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05.11.2013

18:37 Uhr

Autozulieferer

Delphi will weiter profitabel wachsen

ExklusivDer US-Autozulieferer Delphi sieht erstmals Anzeichen für eine Stabilisierung des Marktes in Europa. Das Unternehmen will nun mit überdurchschnittlicher Rendite wachsen. Der Umsatz soll wieder steigen.

Delphi sei heute ein ganz anderes Unternehmen als früher, so Konzernchef Rodney O'Neal. ap

Delphi sei heute ein ganz anderes Unternehmen als früher, so Konzernchef Rodney O'Neal.

Düsseldorf/DetroitDer zwischenzeitlich insolvente und 2011 neu an der New Yorker Börse gestartete Automobilzulieferer Delphi macht weitere Fortschritte. „Delphi will nicht einfach groß sein, sondern Wert schaffen“, sagte Konzernchef Rodney O’Neal dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Unser Ziel ist es, mit überdurchschnittlicher Rendite zu wachsen. Der Zielkorridor für die Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegt zwischen 15 und 16 Prozent."

Im laufenden Quartal werde der Umsatz dort wohl wieder steigen, erklärte der Bosch- und Continental-Rivale am Dienstag. Auch der Trend bei der Umsatzentwicklung zeigt aufwärts: Im abgelaufenen Vierteljahr sanken Delphis Erlöse in Europa nur noch um fünf Prozent, nach einem Minus von sieben Prozent im zweiten und von 17 Prozent im ersten Quartal.

Im laufenden Jahr erreichte Delphi ohne Sondereffekte bisher eine Ebitda-Marge von 14,4 Prozent. „Delphi ist heute ein ganz anderes Unternehmen als früher. Wir haben uns beim Neuaufbau an den relevanten Megatrends der Autoindustrie orientiert, allen voran Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Vernetzung“, so O’Neal.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Die Anleger honorieren das. Der Aktienkurs hat sich seit dem Neustart an der Börse im November 2011 auf zuletzt gut 57 Dollar mehr als verdoppelt. Treiber sind Komponenten, die wie Einspritzpumpen den Verbrauch senken oder Systeme, die das Auto sicherer machen und mit dem Internet verbinden.

Die Kundenbasis der ehemaligen General-Motors-Tochter ist heute wesentlich breiter als früher. „Lange entfiel die Hälfte unseres Geschäfts weiter auf GM“, sagte O’Neal. „Heute sind es nur noch 18 Prozent.“ Zweitgrößter Kunde ist Volkswagen mit elf Prozent, gefolgt von Daimler mit sieben Prozent. Unter den zehn größten Kunden finden sich zudem die europäischen Hersteller Fiat, Peugeot und Renault.

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