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12.01.2010

21:37 Uhr

Autozulieferer

Die Hoffnung kehrt zurück

Nach dem Einbruch des Geschäfts 2009 hofft Deutschlands drittgrößter Autozulieferer ZF Friedrichshafen angesichts der Erholung der Märkte 2010 mit wesentlich besseren Geschäften als im abgelaufenen Jahr. Das Unternehmen rechnet für das kommende Jahr mit eindeutig schwarzen Zahlen. Auch der Autozulieferer Schaeffler zeigt sich optimistisch und erwartet nun eine schnellere Rückkehr zum Niveau alter Zeiten.

ZF-Mitarbeiterin in Friedrichshafen. Der Zulieferer glaubt für 2010 an eindeutig schwarze Zahlen. dpa

ZF-Mitarbeiterin in Friedrichshafen. Der Zulieferer glaubt für 2010 an eindeutig schwarze Zahlen.

HB DETROIT. "Wir rechnen mit einem Umsatzwachstum von deutlich über fünf Prozent", sagte Technikvorstand Michael Paul am Dienstag am Rande der Automesse in Detroit. "2010 werden wir eindeutig schwarze Zahlen schreiben", fügte er hinzu. 2009 summierte sich der Verlust früheren Angaben zufolge auf bis zu 400 Mio. Euro.

Trotz des Aufwärtstrends und der guten Stimmung in der Branche ist es nach Pauls Einschätzung noch ein weiter Weg, bis die Märkte wieder auf die Höhe von vor der Krise kommen werden. "Das Niveau von 2007 wird wohl erst 2013 wieder erreicht", sagte Paul. Daher sei es möglich, dass ZF Friedrichshafen auch 2010 Kurzarbeit in einzelnen Werken fahren werde. Auf lange Sicht werde ZF stark vom Trend hin zu verbrauchsarmen Antriebsarten profitieren, da das Unternehmen Schlüsselkomponenten dafür liefere.

Schaeffler erwartet schnellere Rückkehr zu alten Zeiten

Der Autozulieferer Schaeffler erwartet angesichts positiver Signale vom US-Automarkt dagegen eine schnellere Rückkehr zu alten Zeiten. „Im Herbst 2009 hatten wir gesagt, es wird vier Jahre dauern, bis wir wieder das Niveau von 2007/08 erreichen“, sagte der Chef der Automotive-Sparte, Peter Pleus, mit Blick auf die Geschäfte des dominierenden Firmenbereichs. „Jetzt glaube ich, wir werden da eventuell schon 2012 sein“, erklärte er am Dienstag im Reuters-Interview am Rande der Automesse Detroit. Schaeffler profitiere von der wachsenden Nachfrage nach Technologie für sparsame Antriebe. „Wir werden weiterhin stärker als der Markt zulegen“, stellte Pleus in Aussicht.

Für den US-Markt rechnet Schaeffler mit einem Wachstum des Autoabsatzes auf elf bis zwölf (2009:10,4) Mio. Autos. „In China erwarten wir ein Wachstum von zehn Prozent plus minus ein bisschen was“, sagte Pleus. In Europa sei hingegen mit Stagnation zu rechnen. Dabei halte die Auffüllung der in der Krise leer geräumten Lager im ersten Halbjahr noch an. „Was im zweiten Halbjahr kommt, ist schwer zu sagen“, erklärte Pleus.

Der Preisdruck, den Autohersteller auf Zulieferer ausübten, sei ungebrochen stark. „Manche sind derzeit allerdings kooperativer als vorher - aber bestimmt nicht alle“, sagte Pleus.

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