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13.07.2012

13:44 Uhr

Autozulieferer Mahle

Übernahme von Behr wegen Kartellverfahrens aufgeschoben

Die Übernahme des Autozulieferers Behr durch seinen ortsansässigen Konkurrenten Mahle verzögert sich. Grund ist ein Kartellverfahren, das gegen Behr eingeleitet wurde. Auch in den USA wird ermittelt.

Autozulieferer Mahle schiebt die Übernahme des Konkurrenten Behr wegen eines Kartellverfahrens auf. dpa

Autozulieferer Mahle schiebt die Übernahme des Konkurrenten Behr wegen eines Kartellverfahrens auf.

StuttgartDer Stuttgarter Autozulieferer Mahle schiebt die für Anfang nächsten Jahres vorgesehene Übernahme der Mehrheit an seinem ortsansässigen Konkurrenten Behr auf. Gegen Behr sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Verhaltensweisen eingeleitet worden, teilte der bereits an Behr beteiligte Mahle-Konzern am Freitag mit.

Bei mehreren Herstellern thermischer Systeme für Automobile, darunter Behr, habe die Europäische Kommission im Mai eine Nachprüfung veranlasst. In den USA hätten die Justizbehörden ebenfalls Ermittlungen gestartet. Mahle sei selbst von diesen Kartell-Untersuchungen „in keiner Weise betroffen".

Das Ziel, die Mehrheit an Behr zu erwerben und Behr voll in den Konzern zu integrieren, werde weiterhin verfolgt. Durch das kartellrechtliche Ermittlungsverfahren verzögere sich dieses Vorhaben jedoch, bis die Vorgänge „vollumfänglich" aufgeklärt seien, sagte Mahle-Chef Heinz Junker. „Kartellrechtswidriges Verhalten ist für Mahle grundsätzlich nicht akzeptabel", sagte der Manager.

Behr bestätigte am Freitag, dass die EU-Kommission ein Ermittlungsverfahren eingeleitet habe. Bereits im Mai hatten die Behörden demnach Büros der Gruppe durchsucht. Medienberichten zufolge soll es dabei um illegale Preisabsprachen mit französischen und japanischen Mitbewerbern gehen. Behr wollte sich dazu bisher nicht äußern. Die Untersuchungen bezögen sich auf mögliche Vorkommnisse, die zeitlich „deutlich vor" dem im Juli 2010 vollzogenen Einstieg von Mahle bei Behr lägen. Mahle ist mit 36,85 Prozent an Behr beteiligt und will die Mehrheit übernehmen.

„Wie lange das Verfahren andauern wird, lässt sich derzeit nicht sagen, da sich die Ermittlung in einem frühen Stadium befindet", teilte ein Behr-Sprecher mit. Die Geschäftsführung nehme den Vorgang „sehr ernst". Die Einhaltung geltenden Rechts sei Bestandteil der Behr-Unternehmenskultur, einem möglichen Verstoß müsse „unbedingt" nachgegangen werden. Behr kooperiere mit den Ermittlungsbehörden in vollem Umfang.

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