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14.12.2012

14:12 Uhr

Autozulieferer

ZF Friedrichshafen rechnet mit sinkendem Gewinn

Der Wachstumskurs des Autozulieferers ZF Friedrichshafen wird sich auch in der Bilanz niederschlagen: Das Gewinnziel werde wohl nicht erreicht, kündigt Vorstandschef Stefan Sommer an.

Das Wachstum belastet den Gewinn von ZF Friedrichshafen. dpa

Das Wachstum belastet den Gewinn von ZF Friedrichshafen.

Verhaltene Stimmung bei ZF in Friedrichshafen: Der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer wird im laufenden Jahr zwar einen neuen Umsatzrekord erreichen. Wie ZF-Vorstandschef Stefan Sommer am Freitag in Stuttgart sagte, dürften die Erlöse 2012 um zwölf Prozent auf die neue Bestmarke von 17,4 Milliarden Euro steigen. Der Gewinn werde allerdings zurückgehen, kündigte Sommer an, ohne genaue Zahlen zu nennen. „Wir werden die Ertragsziele, die wir uns vorgenommen haben, in diesem Jahr nicht erreichen.“

Hohe Vorleistungen in neue Produkte und Sachanlagen drückten die Marge des Unternehmens. ZF baut derzeit unter anderem neue Werke in den USA, China und Thailand. Andere Werke - darunter auch die deutschen Standorte Saarbrücken und Dielingen in Nordrhein-Westfalen - werden ausgebaut.

Zudem machen dem Unternehmen schwächelnde Märkte zu schaffen. Während in den USA und in China die Nachfrage nach Automatikgetrieben sehr groß sei, machen sich Sommer zufolge in West- und Südeuropa die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise bemerkbar. In Südamerika ging der Umsatz ebenfalls deutlich zurück, auch der Nutzfahrzeugmarkt habe sich schwächer entwickelt als erwartet.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Sorgenkind des Unternehmens bleibt die Windkraft. „Dieser Bereich entwickelt sich sehr schwierig“, sagte Sommer. Der Markt habe stark nachgegeben, vor allem in Nordamerika breche er massiv ein. ZF hatte erst im vergangenen Jahr den belgischen Windkraftspezialisten Hansen unter sein Dach geholt und in den USA ein Werk für Windkraftgetriebe eröffnet.

Um die Position des Unternehmens weiter zu festigen, wolle ZF in den nächsten Jahren jeweils mehr als eine Milliarde Euro investieren. Gleichzeitig will der Automobilzulieferer in den kommenden zwei Jahren 500 Millionen Euro im Einkauf einsparen. „Wir können unsere Lieferanten nicht aus der Pflicht lassen“, sagte Sommer.

Die Zahl der Mitarbeiter hat das am Bodensee ansässige Unternehmen dagegen aufgestockt. 2012 seien 3500 neue Stellen geschaffen worden, davon 1800 in Deutschland. Im kommenden Jahr soll die Zahl noch einmal um mehr als 4000 Mitarbeiter wachsen, 1500 Stellen sollen in Deutschland entstehen. Derzeit arbeiten 75 000 Menschen für ZF.

Von

dpa

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