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10.01.2011

21:04 Uhr

Autoshow in Detroit

Die US-Autobauer sind wieder da

VonCarsten Herz, Astrid Dörner

Auf der US-Autoshow in Detroit planen die krisengeplagten amerikanischen Autokonzerne Ford, General Motors und Chrysler ihre Wiederauferstehung. Die US-Autobauer präsentieren sich nach der Krise angriffslustig - und wollen der angriffslustigen deutschen Konkurrenz nicht einfach den Markt überlassen. Ganz im Gegenteil.

Mit Optimismus aus der Krise: GM plant das Comeback. dpa

Mit Optimismus aus der Krise: GM plant das Comeback.

FRANKFURT/NEW YORK. John Marshall macht aus seinem Optimismus keinen Hehl. Die heute startende US-Autoshow in Detroit, schreibt der Goldman-Sachs-Analyst in einem Report an seine Kunden, könnte für die US-Autobauer Ford und General Motors (GM) ein entscheidender Treiber für den Aktienkurs werden. "Dieses Jahr wird die Autoshow in Detroit sehr wahrscheinlich wichtiger als die meisten zuvor", glaubt der Experte. Sie lenke, nach einem historischen Absturz im Vorjahr, den Blick der Investoren auf die anhaltende Erholung des US-Automarktes.

Krise? Insolvenzverfahren? War da was? Prägten im vergangenen Jahr noch verwaiste Messestände und gedrückte Stimmung das wichtige Branchentreffen in der US-Autometropole in Michigan, lautet die zentrale Botschaft von Detroit 2011: Die geschrumpften "Big Three", von denen alle außer Ford durch ein Insolvenzverfahren gingen, sind zurück.

Lautstark feiern GM, Ford und Chrysler nach der schwersten Krise seit Jahrzehnten ihre Auferstehung. Die Konzerne haben sich von einem Großteil ihrer Altlasten befreit, sind effizienter geworden und können auf eine veränderte Nachfrage schneller reagieren. Auch für einen derzeit wieder steigenden Benzinpreis zeigen sie sich gerüstet - anders als im Sommer 2008. Damals ließen die Rekordpreise an der Zapfsäule die Nachfrage nach spritschluckenden Pick-up-Trucks und SUVs einbrechen.

Kleine, energiesparende Modelle hatten GM, Ford und Chrysler damals kaum im Angebot. Anders als heute. Seit Dezember ist GMs Elektroauto Chevrolet Volt auf dem Markt. Am Freitag präsentierte Ford sein erstes Elektroauto, den Ford Focus. "Das ist ein wahrer Meilenstein in unserer Firmengeschichte", strahlte Chairman Bill Ford bei der Vorstellung in New York.

Schneller als erwartet haben sich die US-Giganten in den Vereinigten Staaten erholt - trotz der nur sehr langsam anziehenden Konjunktur und der noch immer hohen Arbeitslosigkeit. Der Automarkt ist im vergangenen Jahr auf 11,5 Millionen Autos gewachsen. Alle US-Konzerne haben Marktanteile hinzugewonnen. Ford konnte sogar an dem japanischen Hersteller Toyota vorbeiziehen und hat nun mit 16,4 Prozent den zweitgrößten Marktanteil hinter GM.

Auch bei GM scheint die Welt wieder in Ordnung. Nach einer glänzenden Rückkehr an die Börse im vergangenen November trumpfte der Gigant aus Detroit auf dem wichtigen Heimatmarkt mit einem Plus von 21 Prozent auf - und verteidigte damit seinen Spitzenplatz auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt. "Wir haben 2010 in den USA mit vier Marken 118 000 Autos mehr verkauft als 2009 mit acht Marken", prahlt GM.

Selbst der kleinste der US-Autobauer, Chrysler, verkaufte 2010 knapp 1,1 Millionen Autos, ein Zuwachs von 17 Prozent.

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