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12.11.2013

14:19 Uhr

Autozulieferer

Autobranche hält Leoni auf Kurs

Leoni-Produkte stecken in Kühlschränken, Flugzeugen und OP-Sälen - und in unzähligen Autos. Der Kabelspezialist macht vor allem mit den deutschen Herstellern gute Geschäfte. Doch beim Gewinn gibt es kräftige Einbußen.

Die Konzernumstrukturierung wird teurer als erwartet. dpa

Die Konzernumstrukturierung wird teurer als erwartet.

MünchenDas stabile Geschäft mit deutschen Autobauern hält den Kabelspezialisten Leoni auf einem leichten Wachstumskurs. Die anhaltend gute Nachfrage nach Bordnetz-Systemen, Kabelsätzen und Leitungen konnte im dritten Quartal den konjunkturbedingt schwächeren Absatz in anderen Industriezweigen ausgleichen, wie das MDax-Unternehmen am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Von Januar bis Ende September legte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dadurch noch um 1,3 Prozent auf knapp 2,93 Milliarden Euro zu.

Weniger stabil präsentierte sich erneut die Ergebnisseite. Unterm Strich brach der Konzerngewinn in den ersten drei Quartalen um mehr als die Hälfte auf 64,1 Millionen Euro ein. Hintergrund waren neben einem Einmaleffekt im Vorjahr hohe Anlaufkosten für neue Bordnetz-Projekte sowie Restrukturierungskosten. So wurde jüngst in Marokko ein Werk mit mehr als 800 Mitarbeitern geschlossen. Hinzu kamen ein mit Blick auf die Margen ungünstiger Produktmix bei Autokabeln und eine geringe Kapazitätsauslastung im Investitionsgüterbereich.

Für das vierte Quartal rechnet Finanzchef Dieter Bellé mit einer besseren Entwicklung, weil die Anlaufkosten zurückgingen und keine weiteren Restrukturierungen geplant seien. Flankiert werde dies von steigenden Umsätzen. Bellé bestätigte die bisherigen Jahresziele, 2016 dürfte Leoni zudem das Umsatzziel von fünf Milliarden Euro erreichen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Die Börse wurde durch den Ausblick wenig besänftigt: Das Papier brach kräftig ein. Am Mittag lag es mit 47,20 Euro um acht Prozent im Minus. Leoni beschäftigt weltweit gut 60 000 Mitarbeiter.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.11.2013, 12:48 Uhr

Ein Unternehmen das auf der Ergebnisseite traditionell sehr, sehr schlecht da steht (sehr wenige % Umsatzrendite), dessen tolle Zukunftserwartungen immer und immer weiter herausgeschoben werden, haussiert seit Monaten an der Börse. Das kann nur Übernahmephanstasie sein. Aber: Wer soll solch einen lendenlahmen Laden denn kaufen?

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