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05.08.2015

16:40 Uhr

Autozulieferer

Elring-Klinger bleibt trotz Gewinnrückgang optimistisch

Der Autozulieferer Elring-Klinger macht im ersten Halbjahr weniger Gewinn – trotz steigendem Umsatz. Die „ehrgeizige“ Jahresprognose erhält das Unternehmen aber aufrecht. Die Auslastung stimmt.

Der Autozulieferer bleibt bei seiner Jahresprognose. dpa

Fertigung bei Elring-Klinger

Der Autozulieferer bleibt bei seiner Jahresprognose.

FrankfurtHöhere Produktionskosten und geringe Nachfrage nach Teilen für Elektroautos haben den Gewinn des Zulieferers Elring-Klinger schrumpfen lassen. Trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs sank das Vorsteuerergebnis von April bis Juni um rund drei Millionen auf 38 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab. Der Erlös legte dank Euro-Schwäche und Zukäufen 14 Prozent auf 380 Millionen Euro zu.

Vorstandschef Stefan Wolf bekräftigte das Gewinnziel von 165 Millionen Euro im Gesamtjahr. „Das ist ziemlich ehrgeizig“, ergänzte er. Doch sei es angesichts der guten Auftragslage zu schaffen. Der Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass sich der Markt in China nur etwas abkühlt, aber nicht einbricht. Das langsamere Wachstum der Pkw-Nachfrage sei keine Katastrophe und gebe keinen Anlass zu Panik, betonte Wolf.

An der Börse verteuerten sich die Elring-Klinger-Aktien um mehr als vier Prozent, denn der Markt hatte mit einer erneuten Gewinnwarnung gerechnet. Die operative Rendite sank im ersten Halbjahr um fast drei Prozentpunkte auf 10,2 Prozent. Damit verdient der Weltmarktführer für Zylinderkopfdichtungen deutlich mehr als die deutschen Autozulieferer im Schnitt, die im vergangenen Jahr gut sieben Prozent einfuhren.

Mittelfristig peilt Wolf eine Marge von 15 Prozent an, die das Unternehmen aus dem schwäbischen Dettingen vor einigen Jahren schaffte. Die Anleger glaubten aber nicht mehr, dass dies gelinge, schrieb Analyst Holger Schmidt von der Equinet Bank.

Elring-Klinger leidet Wolf zufolge derzeit eher unter zu viel als zu wenig Arbeit. Der Auftragsbestand lag Ende Juni mit 786 Millionen Euro gut ein Fünftel über dem Vorjahresniveau. In einigen Werken werde an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr gearbeitet. Die Lohnkosten stiegen wegen Zuschlägen für Wochenendschichten, und auch Frachtkosten gingen in die Höhe. Im ersten Halbjahr lagen die Kosten deshalb neun Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.

Der Auftragsstau werde aber abgearbeitet: Ab dem dritten Quartal seien keine Sonntagsschichten mehr notwendig. Zudem macht die Aufwertung des Franken den Tochterunternehmen in der Schweiz zu schaffen. Die Gehälter wurden deshalb schon gekürzt.

Defizitär ist noch immer die Sparte Elektromobilität, da sich die emissionsarmen batteriebetriebenen Autos kaum verkaufen. Elring-Klinger stellt unter anderem Zellverbinder-Kontaktsysteme für Batterien her. Im abgelaufenen Quartal fielen 1,4 Millionen Euro Verlust an. In den kommenden fünf Jahren sei kaum mit einem Gewinnbeitrag zu rechnen, sagte Wolf.

Von

rtr

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