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22.03.2017

12:11 Uhr

Autozulieferer

Norma setzt auf Technologie für Abgas-Reinigung

Der Autozulieferer Norma stellt sich auf striktere Abgasnormen ein und will daraus einen Gewinn ziehen – besonders in Asien. In den USA büßte der Konzern ein. Vorstandschef Deggim ist angesichts des Marktes zufrieden.

Norma stellt unter anderem Schläuche her, diebei der Abgasreinigung durch die hierzulande als „AdBlue“ bekannte Harnstoff-Lösung zum Einsatz kommen. picture alliance / Stefan Puchne

„AdBlue“

Norma stellt unter anderem Schläuche her, diebei der Abgasreinigung durch die hierzulande als „AdBlue“ bekannte Harnstoff-Lösung zum Einsatz kommen.

FrankfurtDer Auto- und Industrie-Zulieferer Norma will vom Trend zu immer strengeren Abgas-Regeln profitieren. Der Hersteller von High-Tech-Leitungen und Befestigungsschellen verspricht sich gute Geschäfte mit Bauteilen, die für weniger Schadstoffe im Auspuff sorgen. Erst vergangenes Jahr investierten die Hessen deshalb in eine Anlage für spezielle Dieselmotor-Schläuche in Mexiko.

Dabei behalte das Unternehmen die in den USA nun drohenden Einfuhrzölle gerade für Produkte aus dem Nachbarland genau im Blick, sagte Finanzvorstand Michael Schneider am Mittwoch zu Reuters. Der Konzern fühle sich mit seinen fünf Werken in den USA und zahlreichen Kunden vor Ort aber auch für die Zukunft unter US-Präsident Donald Trump gewappnet.

Vor allem in der Region Asien-Pazifik soll die Technologie zur Erfüllung strengerer Abgasnormen Norma voranbringen, erklärte das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt. Dafür sei 2016 auch eine Fabrik für bestimmte Leitungen in China ausgebaut worden. Die betreffenden Schläuche kommen bei der Abgasreinigung durch die hierzulande als „AdBlue“ bekannte Harnstoff-Lösung zum Einsatz. Die Norma-Leitungen verfügen über ein spezielles Heizsystem, um die leicht gefrierende Mischung für ihre Aufgabe - die Reduzierung des Stickoxid-Ausstoßes - aufzutauen.

Die Aufrüstung einer ähnlichen Schlauch-Fabrik in Mexiko hat sich Norma nach eigenen Angaben 2016 rund 1,5 Millionen Euro kosten lassen. In Mexiko werden laut dem Finanzchef in insgesamt zwei Anlagen auch Produkte für die USA gefertigt – was eine gewisse Unsicherheit mit sich bringt: „In Mexiko wird es jetzt in Zukunft darauf ankommen, wie die Exportbedingungen in die USA aussehen“, sagte Schneider. Für konkrete Prognosen sei es aber noch zu früh. Mit einem Anteil am Gesamtumsatz von zwei bis vier Prozent spiele das Mexiko-Geschäft aber keine so große Rolle.

Deutlich härter trifft Norma schon jetzt die Schwäche am US-Markt für Nutzfahrzeuge und Landmaschinen. Sie trug maßgeblich dazu bei, dass die Hessen 2016 bei Gewinn und Umsatz kaum vom Fleck kamen. Für 2017 stellte Norma ein moderates Umsatzplus in Aussicht und sieht sich im ersten Quartal auf Kurs. In dem zuletzt sehr schwachen Lkw-Geschäft sei aber noch kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht, räumte Norma-Chef Werner Deggim ein.

Vielmehr dürfte der Markt 2017 noch einmal um fünf Prozent schrumpfen. Trumps Versprechen, in die Infrastruktur zu investieren, könnte sich zwar positiv auswirken. Der Zeitpunkt sei aber fraglich, weil der US-Präsident konkrete Pläne und Finanzierungszusagen bisher schuldig geblieben sei.

Von

rtr

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