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04.05.2013

14:11 Uhr

Autozulieferer

Magna plant Stellenabbau in Europa

Der schwächelnde europäische Automarkt wird bei Magna erste Opfer fordern: Konzernchef Walker spricht von „Anpassungen“, die vorgenommen werden müssen. Möglicherweise wird ein ganzes Werk „angepasst“.

Ein Magna Werk in Meerane, Sachsen: Der Konzern will in Europa Kosten sparen. ap

Ein Magna Werk in Meerane, Sachsen: Der Konzern will in Europa Kosten sparen.

FrankfurtDer kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna will angesichts des schwachen Automarktes in Europa die Belegschaften in seinen europäischen Werken reduzieren. „Wir müssen sicherlich Anpassungen vornehmen. Wir schauen zurzeit beispielsweise, welche Teile wir hier nah am Kunden in Europa fertigen müssen und welche Komponenten wir aus anderen Teilen der Welt hierher transportieren können“, sagte Konzernchef Donald Walker der „Wirtschaftswoche“. Auch in den USA müssen sich die Beschäftigten auf Stellenabbau einstellen. „Anpassungen wird es auch in Nordamerika geben müssen.“

Walker sieht keine Lösung für das derzeit schwach ausgelastete Magna-Werk im österreichischen Steyr. „Das Entscheidende ist, dass wir für das Werk weitere Aufträge brauchen, etwa mit Stückzahlen von 20.000 bis 30.000 aber auch von 70.000.“ Dabei hofft Walker offenbar auf Aufträge großer Hersteller für die Produktion von Elektrofahrzeugen. „Wir investieren viel in den Leichtbau von Fahrzeugen, aber auch in die Entwicklung von Batteriepaketen.“ Für Ford in Nordamerika habe Magna an der Elektrifizierung des Focus mitgewirkt. „Wir können unter anderem auf diesen Feldern für die großen Hersteller ein wichtiger Partner sein.“

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Allerdings erwartet Walker vom Grazer Werk eine Absenkung der Kosten. „Klar ist, wir müssen am Standort Graz effizienter werden. Österreich ist ein Hochlohnland.“

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

05.05.2013, 21:23 Uhr

Stellenabbau bedeutet weniger Energieverbrauch bei der Produktion, im Büro und bei den Mitarbeitern, die nicht mehr mit dem Auto zum Dienst fahren (pendeln) müssen. Das bedeutet zugleich eine große Menge CO2-Einsparung. Ist doch gut für den Klimaschutz, oder etwa nicht?
Alina Alanka

ALFRED

09.05.2013, 12:02 Uhr

Alina,

dieser zynische Schwachsinn ist durch nichts mehr zu
überbieten!

Ihre Einlassung weitergedacht, würde bedeuten, alle Ar-
beitsplätze abzuschaffen, besonders die produktiven.
Kein Licht, keine Heizung, keine Fahrten mit Auto, Bus
oder Bahn. Sieht so Ihr grünes (besserverdienendes) Pa-
radies aus?
Wer zahlt dann Ihre grün-geplante Steuererhöhungsorgie?

Da hat Ihr Idol, der grün-getarnte ehemalige KBW-ler
Jürgen Trittin doch mehr Verstand.
Gut ist nur, daß dem Wahlvolk zunehmens bewußt gemacht
wird, wieviel Alt- und Neu-Kommunismus unter der grü-
nen Tarnflagge agiert!

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