilhersteller weltweit" im April 2014.

Nicht umsonst ist der Ford F-150 - ein 5,31 Meter langer Riesen Pickup - seit 33 Jahren das meistverkaufte Modell des Landes, obwohl das Modell auf 100 Kilometer satte 14 Liter Benzin wegschluckt. Zwar sind auch die Riesen durch den Einsatz von viel Aluminium etwas sparsamer geworden. Doch im Vergleich mit Europa, wo über strenge Grenzwerte für den CO2-Ausstoss diskutiert wird, spielen Umweltgesetzgebung und Verbrauch für den Autokauf in den USA kaum eine Rolle. Durch den Fracking-Boom sind die Ölpreise ohnehin im Keller. Eine Gallone Benzin (ungefähr 3,79 Liter) bekommt man an den US-Tankstellen für 2,20 Dollar. Umgerechnet kostet ein Liter Sprit in den USA darum 49 Cent. Da gibt es wenig gute Argumente, auf ein Elektroauto umzusteigen.

Zur größten Automesse des Landes setzt man bei Daimler darum auch auf ganz andere Premieren als in Las Vegas. Im Zentrum steht der GLE Coupé, ein wuchtiges SUV mit bis zu 585 PS und einem Verbrauch von 11,9 Litern auf 100 Kilometer, das den BMW X6 herausfordern soll. Sparsam ist an diesem Modell nichts. Das muss auch nicht sein. In Detroit regiert nicht die Nachhaltigkeit, sondern der Größenwahn.

Selbst Hersteller wie Nissan und Toyota, die in anderen Märkten für ihre besonders sparsamen Modelle bekannt sind, haben nach Detroit schwere Spritschlucker mitgebracht. Nissan präsentiert den neuen Titan. Ein Pickup, bei dem der Name Programm ist. Toyota legt den Tacoma neu auf. Gemeinsam mit dem Schwestermodell Tundra verkaufen die Japaner mehr als 270.000 Pickups in den USA.

Auch bei den deutschen Premiumautobauern setzt man auf PS und Größe. Audi zeigt den neuen Q7, den größten SUV, den der Hersteller zu bieten hat. Im Vergleich zum Vorgänger ist er fast 400 Kilo leichter geworden, wiegt aber immer noch rund zwei Tonnen. Immerhin: Am Verbrauch haben sie in Ingolstadt aber kräftig geschraubt. Der Benziner, der in den USA einen Großteil der Verkäufe ausmachen dürfte, kommt auf 7,7 Liter Normverbrauch. Ein Plug-In-Hybrid mit einem Verbrauch von 1,7 Litern auf 100 Kilometer soll folgen.

BMW präsentiert die neue 6er-Reihe. Selbst die kleine Tochter Mini hat den "John Cooper Works" mit nach Detroit gebracht. Ein Zwerg mit 231 PS.

Automesse in Detroit

Geländewunder soll VW am US-Markt retten

Automesse in Detroit: Geländewunder soll VW am US-Markt retten

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Mit ihren Modellen schlagen sich die deutschen Premiumautobauer im US-Markt bestens. Gemeinsam haben Audi, BMW, Daimler und Porsche im abgelaufenen Jahr dort fast eine Million Fahrzeuge verkauft. Jedes zweite Premiumfahrzeug, das in den USA einen neuen Besitzer findet, kommt von einem deutschen Hersteller, zeigt eine neue Studie des CAR-Instituts der Uni Duisburg-Essen.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

12.01.2015, 18:18 Uhr

Auf der Autoshow in Detroit regieren die spritfressenden SUVs und Pickups. Die Zukunft wird dank der niedrigen Spritpreise vorerst vertagt.

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CO2 EINSPARUNGEN....WO ?

Aber VW gibt noch einer drauf und macht auf seinen SUV

einen Glasdach drauf...kostet das Auto mehr Geld...

in der Anschaffung als auch beim TANKEN.









Account gelöscht!

12.01.2015, 18:21 Uhr

Dazu:

Schon einmal ein Glasdach in der Produktion eingebaut ?

ODER IN NACHARBEIT ein Glasdach ausgetauscht ?









Herr Peter Noack

13.01.2015, 07:41 Uhr

Mehr spritschluckende Pick Ups in den USA!

Wir werden schon den Ausgleich von Angebot und Nachfrage beim Öl schaffen. Dann haben wir im Juli wieder 100 Dollar für das Fass Öl!

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