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18.12.2014

11:38 Uhr

Autozulieferer vor der Fusion mit TRW

ZF ist fit für den Zusammenschluss

VonLukas Bay

Mit der Übernahme von TRW Automotive steigt ZF Friedrichshafen im kommenden Jahr zu einem der größten Zulieferer der Welt auf. Finanziell sind dafür die Weichen gestellt, das zeigt das vorläufige Jahresergebnis.

Läuft bei denen: ZF Friedrichshafen steigert den Umsatz und will nun zur Weltspitze aufschließen. dpa

Läuft bei denen: ZF Friedrichshafen steigert den Umsatz und will nun zur Weltspitze aufschließen.

DüsseldorfDer 100. Geburtstag soll an der Weltspitze gefeiert werden. Stimmen die Kartellbehörden zu, dann wird ZF Friedrichshafen im ersten Halbjahr 2015 den US-Konkurrenten TRW für umgerechnet 9,6 Milliarden Euro übernehmen und damit zu den größten Automobilzulieferern der Welt aufschließen – auf Augenhöhe mit Denso und Continental.

Ein Mammutprojekt für ZF, doch finanziell scheint das Unternehmen gut aufgestellt – das belegen die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2014, die das Unternehmen am Donnerstag vorlegte. Unterm Strich steht ein Umsatzanstieg um 1,2 Milliarden Euro auf 18 Milliarden Euro.

Das ist ein ordentliches Ergebnis, vor allem weil wichtige Wachstumsmärkte der vergangenen Jahre derzeit schwächeln. In Brasilien und Osteuropa sind die Umsätze von ZF um ein Fünftel auf 550 Millionen Euro eingebrochen.

Die größten Autozulieferer der Welt

Platz 10

Aisin (Japan): 18,9 Milliarden Euro

Platz 9

Michelin (Frankreich): 20,2 Milliarden Euro

Platz 8

Johnson Controls (USA): 20,9 Milliarden Euro

Platz 7

Hyundai Mobis (Korea): 23,3 Milliarden Euro

Platz 6

Bridgestone / Firestone (Japan): 24,6 Milliarden Euro

Platz 5

Magna (Kanada): 24,9 Milliarden Euro

Platz 4

Denso (Japan): 27,8 Milliarden Euro

Platz 3

ZF Friedrichshafen + TRW (Deutschland): 29,9 Milliarden Euro
(Anm. d. Red. In einer ersten Fassung war versehentlich der Umsatz verkauften Sparte ZF Lenksysteme doppelt herausgerechnet worden)

Platz 2

Bosch (Deutschland): 30,7 Milliarden Euro

Platz 1

Continental (Deutschland): 33,3 Milliarden Euro

In den bedeutendsten Märkten läuft es dagegen rund. In der Region Asien-Pazifik, zu der auch der Wachstumsmarkt China zählt, verdiente der Konzern satte 20 Prozent mehr als im Vorjahr und kommt auf 3,6 Milliarden Euro. In den USA wuchs der Umsatz ebenfalls um ein Fünftel auf 3,7 Milliarden Euro – und das schon vor der Übernahme von TRW.

Der wichtigste Markt ist derzeit aber noch Europa. Obwohl der Autoabsatz auf dem Heimatmarkt stagniert, kann ZF den Umsatz hier um fünf Prozent auf 10,3 Milliarden Euro steigern. Allerdings begründet Konzernchef Stefan Sommer diesen Zuwachs auch mit Währungseffekten, die sich in den Vorjahren auf das Ergebnis ausgewirkt hätten.

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Die vollständige Bilanz will der Zulieferer im April 2015 vorlegen. Bis dahin sollen Integrationsteams die Vereinigung mit TRW vorantreiben, an deren Ende ein neuer Zulieferergigant 138.000 Mitarbeitern und 30 Milliarden Euro Umsatz entstehen soll. „Uns ist wichtig“, sagt Sommer, „das Beste aus beiden Welten zusammenzuführen, um diese einmalige strategische Chance optimal zu nutzen.“

Derzeit überschneiden sich die Geschäftsbereiche von ZF und TRW nur wenig. Bei den Deutschen regieren die Mechaniker und bauen Antriebstechnik und Fahrwerke. Mit TRW kommen neue Technologien hinzu, die ZF bisher fehlen – von Airbags bis hin zu Aufprallsensoren. Besonders wichtig ist allerdings Elektronik, die bei modernen Sicherheitssystemen unerlässlich ist – und auch beim großen Trend zum vernetzten Fahren eine Schlüsselrolle spielt. Bei Scheibenbremssystemen, elektrischen Lenksystemen und Sicherheitsgurten ist TRW Automotive sogar Weltmarktführer.

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