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30.01.2014

17:44 Uhr

Autozulieferer

Entscheidung für neuen Schaeffler-Chef naht

Die IG Metall ist sich sicher: Schon bald wird der neue Chef des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler gekürt – und damit der Wunschkandidat Klaus Deller. Im Unternehmen selbst hüllt man sich noch in Schweigen.

Hauptsitz der Schaeffler GmbH in Herzogenaurach: Die Anforderungen an den neuen Mann an der Spitze beschrieb der bayerische Gewerkschaftschef mit den Worten: „Durchwursteln wird nicht gehen.“ dpa

Hauptsitz der Schaeffler GmbH in Herzogenaurach: Die Anforderungen an den neuen Mann an der Spitze beschrieb der bayerische Gewerkschaftschef mit den Worten: „Durchwursteln wird nicht gehen.“

MünchenNach monatelangen Verhandlungen will der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler nach Angaben der IG Metall in Kürze seinen Wunschkandidaten Klaus Deller zum neuen Chef ernennen. Nur Deller, derzeit Vorstandsmitglied beim Fahrzeugzulieferer Knorr-Bremse, sei aus heutiger Sicht im Gespräch, sagte Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der Gewerkschaft in Bayern und Mitglied im Schaeffler-Aufsichtsrat, am Donnerstag in München. „Es wird eine Entscheidung geben in den nächsten Wochen.“

Schon im Herbst, als der langjährige Vorstandschef Jürgen Geißinger bei dem Familienkonzern seinen Hut nehmen musste, wurde Deller als Nachfolger gehandelt. Von Schaeffler war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Knorr-Bremse wollte sich ebenfalls nicht äußern.

AR-Mitglied Wechsler sagte, Schaeffler als technikgetriebenes Unternehmen wolle an der Spitze „jemanden, der eine Kupplung aus dem Effeff erklären kann“. Dem IG-Metall-Chef zufolge bekommt die Zustimmung der Arbeitnehmerseite nur ein Kandidat, „der am Kurs und der bisherigen Strategie“ festhält. Schaeffler brauche viele Investitionen und große Fertigungstiefe, sagte Wechsler.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Mit ihm habe sich Deller bereits getroffen, in den nächsten Wochen werde er sich intern vorstellen. Den Job als Schaeffler-Vorstandsvorsitzender werde der Manager „nicht vor Juni, Juli“ antreten. Die Anforderungen an den neuen Mann an der Schaeffler-Spitze beschrieb der bayerische Gewerkschaftschef mit den Worten: „Durchwursteln wird nicht gehen.“ Der Zulieferer müsse stark bleiben und sein Verschuldungsproblem in den Griff bekommen, sei es durch den weiteren Verkauf von Continental -Aktien oder mit Hilfe eines strategischen Investors. Einen Börsengang nannte er nicht als Option.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

30.01.2014, 18:21 Uhr

....da wäre dann auch noch der Herr Reitzle, der seit Monaten allerei zu tun hat (auch bei Schäffler) und bei Linde offenkundig seine Arbeit vorzeitig ruhen läßt - siehe die super Performance des Linde Aktienkurses.

tree

03.02.2014, 18:14 Uhr

Ich hätte gerne erfahren, ob die Kündigungen der Mitarbeiter, die perfiden Abmahnungen sowie zahlreiche Änderungskündigungen bei Schaeffler aufgrund der verkorksten Conti-Übernahme im Jahr 2009/10 überhaupt rechtens waren? Und welche Rolle hat dabei die IGMetall wirklich gespielt?

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