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17.07.2013

14:13 Uhr

Autozulieferer

Schaeffler bekommt günstigere Kredite

Der hochverschuldete Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will seine Zinslast senken: Dafür schuldet die Holding fast vier Milliarden Euro um. Dazu gehört auch eine geplante Anleihe von rund 1,5 Milliarden.

Ein geteiltes Zylinderrollenlager in Kurbelwellen von Kaltpilgermaschinen vom Automobilzulieferers Schaeffler. Das Unternehmen will seine Zinslast senken. dapd

Ein geteiltes Zylinderrollenlager in Kurbelwellen von Kaltpilgermaschinen vom Automobilzulieferers Schaeffler. Das Unternehmen will seine Zinslast senken.

Frankfurt/MünchenMit der Umschuldung von Milliardenkrediten will der hochverschuldete Auto- und Industriezulieferer Schaeffler seine Zinslast senken. Die Schaeffler Holding schloss am Mittwoch nach eigenen Angaben eine neue Vereinbarung über Kredite in Höhe von 3,785 Milliarden Euro zu verbesserten Konditionen ab. Dazu gehört auch eine geplante Hochzinsanleihe im Volumen von rund 1,5 Milliarden Euro. Wie hoch dieser Bond verzinst wird, soll ebenso wie weitere Details bis Ende der Woche feststehen, sagte ein Firmensprecher. Dann lasse sich auch beziffern, wie viel Geld Schaeffler durch die Refinanzierung spare. Die Zinslast werde auf jeden Fall substanziell gedrückt.

Der Zulieferer aus dem fränkischen Herzogenaurach hatte sich vor Jahren mit der Übernahme des weitaus größeren Konkurrenten Continental fast verhoben und ächzt seither unter Milliardenschulden. Die Schaeffler AG, die das operative Geschäft betreibt, wies zuletzt Nettofinanzschulden von 6,8 Milliarden Euro aus. Die Holding, hinter der die Familie steht, refinanzierte mit der neuen Kreditvereinbarung mit mehreren internationalen Großbanken ihren gesamten - fast vier Milliarden Euro betragenden - Schuldenberg. Damit wurde ein Darlehen aus dem Jahr 2009 abgelöst.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Das jetzt abgeschlossene Paket mit einer Laufzeit bis 2017 umfasse Darlehen in Höhe von 2,175 Milliarden Euro sowie eine Betriebsmittellinie von 200 Millionen. Die geplante Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren soll bei institutionellen Investoren platziert werden. Die Neuausrichtung der Verbindlichkeiten der Familienholding schaffe die Basis für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Konzerns, teilten die Eigentümer Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler mit.

Von

rtr

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