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28.01.2014

15:08 Uhr

Autowerkstattkette

Neuer ATU-Chef stellt Standorte auf den Prüfstand

Die ATU-Werkstätten haben bereits eine Sanierung hinter sich und bleiben in einer schwierigen Lage. Der Interimschef will prüfen, wie die einzelnen Standorte aufgestellt sind. Drohen weitere Jobverluste?

Der Eingangsbereich der ATU-Werkstatt in München. Die Autowerkstattkette ist in Deutschland Marktführer. dpa

Der Eingangsbereich der ATU-Werkstatt in München. Die Autowerkstattkette ist in Deutschland Marktführer.

Weiden/FrankfurtBei der Autowerkstattkette ATU könnten nach dem plötzlichen Wechsel an der Unternehmensspitze einzelne Niederlassungen geschlossen werden. „Wir werden alle Standorte nochmals kritisch auf den Prüfstand stellen“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats und Interimschef, Norbert Scheuch, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Nach Informationen aus Branchenkreisen könnte dies das Ende des einen oder anderen Standorts bedeuten, von einem Kahlschlag könne aber keine Rede sein. Eine Schließung einzelner Filialen dürfte wegen eines bis 2018 laufenden Beschäftigungsvertrags nicht einfach werden.

ATU schreibt schon seit längerem rote Zahlen und ringt dabei vor allem mit hohen Mieten. Die knapp 650 Werkstätten kosten nach Angaben der Zeitung im Jahr etwa 115 Millionen Euro an Miete und gehören einer kleinen Zahl von Vermietern, was deren Verhandlungsposition stärkt. Dennoch wolle Scheuch - wie sein Vorgänger - mit ihnen verhandeln. ATU hat bereits eine Sanierung hinter sich und 2.000 Jobs gestrichen. Das Unternehmen ist in Deutschland Marktführer. In 650 Filialen in Deutschland, Österreich, Tschechien, den Niederlanden, Italien und der Schweiz arbeiten rund 12.000 Mitarbeiter.

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Am Montagabend hatte ATU angekündigt, dass der erst im Juni 2013 ernannte Geschäftsführer Hans-Norbert Topp wieder gehen muss. Bis ein Nachfolger gefunden ist, hat nun Aufsichtsratschef Norbert Scheuch den Posten übergangsweise übernommen. Anfang Dezember hatten Eigentümer und Gläubiger eine Restrukturierung und eine umfassende Entschuldung vereinbart.

Der bisherige Eigentümer, der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR), zog sich zurück. Neuer Besitzer ist der bisher größte Anleihegläubiger von ATU, die Investment-Gesellschaft Centerbridge. Wie vereinbart konnte ATU dank der Einigung den Großteil der drückenden Schulden von 765 Millionen Euro abbauen, da die Anleihegläubiger auf Forderungen in Höhe von mehr als 600 Millionen Euro verzichteten und im Gegenzug Anteile an ATU bekamen.

Zudem wurde ATU mit etwa 100 Millionen Euro an frischem Kapital ausgestattet. Der US-Investor Hayfin Capital Management gibt der Firma darüber hinaus einen Kredit über 75 Millionen Euro.

Von

dpa

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