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19.02.2014

13:37 Uhr

Autozulieferer

Norma profitiert vom Aufwind in Europa

Ist die Krise der Autobranche weitgehend überstanden? Der Zulieferer Norma erreichte im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis, überraschenderweise auch dank des Europa-Geschäfts. Analysten raten dennoch zu Vorsicht.

Arbeit in der Montagehalle: In der kriselnden Region Europa lief das Geschäft des Autozulieferers Norma besser als erwartet. dpa

Arbeit in der Montagehalle: In der kriselnden Region Europa lief das Geschäft des Autozulieferers Norma besser als erwartet.

FrankfurtAnziehende Geschäfte in Europa haben dem Industrie- und Autozulieferer Norma im vergangenen Jahr Rekorde bei Umsatz und Gewinn beschert. „Das vierte Quartal zeigte eine starke Dynamik und lässt uns zuversichtlich in das Jahr 2014 starten“, erklärte Vorstandschef Werner Deggim am Mittwoch zu den vorläufigen Zahlen. Im letzten Jahresviertel stieg der Umsatz um elf Prozent, die bereinigte operative Marge (Ebita) verbesserte sich auf 18 (Vorjahr: 15,9) Prozent.

Besonders in der kriselnden Region Europa, wo der Hersteller von Rohr- und Schlauchschellen im ersten Halbjahr noch ein Umsatzminus verbucht hatte, sei es besser als gedacht gelaufen, erläuterte eine Sprecherin.

Im Gesamtjahr kletterte der Umsatz um gut fünf Prozent auf 635,5 Millionen Euro – Zukäufe trugen dazu 26,7 Millionen Euro bei, ohne sie hätte der Umsatz nur 2,5 Prozent zugelegt. Das bereinigte Ebita stieg um knapp sieben Prozent auf 112,6 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Ebita-Marge auf 17,7 Prozent gegenüber 17,4 Prozent im Vorjahr. Der MDax-Konzern hatte eine Ebita-Marge auf dem Niveau der drei Vorjahre angestrebt, das zwischen 17,4 und 17,7 Prozent geschwankt hatte. Die Aktien kletterten gut ein Prozent auf 42,75 Euro.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Beim Ausblick auf das Jahr 2014 hielt sich Vorstandschef Deggim noch bedeckt: Er erwarte, dass sich die Geschäfte weiter positiv entwickelten. Das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt setzt unter anderem auf die Einführung neuer Abgasnormen in Europa für Lkw und Pkw, die die Nachfrage nach den High-Tech-Verbindungselementen, wie Norma sie herstellt, anheizen soll. DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic erwartet 2014 ein Umsatzwachstum ohne Zukäufe von 6,5 Prozent. Dennoch empfiehlt er, die Aktie zu verkaufen. „Wir rechnen nicht mit einer Verbesserung der Marge und die Bewertung ist schon hoch“, begründete er seine Einschätzung.

Von

rtr

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