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21.07.2011

19:39 Uhr

Europcar-Filiale am Flughafen Hamburg. Quelle: dpa

Europcar-Filiale am Flughafen Hamburg.

HamburgEuropas größtem Autovermieter erwächst durch die eigenen Lieferanten immer mehr Konkurrenz. „Es liegt auf der Hand, dass sich Hersteller stärker mit der Vermietung ihrer Autos befassen“, sagte Europcars Deutschland-Chef Roland Keppler dem Handelsblatt (Freitagsausgabe). Studien zufolge nimmt bei jungen Menschen der Wunsch ab, ein Auto besitzen zu wollen. Fast alle Hersteller proben deshalb neue Mobilitätskonzepte.

Spezialist Europcar will im Wettbewerb mit den Autobauern seine Stärken bei Informationstechnologie und Service ausspielen. „An uns ist es, unseren Vorsprung beim Managen großer Flotten in den Vordergrund zu rücken“, so Keppler. Die Hersteller würden erkennen, dass „das Betreiben einer Flotte andere Kompetenzen erfordere als Autos zu bauen“. So müssten Strafzettel und Unfallschäden abgewickelt werden. 

„Derzeit ist der Markt ordentlich in Bewegung“, sagt Europcars Chef, der die Dynamik nutzen will: „Als Branchenführer sind wir ein begehrter Partner. Weitere Partnerschaften schließe ich grundsätzlich nicht aus.“

Jetzt ziehen die Beteiligten nach hundert Tagen erstmals Bilanz über die Erfahrungen mit dem Projekt car2go, das Daimler und Europcar in Hamburg betreiben. „Mit der Entwicklung des Konzepts sind wir sehr zufrieden. Die Kunden, in der Regel jünger als 36 Jahre alt, sind überwiegend begeistert. Für sie ist das eine neue Form von Mobilität, die zu ihrem flexiblen Lebensstil passt“, sagt Keppler.

Einsteigen und losfahren: Die neuen Mobilitätskonzepte

Einsteigen und losfahren

ArtikelDie neuen Mobilitätskonzepte

In Ulm und um Ulm herum: Wann immer Frank Müller in seiner Heimatstadt keine Lust mehr zum Laufen hat, kann er in ein Auto wechseln. Denn sobald er am Straßenrand einen blauweiß lackierten Smart sieht, reicht schon der Chip auf seinem Führerschein, um den Wagen zu öffnen und zu starten. Und am Ziel lässt er ihn einfach stehen. Müller ist Testkunde beim Daimler-Projekt "Car2go".

In der Hansestadt stehen 300 blau-weiß lackierte Kleinwagen der Daimler-Marke Smart bereit, die minutenweise genutzt und auf jedem Parkplatz in der Stadt für den Kunden kostenfrei abgestellt werden können. Gebucht werden sie via Handy oder Internet.

Nun prüft das Hamburger Joint Venture von Daimler und Europcar eine Ausweitung des auf innerstädtische Bereiche begrenzten Geschäftsgebietes. Zudem bereitet car2go ein Konzept für Firmen vor, das deren Fuhrparks flexibel ergänzen soll.

Vor allem junge Großstädter nutzen der Zwischenbilanz zufolge das Angebot. Fast 60 Prozent der 5000 registrierten Kunden sind jünger als 36 Jahre. Davon nutzen drei Viertel die Smart-Flotte regelmäßig, ein Drittel ist wöchentlich dabei, jeder zehnte Kunde nahezu täglich. Unter dem Strich verzeichnet car2go in Hamburg bislang mehr als 40000 vollautomatische Mieteinsätze.

Von der Zusammenarbeit mit Daimler profitiert Europcar wie erhofft im Kerngeschäft. „50 Prozent der registrierten car2go-Kunden interessieren sich auch für das Angebot von Europcar“, sagt Keppler. Sie nutzen eine Partnerkarte, mit der sie parallel auf die rund 40000 Autos von Europcar hier zu Lande Zugriff haben.

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