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21.03.2011

12:43 Uhr

Autovermieter

BMW steigt mit Sixt ins Carsharing ein

VonFlorian Brückner

Nach Autobauern wie Daimler und Peugeot ist nun auch BMW ins Carsharing eingestiegen. Die Nische wächst beträchtlich und ist vor allem für Elektroautos interessant. Das sieht auch BMW so.

BMW-Entwicklungschef Klaus Dräger erklärt die neue Submarke "BMW i". Quelle: dapd

BMW-Entwicklungschef Klaus Dräger erklärt die neue Submarke "BMW i".

DüsseldorfFrüher war die Welt des Carsharing ganz einfach. Da gab es Kunden, die kein eigenes Auto brauchten oder sich leisten wollten, und da gab es Mobilitätsanbieter wie Stattauto oder Cambio. Aber das hat sich geändert. Seit der schweren Autokrise steigen auch die Autobauer selbst ins Carsharing ein. Daimler, Peugeot - und nun auch BMW.

Während Daimler auf die Expertise des Autovermieters Europcar vertraut, will BMW mit Sixt gemeinsame Wege gehen. Die Münchener haben mit der größten Autovermietung des Landes ein Joint-Venture aufgesetzt. Unter dem Namen Drive-Now sollen in München rund 300 Autos, in Berlin 500 Fahrzeuge vermietet werden. Bis 2020 soll DriveNow weltweit eine Million Kunden akquirieren. Ambitionierte Ziele, aber keineswegs unrealistisch. Carsharing ist in - und wächst. „Es besteht zunehmender Bedarf an flexiblen Mobilitätsangeboten im urbanen Umfeld“, sagte BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson.

Die Zahlen geben Robertson auf den ersten Blick recht. Laut dem Bundesverband Carsharing ist die Zahl der Carsharing-Teilnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr um 20,3 auf 190.000 Nutzer angestiegen. Und Studien wie die der Unternehmensberatung Frost & Sullivan gehen davon aus, dass sich bis 2016 europaweit 5,5 Millionen Menschen gut 77.000 Fahrzeuge teilen werden.

Diesen Markt wollen die Autobauer nicht mehr den klassischen Anbietern überlassen. Und die Wachstumspläne sind nicht nur bei BMW ehrgeizig. Auch Peugeot hat mit seinem Mietkonzept "Mu" (gesprochen: Mü) das Carsharing für sich entdeckt. In europäischen 14 Städten  bietet das Unternehmen der PSA-Gruppe den Service schon an. Nun ist Deutschland an der Reihe. Im Gespräch mit dem Handelsblatt kündigte Jean-Marc Gales, Markenchef von Peugeot an, bis Ende dieses Jahres in den meisten Großstädten an den Start gehen zu wollen. Alles in allem will Peugeot bei 30 teilnehmenden Händlern Autos, Motorroller, Fahrräder und kleinere Transporter der eigenen Marke zur Kurzmiete zur Verfügung stellen.

Während Peugeot also auf die eigenen Händler setzt, verlässt sich BMW lieber auf Sixt. Daimler hat sich mit dem Autovermieter Europcar zusammengetan. Die Stuttgarter sind mit ihrem Projekt “Car 2 go” bereits seit 2008 im Carsharing aktiv . Erst in Ulm und im amerikanischen Austin, von April an dann auch in Hamburg.

Eine Expansion in weitere Städte ist geplant. Denn mit den Erfahrungen aus den ersten zwei Jahren sind die Stuttgarter zufrieden. Die 200 Autos in Ulm seien von gut 21000 Kunden mehr als 450000 mal angemietet worden, bei einer durchschnittlichen Mietdauer von 20 bis 30 Minuten. Für das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fast Company gehört Daimler damit zu den innovativsten Transportunternehmen weltweit.

Und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis sich noch weitere Autohersteller in der schönen Nische neben Daimler tummeln. Opel soll über einen Einstieg nachdenken, Volkswagen prüft wohl bereits. Vor allem in Deutschland könnte sich das lohnen. Die Experten von Frost & Sullivan bescheinigen Deutschland das Potenzial, sich zu einem Schlüsselmarkt fürs Auto-Sharing zu entwickeln - ganz besonders dann, wenn es sich um Elektroautos handelt. Das sieht wohl auch BMW so. DriveNow gehört zur neuen Elektroauto-Submarke “i”. Deren Elektromobile wie etwa der i3 sollen über den Service dann auch vermietet werden.

Kommentare (4)

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Lulu

21.03.2011, 14:27 Uhr

Doch nicht so! Während Carsharing keinen einzigen Berufspendler von der Straße holt, stellt dieses Modell dazu noch die Innenstädte mit Autos der Wenigfahrer zu.
Wie es besser geht, zeigt flinc mit ihrem Dynamic-Ridesharing System. Dabei darf sich die Autoindustrie schon mal warm anziehen 8-)))

CST11

30.03.2011, 10:09 Uhr

Es ist doch nur ein weiterer Versuch von BMW und sicherlich in Zukunft auch von anderen Premiummarken die zu teuren Autos auf den Markt zu bringen. Welche Privatperson oder klein Unternehmer least/kauft sich noch einen 3/5er?

Stefan

10.04.2013, 14:23 Uhr

Ich muss sagen, dass ich die Auto's von DriveNow deutlich besser finde, wie die der anderen Anbieter. Das ist für mich letztlich auch der ausschlaggebende Grund, warum ich dabei bleiben werden. Meine Erfahrungen hab ich auch in meinem Blog ein bisschen beschrieben.

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