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30.06.2012

01:38 Uhr

Bahnaufträge

„Schienenkartell“ soll demnächst Bußgeldbescheid erhalten

Das „Schienenkartell“ um ThyssenKrupp soll noch im Juli eine saftige Buße erhalten. Das Kartell hatte die Deutsche Bahn um bis zu eine halbe Milliarde Euro gebracht. Der Fall wäre damit aber nicht abgeschlossen.

Schienen, Weichen und Stellwerkstechnik kosteten die Bahn letztes Jahr fast drei Milliarden Euro. dapd

Schienen, Weichen und Stellwerkstechnik kosteten die Bahn letztes Jahr fast drei Milliarden Euro.

MünchenDas Bundeskartellamt will nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ im Juli einen Bußgeldbescheid gegen ThyssenKrupp und andere Stahlunternehmen erlassen.
Sieben Unternehmen aus fünf Ländern sollen ein Kartell gebildet und die Preise für Schienenstahl abgesprochen haben. Bei den Geldstrafen soll es sich um hohe Millionenbeträge handeln, schreibt das Blatt.

Hauptabnehmer war die Deutsche Bahn, die als Hauptgeschädigter gilt. Sie rechnet mit einem Schaden von bis zu einer halben Milliarde Euro.
Schienen wurden auch in die Schweiz und nach Österreich verkauft. Das Kartellamt will nun den Teil des Verfahrens abschließen, der die Lieferungen an die Deutsche Bahn betrifft.

Preisabsprachen: Schienenkartell holt Deutsche Bahn ein

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Die Deutsche Bahn hat nach langem Zögern nun doch Konsequenzen aus dem Schienenkartell gezogen. Wie das Handelsblatt erfahren hat, geht der Konzern bei Ausschreibungen nun andere Wege.

Die Wettbewerbsbehörde und die Kartell-Mitglieder verhandeln schon seit einiger Zeit über eine Vereinbarung, die entsprechende Bußgelder beinhaltet. Die Gespräche könnten sehr bald zu einem Ergebnis führen, heißt es laut Zeitung bei Verfahrens-Beteiligten.

Das „Schienenkartell“ wurde vor gut einem Jahr aufgedeckt. Über zehn Jahre lang sollen ThyssenKrupp und über zwei Dutzend andere Stahlhersteller die Deutsche Bahn mit Preisabsprachen für Schienen geprellt haben.

An einige der Firmen hat die Deutsche Bahn zwischenzeitlich wieder Aufträge vergeben. Dazu gehören Voestalpine. Der österreichische Stahlkonzern hatte die Ermittlungen durch eine Selbstanzeige ins Rollen gebracht.

Bei der Bahn sind Schienen und das übrige Oberbaumaterial ein dicker Budgetposten. Für Gleise, Weichen und Stellwerkstechnik gab die Bahn 2011 fast drei Milliarden Euro aus.

Schon in der Vergangenheit hat der Konzern sich für Bußen und gegen lange Prozesse entschieden. Dies geschah beim „Kaffeekartell“, als sich Röster über die Preise für Kaffee in den Speisewagen und Kantinen des Konzerns abgesprochen hatten.

Bußgelder können happig ausfallen. Laut Bundeskartellamt können die Bußgeldbescheide „bis zu zehn Prozent des letzjährigen Gesamtumsatzes“ ausmachen. Der betrug bei ThyssenKrupp gut 43 Milliarden Euro.

Kommentare (7)

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30.06.2012, 05:52 Uhr

Die Kartellmitglieder sollen ruhig kräftig zur Kasse gebeten werden. Erstaunlich ist m.E. die passive Rolle der Deutschen Bahn. Wie kann es sein, daß bei der Bahn über 10 Jahre hinweg niemand etwas bemerkt hatte. Bei einem großen Unternehmen hätten die zuständigen Einkäufer eigentlich deutlich professioneller sein müssen.

sohst

30.06.2012, 08:42 Uhr

Ich hoffe, dass sich an die kartellrechtlichen Bußgeldbescheide auch Strafverfahren gegen die zuständigen Vorstandsmitglieder der betreffenden Kartellverbrecher anschließen. Solche Leute müssen stärker sozial stigmatisiert werden. Das sind Intensivtäter.

Luppi

30.06.2012, 09:18 Uhr

Das ist m.E. schwierig, da die Einkäufer keine kriminologischen Kompetenzen und Rechte haben. Weiterhin bekommen die Einkäufer den Auftrag etwas einzukaufen und das möglichst günstig. Da werden sie nicht darauf schauen, ob es Kartelle gibt, was sie zudem nicht nachweisen können. ;
Ich denke, dass die Verkäufer schon professionell in Ihrer Arbeit sind.

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