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19.06.2013

20:17 Uhr

Autozulieferer

Bosch will Elektroautoakku-Markt erobern

Bosch hat viel vor: Zusammen mit zwei japanischen Konzernen will der Autozulieferer auf dem Zukunftsmarkt Elektroauto-Akkus starten. Das Gemeinschaftsunternehmen zur Grundlagenforschung soll 2014 starten.

Bosch will mit zusammen mit Japanern auf dem Elektroautoakkus-Markt neu starten. Dafür ist ein Schulterschluss mit Mitsubishi und GS Yuasa geplant. dpa

Bosch will mit zusammen mit Japanern auf dem Elektroautoakkus-Markt neu starten. Dafür ist ein Schulterschluss mit Mitsubishi und GS Yuasa geplant.

StuttgartDer Autozulieferer Bosch unternimmt einen zweiten Anlauf, um den Zukunftsmarkt Elektroauto-Batterien zu erobern. Gelingen soll das nun im Schulterschluss mit den japanischen Konzernen Mitsubishi und GS Yuasa, die bereits Akkus produzieren, wie Bosch am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Der erste Versuch von Bosch, den Markt gemeinsam mit dem koreanischen Konzern Samsung SDI aufzurollen, war an unterschiedlichen Geschäftsplänen gescheitert. Im September vergangenen Jahren zerbrach die Allianz, in die viel Geld geflossen war.

Im zweiten Anlauf will Bosch das Zepter in der Hand und die Ausgaben niedrig halten. Bei dem für das kommende Jahr geplanten Gemeinschaftsunternehmen zur Erforschung und Entwicklung der nächsten Generation von leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien wird Bosch mit 50 Prozent die Führung übernehmen. GS Yuasa und Mitsubishi wollen sich mit jeweils 25 Prozent beteiligen. Größere Investitionen sind zunächst nicht vorgesehen, geplant ist ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag. Die Gemeinschaftsfirma soll ihren Sitz in Stuttgart haben und den drei Partnern auch bei Vertrieb und Marketing helfen.

Bosch im Überblick (Kennzahlen 2012/13)

Gesamtumsatz 2012/13

46 Milliarden Euro

Umsatz nach Bereichen

Kraftfahrzeugtechnik: 30,6 Milliarden Euro
Industrietechnik: 6,8 Milliarden Euro
Gebrauchsgüter: 4,1 Milliarden Euro
Energie- und Gebäudetechnik: 4,6 Milliarden Euro

Umsätze nach Regionen

Europa: 25,5 Milliarden Euro (Deutschland: 10,6 Milliarden Euro)
Nordamerika: 7,8 Milliarden Euro
Südamerika: 1,7 Milliarden Euro
Asien-Pazifik (einschließlich aller übrigen Regionen): 11,1 Milliarden Euro

Forschungsausgaben

etwa 4,5 Milliarden Euro

Mitarbeiter (31.12.2013)

281.381

Ziel sei, unter anderem durch Fortschritte bei der Elektrochemie und den Rohstoffen, den Energieinhalt der für Elektroautos wichtigen Stromspeicher deutlich zu steigern, begründete Bosch den Schulterschluss. Gewicht und Größe der Akkus müssten sinken, um die Reichweite von Elektrofahrzeugen zu erhöhen. Im Fokus stehe daher zunächst nicht die Akquise weiterer Projekte bei den Autoherstellern, sondern die weitere Entwicklung der Technik, sagte ein Bosch-Sprecher. Die Kartellbehörden müssten dem Vorhaben noch zustimmen.

GS Yuasa und Mitsubishi betreiben bereits seit 2007 das Gemeinschaftsunternehmen Lithium Energy Japan, dass Lithium-Ionen-Batterien produziert. Die bei Handys und Werkzeugen üblichen Stromspeicher müssen in Autos gekühlt werden, beim Flugzeugbauer Boeing brannten zu Jahresbeginn einige Akkus.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

20.06.2013, 20:10 Uhr

Wie man das Thema Elektro richtig angeht, zeigt BMW inklusive seiner japan. Kooperation.

Wenn das - wie typisch bei BMW - gut durchdacht ist und dann zeitnah Erfolg bringt, darf sich der Hinterwäldler-Beamtenladen Bosch warm anziehen.

Man verliert dann zudem weitgehend einen Kunden in dem potentiellen Absatzmarkt Elektrifizierung.

Gute Nacht nach Stuttgart zum Verlierermanagement.

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